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Des Adeiicben Land^ und Feld- Lebens
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W>e die Dauben brüten und auferzogen werden-
vermeynt/ das erstgelegte Ey sey allzeit das Mannlein /und das den folgenden Tag kommt/sey das Weidlein /aber die Erfahrung bezeugt/daß sie offt auseinmai zny
^Urch die jungen Tauben werben nach und nachdie Tauben Köbel befetzt/vermehret und erhal-ten / darzu man nun die besten Flug - Taubenvon glatten rochen Füssen/glantzigrenHalß/ro-then Circul um die Augen / langen Fittigen und gutenFarben nimet/die zwar in eines jeden Willkühr stchen;die den wilden Tauben ähnlich scheinen / hält man fürschnell und dauerhafft/ und sind ins gemein die dunckel»»ärbigen besser als die weissen/welche der Habicht vonfernen sehen und erkennen kan. So halten doch etlichedafür / die weissen haben ein zarter und wolgeschmackerFleisch / als die andern.
Rauchsüssige / Türckische / oder Pfauen - Tauben /gehören nicht in den Kobel/sondern nur in die Stuben.Die Tauben/die man imKobel hält/brüten vier, undmehrmaln im Jahr swann sie anders guter Art sind )wann man sie im Ausgang des Winters wol füttert/so legen und brüten si« desto eher/davon die guten ?Her-zen-Tauben / die man alle soll abfliegen lassen / erziegletwerden. Die Tauben/Mannlein und Weiblein/wech-seln im Brüten miteinander ab/und wann eines um dieSpeise flieget/sitzt das andere aufden Eyren/man siehetauch bißweilen/wann die Taubin in ihrer Ausscnreysegar zu lang verziehet / daß sie bey ihrer Wiederkunfftvon dem Tauber mit Schlagen und Beissen darum ge,züchtiget wird. Diß Umwechseln thut sonst kein andersMayergefiügel/ da die Weiblein nur allein brüten/ undist kein Geflügel im Mayor-Hos, damit man weder mit^ den Eyern/noch mit dem Ansetzen/brüten und Jungen,' aufbringen/weniger Mühe braucht/als eben mit denTauben/ sie legen meistentheils zwey Eyer bald nachein-ander/sie brüten solche/so bald sie gelegt sind/in 40. Ta-gen legen / brüten / und ziehen sie ihre Jungen auf/ daßmans zur Kuchen brauchen kan. Sie brüten 20. Tage/erstlich kommt der Tauber / hernach die Täubin / biß,weilen auf einen Tag zugleich / bißweilen m zweyen Ta,gen nachemander/bey uns in den Köbeln brüten sie übervier- oder fünffmal nicht/ in den Stuben aber / und beyguter Wartung / Wer im Jahr. Die Alten haben
Mannlem/bißweilen auch zwey Weiblein ohneLnler-scheid ausbrüten. In ^.Wochen fallen dieJungen aus.Wann sie fünff Monat alt werden / legen sie / aW daßdie imMertzsn ausgezüchte Tauben/noch im selbigenJahr im Julio oder Augusts schon sich paaren/ l«xMund ausbrüten. Wann die Taubin von dem Tauber be-saamet worden / so ist den sünfften Tag darauf das Eyzeittg/und haben osst Eyer und JungenMleich. DieAlten haben so viel auf die Tauben gehalten / daß man/zu Vsrroni8 Aiien/ sünff-tausend Tauben in ei-nem Kobel gehabt hak.
Theils wollen/die Abwechslung des Vrutens/ge-schehe also / daß der Tauber des Tages / die Taubinaber des Nachts brüte / so'doch durchgehend nicht zuspühren ist. ^oierus schreibet / der Tauber setze sichMittags über die Eyer / und brüte biß auf den Abend /darnach brüte die Taubin die ganheNacht-durch / bißMorgen wieder auf den Mittag/hat also im Brütendie gröste und meiste Mühe, Was vom Martio - an /biß auf Pfingsten ausfallt / behält man zur Zucht/ weildieses desto starccer und kräfftiger den Sommer - durchwerden kan / mag auch dem Habicht desto leichter ent-rinnen ; was aber nach Pfingsten fallt / ist am besten /entweder verspeiset/oder verk-mffr/ weil sie sonst nur derRaubvögel Speise werden/oder doch/wegen der Käliedes annähenden Winters / nicht zu Früchten kommenkönnen.
Wann sie ihre Jungen atzen wollen / blasen sie ihnenerstlich ihren Kropff-auf/darmit Essen uud Trinckendarinn Platz habe/hernach stecken sie ihnen den Schna-bel in ihren Mund/ röhrlm die gefressenen und in ihrenK'ropffschon halb-verdaute Körnlein / so viel sie bedörf-sen / in ihren Kropff/und geben ihnen auch darauf glei-chermaßen zu trincken ; also muß man um diese Zeit dieAlten desto freygebiger mit Speise versehen/damit sieihre Jungen desto eher aufbringen.
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Wie mit den -Muten umzugehen.
Jeweil die Flug-Tauben gemeiniglich klein sind/vermeynet Her: c!c Scrrc,, man soll sie mit denrauchfüssigen grossen Tauben paaren / die nichtgar zu grosse Hedern an den Füssen haben/so entstehe ei-ne dritte Art der Tauben daraus/die grösser sind/als diegemeinen/auch von zärterm Fleisch/und nicht so schwerund rauchfüssig/als das eine Theil ihrer Eltern ; wannman gemeine Tauber zu rauchfüssigten Täubinenthut/oder diese Tauber zu jenen Täubinnen / so bekommetman eine schöne grosse Art Tauben/die nicht weniger indas Feld zufliegen taugen.
lanara in seinerkconomia 6cl Littackno in Villa,
so!, lq s. will/man soll den Tauben im Winter Wein-beerkornlein/und klein-geflossene Eycheln geben/damitsie nicht zu zeitig brutig werden / aber nach verflossenemJanuario soll man sie mir besserm Futter verforaen.
Dle Anzahl der Tauben darffAnfangs sogroß nicht
seyn /als die Grösse des Taubenhauses/und die Mengeder Nester / weil mans ohne diß m kurtzer Zeit von denauferzogenen jungen Tauben anfüllen kan ; doch sollman Anfangs auch nicht zu wenig Tauben hinein thun/weil man hernach auch lang warten muß / und nichtsdarvon gemessen kan; wann man 500. Nester im Kobelverfertiget / mag man wol ioo. paar Tauben Anfangshinein.setzen/so kan man das übrige desto eher besetzen/und hat desto geschwinder die Nutzung-
Wann man Anfange die Jungen/ehe sie noch völligfliegen lernen / mir famt den Alten kaufst / so bleiben dieAlten/wann sie wol gefüttert werden/dello lieberimKo-bel/und können/ihrer angcbohrnenEigenfchaffren nack/ iihre der Eltern Fürsorge noch bedürsstige Jungen nicht iso bald verlassen/unterdessen gewöhnen sie des Kobels/ jund ihrer Gesellschasst /und vermittels guter und erqa-bigerVerpflegung/gewmen sie den Ort lieb/und bleiben
^ " gerne"