Druckschrift 
Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
Entstehung
Seite
385
Einzelbild herunterladen
 

ReundtcS Buch / Mayerhyf.

M.

alsGanDei7ch/bevörab/wann sie lang Ader Mästung benS ein munder - und wachsames 5ln'er /

stehen, man mag emeGanß (sagt er) ein wenig ma- ftemdeS weder bey Nacht oder Tage l^dtt /^nd?m es

sten/es darff einem ein Bissen davon einen Groschenkosten; zudem kein Geflügel / dessen Dung fs gar nichtsnutze /sondern vielmehr schädlich ist/und m den Wiesen/Angern und Gänß- Weiden die Graswurtzm aus-brennet / auchalles / was die Gänße adbeisen / sehr hartund unqerne nachwächset, und meijiens verdirber/daß dieser Vogel von unserm Poeten meinem erstenBuch von Feld-Bau etwann nicht unbillig improbus^nsei- genennet wird/ doch/wo es Weiden genug/undWassereiche marrastige Ort / wird dieser Vogel /sowol wegen seines balden Wachsens / guten Fleisches/als auch seiner nützlichen Pflaumen-Kälber/die manimFrühimg und Herbst zweymal im Jahrhaben kan/mitgrossem Nutzen erhalten. An etlichen Oertern werdensie dreymal berupffet. ?. L'vljcovskx cte re sZrariSvermcynet / vier Gänße follen ein Pfund Pflaumen ge-ben/und zweyGänßer sind genug zu sechszchenGanßen/weil man über Winter nurMen öder acht Gänße undeinen Ganßer behalten / die übrigen aber im Herbst /nachdem sie in die Halme getrieben / verkauften oderselbst essen kan.

Hie Baueren haben ein Sprichwort: Wann dieGänße auf Martini im Trockenen gehen/so gehm sie anWeynachten im Psnel/ vermeynend/wann um Marti-ni schönes Wetter ist/ so gebe es aufdieChrist-Feyer-täge ein nasses Regen - und Schnee-Gewitter.

Dieser Vogel hat ein lang«! Leben/und setzt (Zuber-tus aus , daß in einer Wirthschaffr eine Ganß60 Jahr gelebthabe /ist aber eine schlecbteWirkhschafft/

mit seinem Geschrey offenbaret undverräth/wie sie dannauch vor dem Frantzösifchen Einfall dcis Lspüoiium zuRom errettet / und damit bey den alten noch Heydni-schen Römern grosses Lob verdienet haben.

Die Ganß wird von ttippocrste Lc ^vicenntvon einer hitzigen Natur gehalten/ darum liebt sie auchdas Wissser/ und isset gerne feuchte und kalteKräuter.k»im!vs schreibt : Daß eine Ganß den?KiioK>pt ,umI.scyäcm so sehr geliebt / baß sie ihn allenthalben be-gleitet / und memals von ihm / weder auf der Gassen /noch im Vad / ja weder Tag und Nacht gewichen / seyauch/als sie endlich umgestanden / von diesem ?kiiolo.pko (wie^tisnu8 berichtet) eben ft> herzlich begrabenworden/als ob sein leiblicher Bruder/oder Sohn/mitTodte abgegangen wäre.

Von der Ganß Freundschafft mit dem Hund/ besie-he oben das 82. Capitel dieses Buchs / daher auchmus urtheilet / sie Mitten ein Füncklcin des Verstandsuud der Weißheit in sich/aufs wenigst der Danckbar-keit / welches ihnen aber mit vielen andern Thieren ge-mein ist.

Unter andern Nutzen sind auch ihre Kiel zu Schreib-Federn so nothwendig / daß/ast kein vornehmer Ort ist/da man ihrer entrathen köme. In Pommern / wo esgrosse See gibt / bleiben sie im Sommer fast Tag undNacht auf dem Wasser / können auch so resch fliegen,daß sie aufeine viertel Meile/und weiter/ in - und ausserdie See stiegen können /smd aber nicht so fett / als dieso stets zu Hause gehalten werden; und wann man eine

die Gänß so lang behalten wollen/weil ihr Fleisch so z'ä-! Äeerde Ganke aÄkr-^^ ^h-w>-d,d°ßman« h-mach m». Gnkannst bU«-1 f«g.n / ^

* D dd ch

Schwe,