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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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Beö Adelichen Land - und Feld-LebenS

Geschrey dem Gehör uncmnehmlich/ ist es doch darumdesto leichter zu emagcn/weil gewiß ist/daß dieSchlan-gen und Nattern dafür/ so weit sie solche hören/ fliehen/und ihnen anzunähen nicht trauen dörffen. !

Alexander der Grosse und tapffere Kiezsheld (wie^lisnus meldet) als er erstesmals einen prangendenPfauen in Indien gesehen/hat sich so hoch darüber ver-wundert/ daß er seinem Kriegsheer ein Ordregegeben/daß niemand einen Pfauen umzubringen sich unterste-hen solte.

In Africa darssim Königreich Kongo niemand ei-nen Pfauen halten/ ohne der König allein. Also auch inNieder-Aethiopien/ im Königreich Angola/ und dieserist hierinnen so strenge/daß jemand/ so ferner einemPfauen nur eine Feder ausziehet / mit seinem gantzenGeschlecht stracks sterben/oder ein Leibeigener werdenmuß; sind auch alle seine Güter dem Könige versallen/wie O. Dapper in seiner Anno 1670. zuAmsterdam ge-druckten umständlichen und eigentlichen Beschreibungvon Africa toi. 591. bezeuget.

(Zaicnus will/diePfauen haben ein hartes u.undau-lichesFleisch/vom bösen^cmpcramcnl,mache melan-cholisches Geblüt/ und verwese nit leichtlich;das laß ichdahin gestellt seyn/ und mag von den Alten verstandenwerden. Hättt abe» Laien us das Fleisch von einemjungen einjährigen oder halbjahrigen Pfauen gekostet/und die zärtliche Weisen der Phafanen daran empfun-den/ halte ich/^r wurde seine Meynung widcrrussen.

Daß aber sein Fleisch wegen des trockenen und gu-ten Temperaments nicht leicht verwese/bezeuget 8.ßuttinus lik. 21. civ. vci. cssz.4.daß/ als manihm zu Carthago einen Pfauen zu essen aufgetragen /von dessen Brust er etwas/ was ihm geschmäckt/zu sichgenommen/ und das übrige befohlen aufzuheben/daßnach vielen Tagen / in welchen ein solch dergleichenFleisch verderben müste/es wieder herfül gemacht wor-,den seye/ und ohn allen Gestanck gantz frisch geblieben;!dahabe ereS wieder auszo Tage versucht/ und einer-'ley befunden. Alfo seye es auch ein ganhcs Jahr un-verwesen geblieben/ außer daß es etwas züsamm-gejv-generund dürrer gewesen.

Darum der Pfau nicht unbillich genennet wirdvom Herm clc 8er>^z: la Volaille terrckre,

lg primaute sur >' squsticzue, ck 6cue su

cixnc.Der Pfau seye König unter dem Erdengeflügel/wie der Schwan unter den Wasservögeln.Und soll derPfau allein feiner Stimm entgelten/ leidet man doch in

der Wirthschafft das Pippen derJndianischenHünn,das Krähen der Hahnen/ das Geschrey der Endlen/Gänse und Hüner/ das Gruntzen der Schwein/ dasBlechen der Schaafe und andern Viehes. Zu demist der Pfau ein überaus guter Hüter/ der/ so bald er et,was frembdes vermcrcket/ solches alsbald mit seinerStimm anzeiget / und nachzusehen gleichsam warn«/es sey bey Nacht oder Tage.

Das ärgste an ihnen ist/ daß sie überall einstiegen,und in Weingebürgen und andern Gärten grossenSchaden thun.Was die Verderbung derDächer(diemau ihnen zumisset) anlanget/thun siewenigSchaden/wann das Dach recht und dicht gedeckt ist; und wo esim Hofhohe grosse Bäume hat / werden sie lieber ausden Aesten/ als auf den Dächern sitzen.

Aus den Gärten kan man sie mir Klappern/ Mers,sen undGeschrey svrtschrecken/und zur Zeit der Erndte/wann die Kornfelder und Weingebürge gar am Hof,zaun sind/kan man sie nicht/ wie die andern Jndiani,schen Hüner und Gänse/ abseits treiben / oder gar ein-schliessen/und dis ist das schlimmeste/ so an ihnen zu ta,deln/ dann sie lassen sich nicht einsperren ; zu der Zeitaber brüten meistentheils die Pfauinnen / Häher ist derSchad auch um so viel geringer.

Zu einem halben DutzetWeiblein sind zweyMänn-lein zu halten/nicht darum/daß nicht einer allein genug,sam/sondern darum/ wann ohngefehr einer verlohrengienge / stracks einer an seiner Stelle sey. Ist aberdas Haus näher bey den Wiesen als Feldern undWeingarten/mag man wohl mehr Pfauen halten/son,derlich wo es nahend hohe Bäume/ als Linden/Wemund dergleichen giebt. Ein Pfau / wann er an einenOrt kommt/so ihm tauglich ist/lebt er 2z. und 24. Jahr;das Weiblein aber dauret nicht so lange; sie sind un-terschiedlicher Farben/ weiß/ graulicht/dunckel/blau-grünlicht und dergleichen/ doch hält man meistentheilsdie weissen für die raresten und schönesten/ wiewol ihreSpiegel nicht so gläntzigeFarben haben/wie die gemei-nen. Diese Farbe kommt meistens von Natur / obschon etliche vermeynen / durch Kunst/ indem sie dieBrütenden mit weissen Tüchern umhängen/solches zu-wege» zu bringen / oder daß man die Pfauin in einemGemach ansetzet/ das mit Kalch übertüncht ist.

Wann man einen Pfau tödtet/ muß man ihnköpf-fen/wie dieJndianifchen Stücke / und stracks in einkaltes Wasser werssen/ das zeucht das Blut aus / undwird das Fleisch weiß und mürb.

cxiv.

Von ihrem Unterscheid und Brüten.

Er: 6s 8erres macht zweyerley Sorten der

^Pfauen/ die heimischen und wilden. Die hei-mischen nennet er/die im Meyerhof mit dem an-dern Geflügel meistentheils sich befinden; die wildenaber/die sich meistentheils in Feldern und aufdenBäu-men aufhalten/gar selten unter das Dach kommen/dasWetter sey wie es wolle/ihre Nester zur Brutzeit aufdie hohen Bäume/ oder in die dicke Gesträucher/ Ge-Häge und Zäune machen / die sie nach ihrem Gutdun-cken erkiefen / und ihre Jungen hin und her auf dieWeide führen / doch wann man dem andern Geflügel

zu essen fürgiebt/ kommen sie auch darzu/ sind aber sehrwild / lassen sich weder fangen noch anrühren / ausFurcht/ihre schöne Federn zu verlieren/ die sie doch alleJahr mausen und verlieren / so meistens zu Ende desJulii oder zu Anfang des Augusti/zu geschehen pfleget/ehe als die Kälte eintritt.

Für beyderley Sorten aber/ darssman keine gewisseStellen und Nachtherbergen aufrichten/ denn sie las-sen sich an kein Ort binden/ bleiben des Nachts hin undher aufBäumen und hoch erhabenen Stellen / wo siees gut bedunckt / legen auch die Psäuinnen ihre Eyer

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