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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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Des Aoeiichen Lanw und Feld-Lebens

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Von den Mägden.

Je Mayerin / weil sie den Kühen und kleinemViehe/samt allem Geflügel zu warten und demgantzen Hause beynebens vorzustehen / allemnicht alles verrichten kan / als muß sie nothwendig mitguten starcken fleißigen Mägden versehen seyn / die ihran die Hand gehen/ ihren Befehl vollziehen/ dem gros-sen und kleinen Viehe zu fressen geben / solches sauberhalten / auf die trächtigen Kühe / auch auf das jungeViehlein schauen / das Melcken/Abnehmen/ Ausrüh-ren/und andere Arbeiten / die ihnen von der Mayerinaufgetragen sind/emsig angreiffen und verfertigen; aufdas Brodbacken und Kochen (wann die Maytt in sol-ches selbst zu verrichten gehindert wird)fich wol verste-hen; das Abwäschen/Spühlen/Auskehren in der Kü-chen und sonst in den Zimmern / Kämmern / StällenundGewölbern täglich verrichten.

Die Mayerin soll auch wol nachsehen / wann sie in iden Wiesen grasen / daß sie fein an den Bachen / unterdem Gesträuche und Stauden / das Gras zusammensuchen/ und nicht zu grosse Fleck in die Wiesen machen/die man zum Winter-Futter bedarff; den Kühen ihreLuder fein abbrennen/und sonderlich im Winter warm

fürgeben / wie auch den Schweinen ihre Trancke/son-derlich auf das Mastviehe wol Acht haben / daß sie es!recht mit Futter und Screu versehen; auch daß ihr ein-!gemachtes Kraut und Rüben Monatlich sauber abge- jputzt werde/ daß sie im Winter fleißig und gut spinnen/!und ihr Garn in rechter Zeit liefern / über dem Spin-!neu nicht schlummern/Aepffel / Birn / Rüben/Moh- jren einschnciden/Federn schleissen/ im Sommer Gän-!ft rupften / die Indianischen Hüner hütenwofernnicht ein eigner Jung dazu bestellet ist; dieLeimvathbleichen / im Waitz grasin / aus dem Habern die Di-stel ausstechen / im Herbst das Kraut abblaten / dasLaub von Reben/ Aeschen und andern Bäumen samn>len und ausdörren/ in dem Kuchengarten jelten undgiesfen/ das abgefallene Obst für die Schweine zusam-men klauben/oderBrandweindaraus brennen/unödie Treber sür die Schweine aufheben/und was der-gleichen fürfallende Hauß - und Feld - Arbeiten mehrsind/ sollen sie es / auf Geheiß der Mayerin / mit allemFleiß und Treuen verrichten/ und also ihren Lohn nicbrmit Müßiggang / sondern mit Eifer und Treu treulichverdienen.

cx?. jx.

Von den Almen oder Alpen / auch von der Weide und

Viehttrifften.

N gebürgigen Orten / wie in der Steyermarck/haben sie grosseGraßreicheBerge/welche sieAl-men (wäre besser Alpen) nennen/darauf sie ihrWehe/ den gantzen Sommer über/weiden / unter der(,'imlvn Unterwalten gibt es Bauren in der Scl'weitz/deren einer zo. oder40. Kühe hält / davon er jährlicheNutzung von 6. biß 800. Reichsthalern aufhebt; unddiinieruz schreibt/ er wisse einen Thal/so sich ein wenigmehr als in 20000. Schritt erstreckte / und an etlichenOrten so enge sev/daß man mit einem Büchsenschußleicht von einemOrt das andere End erreichen kan/undsey doch mit glaubwürdigen Leuten bestärket / daß mandarinnen auf 15200. Stück grosses Viehes halten kan;wie auch sok. )ac. V^sZncr klcö, O. in seinernalur!,ii tteivctis duiiol» bezeuget. Wir wollenuns aber aus den Alpen und mühsamen Gebürgen/lie-ber in die anmuthigere Ebene und schöne Viehweidenbegeben.

Wo man grosse Viehzuchten hat / wie in Unter-Oesterreich/ sonderlich in denen Vierteln / die an Mäh-ren/Böhmen und Ungerland angräntzen/alsOber-und Unter-Mainhartsberg / und Unter-Wienerwald/da wäre nicht möglich / das Vieh allein im Stall / denSommer-über/mit Graß und Futter zu erhalten; hin-gegen imViertel ob Wienerwald/sonderlich wo es anSteyermarck und an das Land ob der Ennß anstösset/da haben osstmal schöne grosse und trächtiae Güter diekleinesten Wirthschafften,mid wo sie 20. StückRind/und 100. Schafhalten können / vermeynen sie gar eingrosses/ behalten die Kühe / den gantzen Sommer-über

in den Stallen / und müssen ihnen die Mayer - Magdedas Gras aus dein Kopf oder in einen kleinen Wagenzurragen und heimführen. Wo aber(wie gesagt) gros-se HecrdenViehe unterhalten werden / da müssen dieWeiden das beste thun / daselbst werden eigene Hirtenbestellet/ die von Georgii an/biß auf Martini das Vie-he aus den Vichtrifften zu halten pflegen; darzu dienendann grosse grasichte ungebalmete Felder/ l^ebürge/Wälder und Auen/ wiewol die m ebenen Orten liegen-de Biehtrifftcn wegen der guten Gelegenheit / den a^dern jurzuzichen.

Und diese sind entweder einem Gut allein zugehörig/oder mit andern gemein. Die ersten sind die bestenund dienet wohl/ wann solche Viehweiden mit Stan-gen und Plancken unterschlagen und abgetheilet wer-z den / damit/wann unter der Zeit das Vieh eines ab-1 frisset/ das andere und dritte Theil wiederum wach-! sen / und also dem Viehe / den gantzen langen Som-mer über / genügsame Weide geben und reichen kön-' ne; da sonst / wann mans unabgesondert in das gantzej offene Feld hinein treibt / sie mehr zertretten und ver-, wüsten / als fressen; sonderlich wann weiches Wetterist.

Diesen Viehhirten soll man offtermals nachspüh-ren lassen/ob sie das Vieh auf rechte gute Weide/undzu rechter Zeit halten / Niemanden in seinen GründenSchaden thun / aufsichtig und wachsam seyen/ bey denWäldern soll man dem Viehe Glocken und Schellenanhencken/damit man die verirrten und verlohrnen de-sto leichter finden könne.

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