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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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De6 Adelichen Land, und Feld- Lebens

ersetzen und abzahlen / zu geschweige» / daß ihr Mistvor allen andern vom Vurrone zum Feld-Baugerüh-'mct wird.

Merckwürdig ist / was Lbarlc» cl' ^rcule Licur6'Lsszkrron in seiner k°aucvnneric s>srt. 4. cap. 12. vondem Tauben - Mist schreibet / mit folgenden Worten:Man steche mit einer Nadel einer Tauben das wieAug aus / und setze sie hernach an einen Ort / da sie es-sen könne; über zchen Tage / thue man eben dieses andem andern noch gesunden Auge/und lasse sie wieder-um zchen oder zwöissTuge also sitzen/so wird man her-nach befinden / daß sie gantz keinen Mangel an ihrenAugen habe. Die Ar'My/ so darzu gehöret / führendie Tauben (wie auchÄcSchwalben) allezeit bey «h-nen, dann sie brauchen mchlsnnders / aisihrcn eigenenMist/ welchen sie wissen zu ap.^ic>ren/mdem sie die beis-!sende Augen init denen von ihrem Mist besudelte» Füs-sen kratzen.

Die Syrer haben / nach Xcnopbomiz Zeugnus /eine Taube so heilig gehalten / daß sich niemand / siezu verletzen / unterstchen dörffen / wie auch ribuiluzsaget:

— — Voktzt<5cIzra5imaiÄa stürbe»- ^Iba ?al«üino Lolumb' 8^ro.

! Und wird unter ihnen der Ehestand mit gleichem Recht' beobachtet/ dann die Tauber eben so wol brüten/ als dieTaubiöen. So hat man auch/durch chre Mittei/offter-

mals denen belagerten Städten/Kundschafften zuge-bracht/wann man vor besorgter Belagerung eimStel-ge voll Tauben an das Ort bringt / wormit die (-»«c.ipon6LN2vonnöthen/undhernachnachNothdurfftderUmstände/ eine heut/die andere morgen/und so fort/ miteinem an die Füsse angebundenen Bnefiein fliegen läs-set ; und wann die in der Stadt gleichesfals Taubenvon dem andernOtt haben/so könnende antworten/und kan / ungehindert des Feindes Aufsicht / und eng-gesch>ossene<^ircÄm vallation, die Kundschafft hin- undwieder gehen / und so wol wegen des Entsatzes/ak auchanderer Umstände/ sattsame Erinnerungen u»H Nach-richt gegeben und genommen werden. Sie sind war-mer und feuchter Natur im andern Grad.

?i!snc»i saget / wer in der Pest' Zeit junge Tauben,ssel / soll vor Seuche sicher seyn. Die in den Tau-ben- Häussern wohnen / sind gesünder als die Stuben-Tauben / sind leichter zu verdauen / machen ein gut Ge-blüt/und stärckm dieKrässten Allen soll man dieKöps-ft abreisen / weil man den Kopffwche davon bekommensolle. Bey kaltem Wetter sollen sie den flüssigen altenLeuten wol zuschlagen/weilfiesehr wol erwärmen^ undweil sie hitziger Natur find / trincken sie auch begieri-ger als andere Vogel / und schlucken ihr Wasser / Mitunausgesetzten Schnabel nacheinander / wie die vier-süssigen Thier / hinan / da Hoch anders Geflügel vffter-mals absetzet.

M ihrer Upeiß und Wahrung.

Jewol Flug Tauben im Sommer nicht gros-se Unterhaltung bedörffen / und selbsten aufden Feldern ihre Nahrung suchen / und dieKörnlein hin- und wieder zusammen klaubenund auflesen / so muß man doch zu denen Zeiten / wannim Feld nichts zu sinden/auf ,hre Unterhaltung bedachtseyn/der Hirsbrein wird wol für ihr bestes Futtcr gehal-ten / darnach auch Haber, Wicken und allerley ausge-räumtes Getreyd/weil fast weder Hülsen- noch andereKern Frucht zu finden/welche die Tauben nicht willigund gern annehmen/indem sie in dem Feld-Flug darzugewöhnet sind/ daß sie fressen/nicht was sie wollen/ son-dern was sie finden; je besser nun die Tauben unterhal-ten werden/je lieber bleiben sie/je fetter und besser wer-den sie / und je össter brüten sie/ da hingegen / wo sieNoth^leiden müssen/leichtlich sich durch fremde Tau-ben verlocken und wegführen lassen / und wann sie einwenig einen Ort finden / wo siees besser haben /Herlas-sen sie die alte/ schmale und kalte Herberge/und bleiben /wo es ihnen besser gehet.

Die Unkosten / so auf die Flug - Tauben jahrlich ge-hen/erstrecken sich auf s.Monat/worinnen man wedersäet noch-erndtet/ das ist vom lMen November an/btßzu Ende des Ienners, und vom April an biß auf denhalben Junij / die übrige Zeit werden sie durch Freyge-bigfeit der gütigen Natur gsfpeisst. An der Verpfle-gung nun/die währende Mangel-Zett über/ist die gan-ze Tauben .Wirthschafft gelegen; so muß man auch dieSpeisen nach den Zeiten eintheilen. Die bche Fütte-rung soll man auf den Frühling / wann sie legen undbrüten/behalten/damit sie ihre Jungen/die man zum

Flug behalt / desto schneller und besser ausbringen kön-ne / darum soll man ihnen im April / Maij / und theilsauch im Iunio/ Hirß/ Haiden/ Gersten/ Dünckel/ undwas auv dem Trevd geräutel t wich / fürwerffm / Ha«ber/Hülscn. Früchte und gefchroteneEycheln; aber denWmter-durch/da kan man ihnen auch geben dieWrin-beerkörnlein/die man dcßweqen im Seelen aus den Tre-bern aus!esen/und zu diefemEnde austoben solle. Da-mit kmi man auch verwehren, daß sie Nicht vor derrech«ten Zeit legen / welches so wol den Alten /alsden Jun»gen / offtmals verderblich fället / davon die zu der ÄZin-ters-Zeit kärgliche Unterhaltung sie abhält/ und gegenden Frühling / als zur rechten V^ut-Zett/ desto bessereNahrung sie antreibet.

Her: 6« 8-lrcs will / man soll bißweilen zu ihrerSpeise ein wenig Feld -Kümm mischen / weil sie dar,durch sehr erfreuet werden. Das Futter wird auf un-terschiedliche Weise ihnen ausgestreuet. Etliche gebenihnen heraussen / nicht weit vom Taube - Kobel / an ei-nem saubern und ebenen Ort / und gewöhnen sie zumPfeissen / oder einer gewissen Stimme /sieherzulocfen?welches nun artig zu sehen/ wann sie von allen Ortenso häussig zufallen/und neben andermMaye» Geflügel(weil die Taubenhaussermeistens in desMayerhaussesHof stehen) diefürgegebene Speisen mitEil und Eiferverzehren/da man nicht allein seine Tauben täglich sehenkan / und gewöhnet man die Mäuse und Ratzen nicht sosehr in die Köbel/als-wann man ihnen täglich ihreSpei-se daselbst hinein streuet / so kan man auch / weilen / zurZeit der Fütterung/keine Tauben imKöbelbleibet/den-selben inzwischen desto besser und gelegensanier aus-

"putzen^