Druckschrift 
Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
Entstehung
Seite
405
Einzelbild herunterladen
 

NeundtesBuch/ Mayer-Hof.

oder Maus wirdpassiren kötmen;damlt sieaber auchunten bey demFundament nicht eingraben mögen/magmau umöenTauben-Kobel herum em paar Spannen-hoch um und um Sand schütten lassen/welcher/ ob sieschon eingraben wölken/ der immer michrieselende undeinfallende Sand sie doch daran verhindern würde.

Hex: «te Lcrrc» vermeynt/in dieserWirthschasstwa-xe das nützlichste/ wann man zwey Taubenköbel/ einenim Feld/den andern im Mayerhos/mcht gar zu weit ab-gesondert hielte / damit die Tauben von emem zum an-dern nach Belieben wechsle» tönten/ wurde man aus

405

diesen zwey Köbeln mehr Tauben bekommen / als sonsten von vieren / die weit voneinander entlegen wären.

Sie werden auch wol nur von Holtz aufeme oderzwo Seulen gemacht/ die dauren aber nicht so lang/leiden von den starcken Sturm-winden grossen Uber-draug /und müssen die Säulen in der Mitten mit glat-tem Blech umgeben werden/ demUngeziefferden Paßabzuschneiden.

Die Nester inwendig werden von Hafner - Erden/Smn oder Holtz gemacht/ im Holtz wächset Kis Un-geziefer gar leichtlich/worvon die Tauben sehr belästig«sind; die von Erden sind kühl/müßen aber ziemlich großseyn/ damit die zwey Tauben samt ihren Jungen genugPlatz darinnen/ und ihre räumliche Umkehr haben-gen; Etliche machen ihnen Körbe aus Weiden oderStroh geflochten / die man an der Wand umher / andarzu eingeschlagene starcke Nägel anhängen/und wanman ml! / herab nehmen und wieder aussaubern kan;weil man aber am hinaus-hangen bald irren/ und einesan des andern Platz hangen kan / werden dardurch dieTaubenm gemacht/ zu dem wahren solche auch nichttang/ undzerreiflen oder brechen bald / also daß manstets etwas zu flicken hat; die von Laden sind darumnicht gut/weil man sie nie so genau kan zusammen fü-gen/ daßes nicht Klumsen habe/dardurch den Mausender Paß geöffnet und angeleitet wird; die aus Hasner-Erdc aber sind dicht beysammen / und fast die beste Artm Nestern.

Die erste Reyhe der Nester soll von der Erden dreyoder vier Schuch hoch seyn/ damit man darunter sau-ber auskehren / und allen Unflat ausreinigen möge;so mögen auch die Mäuse nicht so leichtlich von der Er-den hinaufin die Tauben-Nester kommen; dasMäu-

crlein/ darausdie ersten Nester stehen / wird von einerMauer zur andern gewölbt/ und der Bogen unterstehaussenher mit abwärts gest'/lpten Leisten / wie mit ei-nem Canal/ versichert/daß/wann schon d:e Mäusebis an den Bogen klettern/ wegen seiner Krümme wei-ter hinaus zu den Nestern nicht gelange» mögen; esmuß aber dieser Canal von glattem Zeuge seyn/ daransich weder Ratzen nochMäuse halten mögen; istaberder Kobel von Holtz / muß man die unterste Brettermtt schärften eysernen abwätts-gehendem Blech be-schlagen/so ist es gleich so gut; so auf diese erste Rey-he werden mehr Nester gesetzt/ bis auszwey oder dreySchuch vom oberstenGewölbe; aufder höchstenReyhder Nester ligen Laden d:e einen Schuch über die Ne-sterherausgehen / und glatt gehobelt und aussen ge-schärsst sn.d/ daß sich auch von obenher kein Ungeziejeretnschtelssen möge.

Die Reyhen der Nester soll man nicht gleichSchur-gerad eines aufdas andere/ sofern also se-tzen/ daß in der andern Reyhe allzeit eines davon zwi-schen zweyen Nestern aus die erste Reyhe/ wie meinemTriangel / eingesetzt/ und also fort und forc eontinuirtwerde. Der Boden soll mit gutem Estrich geschla-gen/oder gar mit Steinen gepflastert se»n ; ein jedesNest soll eiu Spitzstänglein heraus ragend^haben/Sar-auf die Tauben desto bequemlicher aus-und eingehenkönnen; etliche machen nur vor jedes Nest ein Bret,wie ein Vorhaus / zu eben diesem Ende. Vor diesenLäden oder Brettern sind um und um gleich vor denNester höltzernen Drämme eingemauret / daraufman / wann man zu den Nestern sehen will / die Lei-tern oder Stieglein anlehnen kan / damit die Nesterdardurch nicht beweget und gerüttelt werden : dieLeitern oder Stiegen zur Thür/ die vom Hof hinaufgehet/ bleibet an etlichen Tauben-Hausern nicht stets /sondern wird allein angelehnet/wann man hinauf will/sonst wird sie an einem andern Ort unter dem Dach

verwahret.

Die Figur des Tauben-Hauses in einem steinernenThurn/ hat mir Her: Graf Perchtold zugesendet/ wieer solchen bey seiner Her:schasst Ungerschütz in Mä-hern mitten im Mayerhof hat; das andere Gebautaber hat der Kupfferstecher nach seiner Fantasia bey-gefüget.

cxxvl.

Bon allerhand zahmer Thieren Fleisch/ und was davon in der

Kucken gebraucht wird.

,,Je vornehmsten Fleisch/ so aus den Mayerhö-fen den Menschen zur Speise kommen/sind vonRindcrn/Kälbern/Sch.weinen/ Schepsen/ unddergleichen/item von allerley Geflügel/so darinnen er-zogen und gemehret werden. Das Rindfleisch ist vonden verschnittenenOchsen am gesündesten/soll nicht garzu alt seyn/ dienet arbeitsamen und starcken Leuten ambesten / massig gebraucht und wol gekocht/ ist es allenTemperamenten und Altern bequem/ wo nur nicht garein faules und müssw,es Leben geführet wird/ je alteraber dieses Vieh geschlachtet wird/ je weniger ist eszur Speise tauglicb.

Dao kälberne Fleisch / wann das Kalb aufs we-nigste drey Wochenlang getruncken/ und die von den

II. Thut. '

auf guter gesunder Weide getriebenen Kühen herkommen/ist viel subtiler und zarter/ gibt eine gute Nahrung/und macht gutes Geblüts. ?isane»i glaubet/ wannman Kalb-Fleisch/neben Copaunen und Hünern/ ko-chet/ so werde es noch zarter/ sonderlich wo Epfig oderPetersil dabey gesotten wird.

DasSchweinen-Fleisch wüd zwar von den meistenI^cclicis für flüssig und ungesund schalten / und ist invielen Zuständen verbotten; die Araber aber halten esvon der besten Temperament; und Her: Carrichter sa-get / das Schweinen-Fleiscb sey/ seines Erachtens/jon-derlich wanns jung/und an derMilch verschnitten wor-den/nicht ungesund/und sind(saat er) dieSpansärklemfür krancke/verzehrte und dürre Menschen/in derSpeis

Ggg

genossen/