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Deö Adelichen Land - und Few - Lebens
Schweren halber nicht fliegen ?önnen/so mag mm wolglauben / daß dieselbe rechtschaffen feist seyen / und wei-ter Mast nicht bedörffen.
Her: eoicr»8 schreibt / daß in der Marck Bran-denburg/ um Oderberg / Zedenick/ Britzen / Freyes,walde/ und dort- herum/ mancher drey/ vier/ oder sechsSchock Ganße hält / dann so bald die alte Gänße dieJungen ausgebrütet/zeichnet sie der Wirth / und jagtsie alle ins Wasser / da dann herum ein brüchiger nis-siger Ort ist / da lässet er sie Tag und Nacht / den gan-tzen Frühling / Sommer und Herbst / biß um Martinidie Wasser beginnen zu frieren / da fährt er mit einemKahn hinaus/und treibt sie alle aus Sem Wasser wie-der nach Hausse/müssen aber nicht alsobald geschlachtet/sondern erstlich in drey Wochen / neben andern zah-men Gänßen / mit Habern gefüttert / und tMnach erstgetödtet werden / sonst ist ihr Fleisch muerlentzend undübel-geschmack.
Man soll die Ganße sonderlich hüten / daß sie nichtaus groben Mistlachen (welches sie/wann sie kein an-ders Wasser-finden können / aus Noth thun müssen)trincken / weil es sowol ihrer Gesundheit / als auch ih-rem^ "
Der Ganser hat längere Füsse / als die Gans / wannman ihn ergreifft / so schreyet er / das Weiblein aberschive-at still/werden aber dem Ganser die Ohren kWErbftn verstopfst / so schreyet er auch nicht. Etlicheflössen die Gans - Pflaumen m einen steinern Mörsel/mit Stroh bedeckt / mit einem hölzernen Stössel/svsondern sich dle Pflaumen von den Stielen ab.
Von den Gänßen gehören der Herzschafft anetlichen Orten die Jedem / und zwey Drittelvon den Jungen.
Her? Heinrich von Ranzau schreibet in seinemHauß-Buch also von den Gänßen : Zudreyßig Gänßen mußman zwey Ganßer haben; um Sl. Peter fangen sie anzu legen/und legen selten mehr in einer Brüt/als zwölffEyer/so bald als sie brütig werden / nmß mm: sie anse-tzen / aber man legc ihnen einen Stein unter / damit siezugleich zum Ansäen kommen / dann sie können wohlzwölffLyer aussitzen : den Hünern pflegt man wohlauch Gänß Eyer unterzulegen / aber über viere nicht;die Ganße kan > .anwo! alle sechsWochen berupssen/doch W am besten/ wann man eine gewisse Zeit darzuhat.
>on ihrem Utall und Wartung.
'Eil meistentheils wenig Ganße über Wintergehalten werden/als ist man um den Gänßstai!. . desto weniger bekümmert; doch müssen sie ei-nen zwar ncht hohen / doch abgesonderten trockenenPlatz haben/vorFeuchkn lind Winden verwahrel/da-rinn sie/ sonderlich des Winters / bleiben können manmuß ihnen Stroh unterstellen / daß sie desto warmerund trockener sitzen mögen.
Wo es Flüsse / Bache / TeW/Seen/feuchteHaiden und Weiden/ Nenger und Brüche hat/kanman die Gänß/ neben den Indianischen Hünern/ durcheinen Hüter (es sey dann/daß sie mit ihrer Menge einenbesondern haben) halten und weiden/und im Sommerallzeit fein frühe austreiben lassen / dann sie bleiben gernbeysammen / wann nur für die Gänße Wasser in derNähe vorhanden/weitste nicht Durst leiden können/und wann sie dürstet / so gebensie solches mit ihrem Ge-schrey und Gegengeschrey zu erkennen / daraufheben siesich auf und fliegen miteinander dahin/-wo sie Wasserzu trincken finden.
Ehe man fie austreM / muß man ibnen vorhin et-was zu fressen vorgeben / sdnderlich den Jungen/ indemes ein keißhunqerigerVogel/wann er also nüchtern ttndhungerig ins Feld kommt/reisset und Met er mit solcherBegierde die starcken und fest emqewurtzten Gewächseaus/daß er wol den Halß gar dm überverrenckt/ davon'die Jungen meistentheils verrecken / oder doch kcumm-halsig und mager werden / zu dem fressen sie auch imHunger / gifftige und ihrer Gesundheit nachtheiligei
Kräuter; hernach darff man ihnen den Spmmer-überweirer nichtsfürgeben.
Im Wmter gibt man ihnen das Amm oder dieSpreuer von allerleyGetreyd mit Kleyenttnd grobenSchrot gemenget und abgebrühet,und ein wemgHa-dern darunter; man kan ihnen auch wol Rüben undMohren klein zerflossen oder zerhacken / und sie damitfüttern/werden/ sonderlich von denMöhren/gerne seist.
Her? coicrus schreibt / daß ihnen im Winter etli-che frisches Pferdkoch/von den Pferden die Habern es-sen/ unter Kleyen und Schrott anmengen / und sie alsoerhalten. Den Gänßen/die man der Brüt halber überWntter erhält / mußman nicht gar zu wol warten / daßsie nicht zu starck und fett werden / welches sie an denEyer-legen verhindert/wenigst daß solcheEyer zurBrutnicht dienen. Man mag ihnen allerley Hülsen-Früchtegeben / ausser die Wicken nicht / wie coierus will / undevzehlet aus ^ncZrese Engels ^nnalibus klzrckici», daßihnen der Nebel / so Morgens frühe fället / sehr gefähr-lich und tödrlich sey; und sagt: Es sey in der MarckBrandenburg im Dorff Manslow/eine halbe Meilvon Königsberg/ein solcher böser dicker Nebel gefallen/davon alle Gänße in selbigen Dorff / die abgetriebenwaren/auf einen Tag gestorben sind/und wlewol diß einWasser - Vogel ist / wird er doch in feuchten Jahrennicht wol gedeyen. Das ist zu mercken / daß man dieGänße aLein ohne Aufsicht in den Feldern nie soll her-um schweiften und streiffen lassen / denn kommen sie indie Krautgarten/ Helder/Wiesen/ Saaten undWein-Gebürge/ thun sie überaus grossen Schaden.