Ne undtcö Buch
gsr«e; nichtsdestoweniger muß man siewcnigstens 14.Tage/oder ga: z.Wochen/also einfchliessen/daß sie nichtausfliegm können; dieFenjw mag man mitNetzen ver-hängen/so haben sie dennoch Liecht. Entzwischen mußman sie täglich zweymal sveisen / und allezeit frischesHasser in einem saubern Tröglein beysetzen/und ositabwechseln / und sonderlich Hirsen und Haiden / undwas sie sonst gern fressen/untermengen. Will man aberden Taubenkobel mir Kanter jungen Tauben besetzen/muß man Anfangs ein paar alte Tauben zuchnenthun/von denensiedas Pecken und Fressen desto eher lernen.
Wann mcms zum erstenmal ciusiasset / muß es an ei-nem dunckeln trüben Tag / gegen Abends / geschehen /damit sie nicht zu weit ausschweifn / Und das erstemalsich verirren/oder gar verlieren möchten/ also werden sieallem nahend ums Taubcnhauß herum flattern/die Ge-gend und Gelegenheit der Felder nur ison fernen bese-hen/ und gleichsam auskundschaften/ und ehe die Nachtanbricht/ wiederihrNachtlagersuchcn; wiewol etlichenicht so bald wiederm den Kobel kehren wollen / darin-nen sie so lang gefangen gesessen; wann sie aber keinebessere Bewirthung finden/ und der Hunger sie der gu-ten Wartung erinnert/werden siedoch/wo nicht den er-sten / doch andern und dritten Tag wiederkehren / undendlich ihre beständige Wohnung darinnen nehmen.Etliche rupffen ihnen Anfangs dieSchwingfedern aus/damir sie/ weil ste nicht weit fliegen können / gezwungenwerden / nahend um den Taubenkobel zu bleiben / dochhalte ich den ersten Weg für besser/weil sie/also gesiüm-melt/ erst nach der Mauß ihre Federn wieder bekom-men / und indessen von dem Raud^Vogel leichtlich er-häschet undausgefressen werden.
Von den abergläubischen Mitteln / die Tauben unSchlag zu behalten/mag ich nichts melden/von mrdernguten und zulässigen Stücken ist allbereit droben im119 Capitel gedacht worden. Das erste Jahr mußman alle TaubeN/biß -u Anfang des Augusti/abfliegenlassen /damit das Taubcnhauß desto eher und schleuni-ger besehet werde; die folgenden Jahr lasset man sie nurbiß ausPfinasten / oder längst zu Ende des Junu /^zurZucht überbleiben / was im Julio / Augusts und spaterfallt / wird zur Kuchen genommen.
Der Tauben - Kooel muß sauber und rein gehaltenwerden/ nicht allein darum/ weil dieser Vogel allen Ge-stanck und Unflat hasset; sondern auch / weil in demMist allerley Ungeziefer zu wachsen pfleget/welche dieTauben sehr quälen und belästigen / aufs wenigst in 4-Wochen einmal soll er ausgeputzt seyn; der Mstwird«nein verdecktes Ort gebracht / wohin weder Sonne/Wind/ noch Regen kommen kan / biß er zur Dungunggebrauchet wird.
Her: cle Scr.es saget/daß er in Franckreich so hochgehalten wird / daß man ihn mit gleich so viel Gerstenbezahlet/ja daß etlicbe allem darum Taubenkobel zu-richten / diesen guten Mist zu haben / den sie vor ihr be-stes Einkommen halten / und das Tauben - Fleisch nurgleichsam als eine Zugabe schaben.
Man muß monatlich nicht all in das Fletz oder denBoden im Taubenbauß / sondern auch alte Nester sau-ber und rein ausmisten / alles was unsauber / darunterauch die todten Tauben / auch was kranck ist / herausnehmen/damit die andern gesunden davon nicht ange-steckt werden ; was etwann von den Jungen aus den
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Nestern gefallen / muß man wieder Hienein heben / undhernach den Kobel mit Weyrauch / oder L-n-?om beräuchern/auch soll man stets wolmchende Krau-ter / als Rosmarin / Lavendel / Spica / Kranwmen /Thymian und dergleichen/ hineinlegen/welchedie Tau-ben gern haben/und ihre Nester davon versorgen undbauen können.
Weil aber diß die aröste Kunst ist/einen Tauben-^Kobel also beständig können erhalten / daß er fort undfort nutzbar bleibe/indem an vielen Orten grosse undwol - besetzte Köbel sind/die nichts destoweniger nichtviel Junge demHaußvatter lieffern/oder chreMarrungund Futter dcnmt bezahlen können ; als muß man sichbefieissen/dle Ursachen dieses AbnehmenS zu erfahren/und aus dem Wege zu räumen. Also muß man.vornem-lich wissen / daß d»e Unordnung daran schuldig / wannman die alten Tauben nicht zur rechten Zeit ausmu-stert / diese sind nicht allein nichts mehr nütz / jbndern sieverursachen auch alle diese Verwirrung / sie beissen diejungen Tauben/brechen und fressen ihnen die Eyer/ ver-derben die Junger./ und zertretten sie gar.
Nach ltoleii« Meynung / leben die Tauben achtJahr/vier Aahr sind sie fruchtbar und gut/ die übrigensind sie unnützlich/ darum soll man alle Tauben/ so baldsie dasvierdte Jahr zurück gelegt haben, wegthun; unddiese Musterung soll jährlich gehalten / und also dasTaubenhauß in gutemZunehmen erhalten werden; weilaber derTauben Alter / nach dein Gesicht/ nicht eigent,lich zu unterscheiden / ist vonnörhen/ daß man AnfangsdenTauben-Ksbe! mit jungen Tauben, die meistentheilseines Alters/oder doch über ein paar Monar nicht von-einander sind/ besetze/ und sie alle mercke; etliche bindenihnen gewisse tüchene Bande! an die Füsse; andere zie,hen ihnen Fäden durch die Kiel am Schweifs/ oder ander Flüge/ so aber alles ungewiß und theils unsicher;das beste / die Kläulein mit einem schärften Scheerleinnur ein wenig ( ohne ihren Schaden und Schmertzen)stutzen / darum soll man alle Jahr < kan am besten imWinter geschehen ) wann die Tauben alle beysammensind/den Kobel überall/ Fenster und Thüren / mit Ne,tzen verwahren ; zween aber sollen gemach und beschei-dentlich hinein gehen/die Tauben nacheinander fangen/( und weil sie alle jung / und in Besetzung des Kobelsgleiches Alters seyn sollen ) mag man/wann sie nun ein/jährig / einer jeden ein wenig von einer Klauen wegstu-zen/und dieses soll man jährlich im Winter wiederho-len / biß ihnen endlich vier Klauen also gestutzt sind / diemuß man alle ausmustern/und nicht langer im Tauben,Kobel bleiben lassen / die kan man m etliche grosse darzubereitere Steigen einscbliessen / die noch die vier Zeichennicht haben /wieder in Taubenkobel schliessen / die aus-gemusterten aber in die Kuchen oder auf dem Marcktschicken ; was wieder in den Kobel kommt / Muß zehenoder vierzehen Tage verschlossen/ nicht ausgelassen/undinzwischen wol gefüttert seyn / so vergessen sie desLar-mens bald; man kan diese Zeichen an beeden Füssen/anjeden zwey machen / und dieser Schnitt bleibt immer-dar / und wächser nicht wieder zusammen / sondern mankansallwege erkennen.
Diese Ordnung ist leicht zu halten / was jung ist/ undgar kein Zeichen hat / dem stutzt man eine Klauen; wassebon ein und zwey gestutzt hat/dem stutzt man noch eine/!was aber schon alle vier Klauen gemerckt hat / das muß >
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