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Des Adelicheü Lanw und Feld - Lebens
Cx?. I^XV.
W ichs auf andereArt zu färben / und von Spanischen Wachs oder i ac«s.
Leichwie alles / was GOtt und die Natur denMenschen ertheilet/von der ersten Hand (wieman sagt)allzttt besser und angenehmer ist / alswann es durchMenschen-Nath verfälschet und verän-dert wird; also ist auch das / von den lieben Blenleinuns samt dem Hönig ertheilte gelbe Wachs / nicht al-lein wegen des Nutzens/ sondern auch wegen des ausden holdseligen Blumen anmrtthigen Geruchs / allenandern gefärbten Wachsen leicht vorziehen/und wieeine von Natur gesunde / schöne und wolyestalkeZung-frau/einem geschminckten und angestrichenen Weibs-bild/ohne alleWahl/bey vernünffugenLeuten vorgehet/also auch allhier/ seämunclu! vulc cleci^j >und jedemgefallet seine Kappen wol / also muß man jedem semeWeise/und diese-^ulc-rirte Schönheit und Farben-Aenderung des Wachses paß iren lassen, älcxius?-.ci-montsnu« in seinem siebenden Buch cle 8ccretiz, sodurch )ok. /zcob ^cckcruln^.v.indie LateinischeSprach aus der Welschen versetzt worden/ üb. 7, to«,41z. lehret also das rothe Wachs machen : NimmWachs ein Pfund / Terpentin im Sommer drey / imWinter aber vier Unzen / Zinober auf einem Mahler-iein wol gerieben ein Unz/ und auch so viel Baumöl/aß Wachs undTerpentin am Feuer schmeltzen / thu esgemach wieder davon/ und wann eswenig abgekühlet/0 thu Zinober samt dem Baumöl hinein / rühr es wolund starck untereinander/ und heb es auf. Andere neh-men/an stattdesWachses so viel tViinium.Und wie dierothe ein Hauptfarb ist/ und in Duncke.'roth/ K önigs-farb/ Rosenroth / und Purpur/ auch andere Farben /durch Bcysetzung und Vermischung anderer Farben/nach der Mahler-Kunst / kan verändert werden; alsokan es auch mit diesem rothen und allerhand andern ge-fmbtenWachs geschehen/so ;wa» meisten theils nur denPossirkünstlern zuJiguren und Blumen zu machen / zuNutzen kommt. Zohann Christoph Thiem in seinemHausbuch bereitet es also : Zerlasset das Wachs(Zweiffels ohne weisses) sauber/darnach nehmet unterein Pfund dessen/ein Loth wolgeriebenen Zinober / undein halb Loth Terpentin / rührts wol unter einander/thut darzu ein Nußschalen voll Hönig / giesse: es dannin ein lauters Wasser/ so ist es bereitet.
Das Wachs grün zu färben (sagt p-ckmontanu,)soll man nchmen aufein PfundWachs geflossen tlorissris und Baumöl/ jedes eine Unz / lasst erstlich dasWachs bey einem Feuer schmeltzen / und wann es an-sangt abzukühlen / thut man die andere Materi darun-ter / und vermengt es wol untereinander. Will manes aber zähe haben / so mag man / wie unter das rotheWachs/mehr oder weniger Terpentin mischen.JohanChristophThiem bereitet es also:Zerlasset dasWachs/und bereitet es/ wie das röche/, allein/ an statt desZino-bers/ nehmet G^nspan/ und wann es wol temperirtist / so giessets aus in gutem Essig.
SchwarkeS Wachs zu machen / muß man einPfund desselbigen am Feuer schmeltzen / thutdarnachdarunter Färberschwärtze und Baumöl/jedes ein Unze/rührt es wol untereinander/ biß es anfanget kühl zuwerden/will man/mag man ein wenig Terpentin dar-
unter thun. Oder/ wie Joh. ChristophThiem sagt:Nehmet das Wachs/ rührt darunter Kienruß/giessetsin ein warm Wasser/und machet Krügelein daraus/ihrmöget auch ein wenigLeinöl darzu nehmen.Etliche(sagter)zerlassen dasWachs nicht/sondern machen es w^chin einem warmen Wasser / und vermengens alsdannmit dem Kienruß / und sormiren Krügelein darausTheils nehmen auch die Aschen vom gebranntem Pa-pier unter das Wachs/ es schwach zu machen.
Was aber das Spanische Wachs betrifft/ ist dasrothe das gewöhnlichste/zu Versieglung der Brief/imGebrauch/bißwellen auch/aber seltener/dasGoldaelbe/und bey Personen die in der Klage sind/ das schwache.Wiewol das so genanteSpanische Wachs billich die-sen Namen nicht haben foll/ weil vom Wachs nichtsdarzuL-brauchr wird / heisst also von rechtswegenLacc/oderSigel-Lacc/weil es zum versiegeln derSendschrei-ben meist genommen wird. Die compoimon habeich aus Herrn Joh. Kunekels psnc 2. »i ns virriari»hieher beysetzen woilemals rothe Lacc oderSpanifchejWachs/fol.Z9. Nimm Gummi-Lacc ein Loth / Ter-pentin und Lölopkonium jedes ein halb Loth/Zinoberund Mennig ein O.uintlein; Gummi-Lacc und -pbonium. laß erstlich zergehen/ in einem reinenTegleinauseinersanfften Glut/ thuedenTerpenlin daran/undhernach fein mählich den Zinober und Mennig (wannsolches zuvor aufs kleinste untereinander gerieben ist)darzugethan/ alsdann Stengel daraus fvrmirt Odernimm Lslopkonium zwey Unzen / Gummi-Lacc vierUnzen/Schusterpech anderthalb Unzen/und Zinober soviel du wilt. Oder nimm Mastix zwey Loth / reinenSchwefel und Terpentin jedes ein halb Loth / Len-o,auch ein halb Loth/Zinober so viel genug ist / laß erstlichden Terpentin zergehen/und heiß werden / darnach denSchwefelgepulvert darein gethan/Mastix,undZinober reibe auch klein untereinander/und thue es nachund nach hinein; wann alles wol gestossen/und sich ver-einiget hat / so gieß es aus / und fvrmirs wie du wilt.Oder nimm Gummi-Lacc ein Loth/Oiopkonium einQuintlein/zerstoß beedes klein/ und thu so viel als ge-nug ist/ schönen Zinober darzu / gieß hoch reSiKci.tenBrandweindaraus/ so loivirt sich zum theildasGum-mi-Lacc/setz es über ein mässiges Kohlfeuer/ laß es wolzergehen / wanns wo l zergangen und vereinigetisr / sohalte ein wenig davon mit der eysern Spadel über dasLiecht/und zünde damit den Brandwein an / rührs woldurcheinander / biß er ausgebrannt sormire/alsdannStengel daraus/ und bereite es / wie du wilt; man kanauch etwas von Zibet darunter thun /damit es wolrie-chend werde; odcr man nehme Ltorsx undöcnloi kleingerieben.
Goldgelbes Lacc oder Spanisches Wachs zu ma-chen; Nimm weisses Schusterpech vier Loth / Mastixund Sandarac jedes zwey Loth/ Agtstein ein Loth / thudabey ein halbLothQu>nmi xuni klein gerieben und aufobigeArtverfahren/wann man das Qumm gum aus-lasset/und/an statt des Mastix odcr Sandaracs/Gmn-nn-Lacc nimmt/so wirds braun; man kan auch güldenStreuglantz darunter nchmen.
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