Neundteö Buch / Mayerhof.
putzen / und die Jungen / was man zur Kuchen habenwill / ohne weniger Getümmel heraus suchen.
Andere aber Haltens für rathsamer/ wann man ih-nen das Geäfft in den Kobel auf saubere Bretter streu«et/dann ob man wol die Tauben nicht also sehen kan/ sokommt doch alles Futter daselbst den Tauben zu gut/welches sonst das andere mitfressende grosse Meyerge-flügel das meiste aussrisset/und wol die Tauben davonweggebissen/und am Fressen verhindert werden. Man
soll eine gewisse Stund imFültern halten/wie man will/ausser zu Mitrage soll man die Tauben nicht beunruhi-gen/weil sie damals zu rasten pflegen/das kan am bestengeschehen zu Frühe/ und zu Abends / so kebren sie auchdesto lieber in ihrer Nachtberberg ein. Etliche geben ih-nen des Tages nur einmal / ist aber viel zu wenig / undmüssen die Tauben andere böse Dinge / als Sremleinund dergleichen / aus Hunger/fressen/ und wird schlechtter Gewinn davon zu hoffen ftyn.
Cx?. cxix.
tliche Tauben-Künste.
^Ann man fremde junge Tauben kaufst/nnd inseinen Kobel gewöhnen will/ sagt Her: 6c t>cr-reg , soll man Von einem geschnittenen Ziegen-bock den Kopffund die Füsse so lang siedenlas-sen /biß sich das Fleisch vom Gebeine sondert / das sollman klein hacken / und wieder sieden / biß es ein dicklich-teS Brühlc in oder Süpplein wird/entzwischen soll manHafner-Erden klem stossen / und alle Stemlem herausklauben / hernach mit erstgemeldter Brühe wol abkner«ten /ziemlich faitzen; item, Harn / Kümmel / Wicken /Hanffkörnwund anderSGftrayd/wann inan will/dar-umer mengen / und einen ziemlich harten Taig darausmachen/ aus dem zweyer Manns Faust grosse Kugelnformiren/an der Tonnen/oder im Back-Ofen/dörrenund harr abtrocknen/ aber doch nicht verbrennen. Die-ser Kugeln leget man etliche in den Tauben-Kobel hin-und her/ damit spielen undkurtzweilen nun die Tauben/und mit dem Pecken des Schnabels zerschrickt die Er-de und kriegen bald ein Hanffkörnlein/bald einen Küm-mel/Erbsen / Wicken oder Saltz/biß die Kugel garverzehret wird/ damit haben sie ihreZeit-Vertreib/undbleiben desto lieber in dem Kobel.
Andere nehmen Laim von einem Back - Ofen /oder / welches besser / von einem Ofen / darinnenman Lebzelten decket / stossen ihn klein / mischendarunter Anis / Fenchel / Coriander / Hanffkörner/Wäitzen / Gersten / Widertod / Eysenkraut und
Oder Erbeis wol gesotten / und Kümmdarunter ge-than/ und den Tauben öffrermals zu essen gegeben.
Oder / wilt du die Tauben bey Hause erhallen / sonimm Eysenkraut / samt der Wurtzen / wol gedörtt /undPulver gemacht / Ziegel oder gebrandlen Laimen aus dm; Back - Ofen klein zerstossen / und < aitz.Diese drey Stück untereinander gemischt / und mitMenschen-Harn wsl angemacht / in em Tröglem ge-than/und bey dem Taubenschlag wo sie aus und eingehen / aufgesetzt und angemacht.
Weise Tauben zu färben: Wasch ihnen erstlich dieFedern fein sauber nur starctem Alaun-Wasser / dar-nach nimm braunes / blaues und rothes Brasili Holtz/koche jedes absonderlich ziemlich dick in Alaun Wal>er/dunck die Hand / so warm du es erleiden magst / in ob.bemetdte Farben / und Östreich die Federn damit/ aufwelche Weise du wilt. Mü der Rinden/so zwischen dergrauen obern Rinden und dem Wemscpärling-Ho-tzligt/kan man sie gelb färben/wanns/wie obgedacht/in Alaun-Wasser gesotten wird. Auch macht man siegrün / wann sie von blauen Brasil und erstgedacbienWeinscharling - Rinden bestrichen werden. Es gehetnicht ab/biß sie die Federn in der Mauß verlieren. Undwie sonst die Tauben durch Gestand vertrieben / al,owerden sie auch durch gutenGeruch angereihet / dcholieber zu bleiben. Wieman dann sagt/wann man einerTauben eine Feder am Schweiff entzwey schneidet
Saitz/alles mit Wasser / eingeknetten und in den i Kiclgantz bleibe/ihr ein wenig^l^m ttr
Kobel gethan. Oder nimm Wälschen Kümmel /stoß ihn / mit Honig und Waitzen- Mehl zu Ku-geln gemacht / und fürgegeben. Auch gesotteneErbsen mit Kümmel gegeben. Andere waschen ih-nen die Füsse / ehe sie in den Tauben - Kobel ge-lassen werden/so sollen sie nicht wegfliegen. Auchsoll man zu diesem Ende Eysenkraut in den Tau-
hinein thut / den Kiel verbindet und sie also fliegen lasset / so verjagt sie alle andere Tauben / aber diß rsteine böse und verbottene Kunst/sowo! auch/wann manmit Künsten srembde Tauben will herlocken / so keinemChristlichen Haußvatter (der srembdes Gur nicht be-gehren soll) wol anstehet/ als hab ich dieser und derglei-chen mehr abergläubischer / und weder in der Natur/
benschlag stecken ; item / Eberwurh klein schneiden/ ^ gegründeten Kunst - Bößlem und
und ihnen unl-r ihr G-äss- i» st-ss-n st>,ehm. M-'"'",>»".>«
Daß die Tauben nicht wegfliegen: Grab einen Kopfvon einet Fledermauß iu den Kobel.
Oder / nimm der Tauben drey Federn aus demSchwantz / und grab sie m den Mist.
Oder / nimm Wälschen Kümm / stoß ihn mit Hönigund waitzenen Mehl / mache Kügelein daraus / und gibes ihnen / wann sie dann ausfliegen / so bringen sie an,dere mit sich.
Schalckstücklein/andern nicht Anlaß zu geben / Böseszu thun / keines weges gedencken wollen.
Zum Beschluß will ich aus Wolffgang HildebrandsiVlZtziK k^amröii.(daselbst viel fürwitzige/auch nicht sogar mit gutem Gewissen chuliche Künstlein zu finden)anzeigen/wie die Tauben grün und glantzend zu ma-chen/wiewol eS/ seiner eigenen Bekantnuß nach/ nochauf der ?robs stehet: Man soll Hechten-Gall nehmen/und die Tauben-Eyer (Zweiffels ohne vonweissm> da-mit salben/ und sie also ausbrüten lassen.
* Fff N