Ncundtes Buch-' Mayerhof.
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Wann aufdiesenViehtrifften wildesObst/Eychen-und Buchbäume gezigelt sind/ gibts nicht allein/ wasabfallt/den Schweinen ein gutes Geschlecke / sondernman mag auch den Überrest dieserBäume einsammle»/und ausden Winter zur Mast gebrauchen/pnd könnendarzudieabhängichten/ schlechtesten/ auch stcinichtenoderZröbesten Feld erangewendet/und wo sie nichtvor-hin vorhanden, nach und nach von allerley wildenObstdahin gepfiantzet werden.
Hat man aber so grosse weite Felder/ ist es destobester / wann ein gutes Stuck Feldes zur Weide liegenbleibet/ denn je mehr und bester Gras es trägt/ je mehrNutzen ist daher zu gemessen ; wann man nur diesesinachtnimmet/ daß man die giffnaen Kräuter/ diedem Wehe schädlich seynd / bey Zeiten ausjettet/und ehe sie noch Saamen tragen / auswurtzet / da-mit sie nicht überHand nehmen / so istdie gröste Arbeitauster des Unterschlagensund Emtheilens/ verrichtet;hat man die Gelegenheit im Herbstund Frühling/eherals das Vieh auf dieWeide kommet/solche zu wassernso ist desto ergäbiger / und trägt desto fruchtbarer.
Die gemeinen Weiden haben ihre sonderlicheeeptioncn und Absätze/ als daß kein Unterthan mehrVieh hinein treibe/ als er über Winter ernähren üm /oder als ihm von der Obrigkeit erlaubt wird / und der-gleichen »ehr.
f 5crvitu«pzscen6>. Weid oder Weidgangheist/wann man sein Vieh auf einen fremdenGrund treibendarff/zu diesem 8-rv-turc resi, gehöret / daß man nahedaselbst herum einen Hof oder Mayergut habe/ dahinman diesen Dienst schuldig sey / k regulär,tc> qui^ueprokibeiur patccrc in alicnotunäo, nili <^uizscrvitulcm sirzrlcliplum leu conliitutum Dahet
darffman derWeide nichts anders gebrauchen/als wiees entweder verglichen/ oder vor diesem üblich undbräuchlich gewesen; als wann mit Jemanden verglt-chen wäre / den Schaafmeb an cmen gewisscn Ort zuhaben/ darsser darum nicht Ochsen / Schwein oderPferd auch daselbst weiden; also sind die Weiden ent-weder Lommumii, oder (.'ommums/ulispascencji cluTlunl tpecics, eti servirus viv«pslturse, quze clicitur cu lemvore, <^uo Zlanclcssunt inliznis 8e nemorikus ; alia cÜ vsriTpastuise. czu« ciioi-lur cll? tcmpore, czuonulliampliussuntsruäius su-^er terrZM : palcua pnvsts ^ujiliciterconliciei sntur, Ivd ^uzlig sunt jurs compalcuorum , vulzo Kuppel- jWeide UNdMitweide /ve! servituclo pascenc<i Wunn-Weid / Trieb und Trakt. Darum ist dem Eigenthü-mer der Weide nicht erlaubt/ wann nicht übrige vielWeide vorhanden ist / etwas davon zu Aeckern undBaufeldern zu machen; doch soll in die gemeine Wei-den keiner kein kranckes Vieh bringen/ damit er der an-dern Viehe/die mitihm gleiches Recht haben / nichtanstecke.
X.
Bon den
Je Alten haben nicht unbillig die Wiesen allGn .>andernFeldbau vorgezogen/Zweissels ohn/weil-'sie die Viehzucht viel nöthiger gehalten/ als den >Ackerbau/ indem von dem ersten die Leute mit Milch /.Käse/ Butter und Fleisch wol leben können/phne das -andere; wie in theils Nordischen und AmencamschenProvinzen zu sehen/ da die Leute ohne 5Hrod gelebtzhin-gegen aber der Ackerbau ohneViehzucht schier unmög-lich kan bestellet werden/ wie wollten die Menschen dieFelder pflügen und düngen könen/ohne welche dasAn-bau schlecht und übel zu verrichten; so dörffen auch diewolbestellten Wiesen nicht so viel Mühe und Gefahr/nur daß man das Gras zu rechter Zeit abmähet /dörret/heimführet/ un an einem trockenen lüsstigen Orterhalt;da hingegen dieAecker etlichemal müssen gepfiü-get/geeget/ besaet/geerndet seyn/ auch andere unzehlicheArbeiten ( die doch offt übel lohnen) erfordern / undjährlich mit Mühe einmal ihre Frucht abstatten; da diemeisten Wiesen alle Jahr zweymal im Sommer undHerbst/ Heu und Grünmath geben/ davon das grosseund kleine Viehe/ zu bestandiger Nahrung und Unter-halt des Menschens/gefüttert und ernehret wird/ unddrß nicht im Sommer durch das grüne fäfftige Gras/sondern auch bey kalterWinter-Witterung einen treu-lichen Vorrath/ biß wieder in Frühling das Gras zuwachsen ansänget / aufbehalten.
Zu dem müssen die Korn-Felder Jährlich frischenSaamen haben / da hingegen die Wiesen / wann sieeinmal Grasreick / guten Grund haben/oder zudür,ttnZeiten gewäsiertwerden körnten/ wie ein richtigesIl^hetl.
Wiesen.
Capital ihre Interesse voy Jahr zu Jahr gedoppeltabstatten/ davon ihr Besitzer keine andere Bemühung/als daß er die Abzinsung einnimmst/ und für die Wie-sen auf daß künsstige Jahr GOtt und Natur sorgenlästet/ wie sie folgende intsrellcn bezahlen können oderwollen.
So haben auch den meisten Orten die Wiesendieses Privilegium,daß sie keinen Zehenden geben dörf-fen ; es wäre dann/ daß mans aus Zehendbaren Grün-den und Aeckern von neuen Wiesen machen wollte/ da
Will das ^U8 öivaricum ?rovinciali tit. z^.artic. l s.
daß man auch den Heu-Zehend davon abrichten solle/welches nicht unbillig scheinet.
Die Lateiner geben ihnen den Namen ?ratz. qu-,6parsta. weil sieden gantzen Frühling/ Sommer undHerbstHber gleichsam ein zubereiteter Tisch sind/ da,von die Vichezucht erhalten/ und vondestenUberblij--bungen noch darzu / den Winter durch/ versorget wird;wir wollen geschweigen der holdseeligenund anmuthi-gen Schönheit der Wiesen / da gleichsam an einemSmaragden-Himmel viel tausend allerhand-färbigeBlümlein/wie die zwietzerendenSternlein Herfür schei-nen/ imd die Augen/ Geruch und Hertz der Menschen/als auch des Viehes Mund und Magen erfreuen / undwann sie von kleinen Tamarisken-Strauchlem beglei-det sind/ die an den durchstreifenden Bächlein stehen/und durch die Stime der lieblichen Nachtigal begleitetwerden/ ergötzen sie auch im Frühling das Gehör/ undgeben Seitenw^rts den angenehmestenSpahieraang/dieGeister desMenschen aufzumuntern u.zu bciustiaen.
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