Zchcndc» Buchs / Erstcr Tl>eil / Biencichütteii.
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fladen werden in einem gelinden Feuer im Wasser zer-lassen/wann sie zergangen sind / seyhet mans durch eineLeinwath/ und setzt sie wieder zum Feuer/ schäumet e6 imSieden fleißig ab/ hernach wirds in einen Form gegos<sen/darinnen am Boden ein wenig Wasser ist/damitdas Wachs nicht anklebet. Das edleste und besteWachs aber kommt von den Fladen / die voller Honigsind / ist leichter / als das andere Wachs/ fett/ kleberichtund nicht brosamlich/wolriechend und gelb; das Was-ser / das man in den Form geusset/ soll laulicht seyn; imkalten Wasser wird das Wachs sehr runtzlickt und nichtglatt / und giesset man also das Wachs hinein / so langes klar rinnet / sobald es anfanget dick und trüb ;u wer-den/ höret man auf/und rhur das Unreine in ein Gefäß-lein a klein.
Wann im Herbst oder Frübling/viel Wachs feilist/so ist grosser Mangel am Hönig vorhanden/weil esein Zeichen ist/daß viel Bienstöcke abgestanden/ darausder'Hönig- Mangel erfolget.
Her: Carrichter sagt in seiner Teutschen Speise-Kamme r/ der erste Bau ' den die Bienen ansahen / sind jderRooß/ darzu brauchen sie denSasst/der aus denBäumen rinner/das wird von den Bienen zu Wachsformiret.
Das Wachs muß nicht allein bey dem Hönig ge-las sen werden/sonst verderben beyde/ so/je eher es davonabgesondert wird/ je besser es ist. Etliche sind der Mey>nung/ die Bienen sormiren das Wachs von den gelben
oder weissen Fasserlein/ so in mitten der Blumen stehen/welches sie an ihren Bein lein in die Stöcke ssibren/ als-dann setzen sie es an / sormiren es wie ein Nest oderHäußlem / blasens fein subtil wie ein Mahnblatlcin, siegebrauchens aber ( wie Her: Johann Grützmann/ -zu Bottmerdorss/ in seinem neugebauten und zuge-richteten Immen -Haußlem / anziehet) auf dreyerleyArt: Erstlich ist es ihr Nestlein / darinn sie ibre Brütsetzen / und ihre Jungen ausbrüten; darnach setzen siedas Hönig darein/und sind gleichsam ihre Töpflein undNäpflein/ daraus sie essen. Drittens / sinds auch ihreWohnhauser und Schlaffkammern / darinn sie sitzen/und sich in Winter vor der Kalte verwahren.
Das Wachs lang gut zu behalten, muß mans in denGemächern oben auf die Gesimse und Stellen / undnicht hinunter nahe der Erden legen / damit sich keineFeuchtigkeit hinein ziehe; es muß auch keine Lufft darzukommen/ denn die ziehet aus / macht es bleich, auch denGeruch und Farbe verlieren / oder man legte in die Ka-sten und verwickelts in Papier / so kan es etliche Jabrgut bleiben ; mit blossen Handen soll mans nicht offrangreissen / noch viel daran riechen / man ringert damitseine Krafft. Das Jungfrau-Wachs wird von et'icheigenennet / das zum erstenmal von jungen Stöcken ge-nommen wird/ ist das subtileste/ artigste und krasstiaste/denn es machet die Artzney/ so man damit vermenget/ intaglichem Gebrauch durchdringender / und ist zu vielenGebrechen dienlich / wie hernach folgen wird.
I.XN.
M dem Bl'brauch deß Wachses.
As die Wachs-Possierer für schöne / verwun-dersam- und künstliche Wercke ausm Wachsverfertigen/ ist weltkündig, ja/ daß sie c orurc-fair.dtZruenweise/in Lebens Grösse daraus ab-zubilden / und qautze Personen also vonustellen wissen/daß man/wann man sie gähe erblickt/fast vermeynet/ essey ein lebendiger Mensch. Wie auch der glorwürdigsteRömische Kayser k also m seiner völligen
Statur aus Wachs gemacht/und als es das erstemahlnach Hof gebracht/ m dieKunst-Cammer gestcllet/ vonJhro Majestät selbst beschauet/und von allen Anwesen-den bewundert worden/habe sich begeben/ daß einer vonden vornehmen iVlirMris,der nichts darum gewust/daselbst Ihrer Majestät allerunterthanigst auftuwar-ten/allerezst ankomen; als man nur. seineAnkunssc Ihre:Majestät angedeutet / hab er ihm/an berem-geben / mitNamen gel ussen/und sich hinter das postierte Bild ver-borgen/sey dieser/der das Bild vor den Kayser selbst ge-halten / alsobald hingelaussen/ vor dem Bild/ dem Hof-gebrauch nach/ niedergekniet und also deß Befehls vonIhrer Majestät seinen, allergnadigsten Herm / erwar-ten wollen/biß endlich der Kayser mir Lächeln Herfür ge-tretten/und ihme seinen Jrtthum erkläret hat.
Die alten Römer haben es gebraucht in Tafelbüch-lein mir Wachs überzogen / wie man jetzt die Schiffer-stein und Eselshuute hat / daraussie mit Griffeln ihrei.cZcsund ^ettamcnr-, aufgezeichnet / ehe noch / als derGebrauch/unddie künstliche Bereitung deß Papiers/^ aus den leinenen Hadern/bekandt worden DasWachs
nimmt allerley Farben an sich / roth und grün/schwachund bundfärbig / wird zu Versieglung der schrisstlichenUrkunden / auch das Spanische Wachs zu Verschlies-sunq aller Brieffe genommen.
Ein altes Wachs wieder neu zu machen / gibt ?ziop-pius,der berühmte Italiänische ^cciicus, in seinemBÜchleiN/dessenTitul: Lccrcti cjiverli ö mir-zcuioll.lii,.z. diesen Rarh: Man soll ein Viertel einer Untzen Ter,pentin/und eineoderzwo Wurtzen von Scbellkrautge-pulverr/ darunter zergehen lassen/ so soll eö so schön undgefärbt werden/als wäre es neu; oder man solle Gine-sterblühe dörren/pulvern und mit altem Wachs vermi-schen/so werde es sich verneuen. Es werden auch aller-hand Lieckter / mittelmassig auf die Tafeln / und kleinals die Züge zudenWachsstockcn/auch groß zu denWindliechtern / und sonderlich / nach unterschiedenerGroß / in die Kirchen und aufdie Altäre formiret.
Man findet in den Historien/daß änno 1586. M8ultzn A/Iuratl, .dieses Namens der Dritte/seine Toch-ter/dem ibrakim Salla zu älcair zu Ehegegeben / seyenihr auch unter andern köstlichen Hochzeit-?rTlcnten et-liche Wachs - Kertzen verehret worden/darunter dreyüberaus groß und kostbar waren/von hohlgeblasenemoder gegossenem Wachs/ allerhand Farben / mit Goldund Edelgestölnen ausgezieret / daran auch schöneLarven/ Figuren und Bilder waren/eine derselben wardreyßg Elen hoch / und hat gekostet soooo. Ducaten.Was sonst in der Artzney von Wachs zu gebrauchen /soll absonderlich erwähnet werden.
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