Des Adtlichen Lanv- und Zeld-LcbenS
y8 ^^WDWWWW^W
die härterer Complexion sind. Je älter die Pferdesind/je weisser und länger werden ihnen die Zähne/wel-ches wider anderer Thier Natur ist/ so werden ihnenauch die Hacken von Jahr zu Jahr länger.
Es finden sich wol etliche/ (sagt Herr Fugger) diesich unterstehen/ ein Roß bis auf die dreyßig Jahr/ Al-ters halber / zu erkennen / als nemlich an den weissenHaaren über den Augen/Md an den Runtzeln auf denLesstzen ( welches ingleichen Herr äZoNino (Zsiio, einörc !cianischer Edelmann und fleissiger Beschreibet derWirrkschafft-Sachen/vermeynet) so doch ungewiß;man findet auch wohl/die es an der Rieb kennen/das istnicht weniger zweiffelhafftig.
Herr Winter sagt :Die Stutten bekommen nichtalle Hacken-Zähne/sondern nur diejenigen/die sehr hi-tziger Natur sind/ welche aber zur ecncrslivn nicht sotauglich /als die andern/weil sie wenig Füllen bringen/sonsten gleichwol für die atlerarbeitsamsten unddauer-hafftiqsten zu halten sind.
Etliche haben andere Merkzeichen/dabey sie derPferd Alter zu erkennen fürgeben / so zu eines jedenMeynung und Belieben gestellet wird; über 12. Jahrkan kein Pferd eigentlich erkannt seyn / weil osst man-ches altes Pferd so völlig am Leib / frisch am Gemüth/thätig und hurtig im Gehen / dauerhafft in der Arbeit/und jung geschaffen im Ansehen ist/daß mau es viel jün-ger halten würde; hingegen manches(wie sonderlich dieFüllen/so von altenBescheilern/und ausgetragenen bs-ährten Stutten fallen) osst so tiessaugicht/ traurig/rag/ ungewiß auf denSchcnckeln/und wenig mögendenach den Krassten sind/ also/ daß sie von mehrern Jah-ren scheinen/ als sie würcklich haben.
Redet demnach Herr Fuggec die lautere Warhelt/daß er sagt: Er wundere sich/warum doch dieTeutschenihre Pferde/wann sie auf 10/12/ oder ein wenig mehrJahr kommen/ gleich in den Wagen spannen/ oder umeinen Spott verkauffen/damit sie nur aus dem Stallund vom Futter kommen/in dem Alter/darinnen diePferde bey den Ausländern erst in ihren besten Wür-den und Krassten sind/ wann unsere schon ausgedient)aben: Und zweisselt er/weher die Ursach komme/ ob
unser kaltes cnms gegen den Morgen- und Mittag-Landern nicht so MeRoß gebe/oder ob sie so gut nichtgewartet sind/oder ob sie gar zu frühe zur Arbeit an-getrieben / und also die noch zarten und weichen Glied-massen mehr geschwächet als befestiget werden: Zwardiese zwey letzten hielte ich für die warhastigsteUrsachen;dennwas das ciima betrifft/ ist es nicht allein nochziemlich temperirt/ sondern eS leben auch die Leute bey! uns gleich so lang und so gesund/(wo nicht besser) als! in Orient und andern heissen Mittags-Ländern; was! aber die Wartung anlangt / ist freylich zu beklagen/daß sie bey uns nicht besser beobachtet wird/noch mehrl aber ist zu bedauren/ daß man ein Pferd / wann es das^ dritte Jahr erreicht hat/schon reutet/ einspannt/ strap-pazirt und zu Boden deckt/ aufs wenigste die Schen-; ckel voller Gallen/ Spaten/ Überbein/ Krümme/den'' Leib aber in Mattigkeit und ungesund in Lastern er-füllet/und also das Pferd bald zu Boden richtet; in-sonderkeit/weil der meiste Theil auch noch grob undungestümm mit umgehet / das Maul verderbt / denKopfs unstät/ d"n Gang stetig/und die Schenckel lahm
macht. Und ob man bey andern Nationen gleich diePferd mit vierdthalb oder vier Jahren rittig machet/werden sie doch nicht also /wie bey uns / auf weite Rei-sen gebraucht/und nicht so lange Tagreisen damit ver-richtet/ sondern nurzumSpahieren-Reiten/zum Lust/damit die noch schwachen Knochen sich desto besser ver-stärken/ auch hernach desto länger und standhafftigerdauren können.
Die Roßtäuscher und betrogene Schmiede pfle-gen osst den alten und gantz ausgeebneten Pferden einschwartzes Zeichen an den äussersten vordem Zähnenzu brennen oderzuetzen; solche sind jedoch vonden na-türlichen leicht zu unterscheiden/weil das natürliche wiedas Ziffer;/ das falsche aber gemeiniglich rund / dasnatürliche recht schwartz/das falsche aber viel bleicherist; so sind auch an den falschen die andernZähne weiser/länger und schmäleren den rechten jungen Pferden aber die Zähne breiter/ körtzer und gelblichter/ undnicht so glatt / und bleiben die schwartze Zeichen bisichier in das siebende Jahr an allen andern vorder»Zähnen/doch einem vergehen sie eher/dem andern langsamer.
Lrittotelc» giebt der Pferd Alter/ theils I8/2S/25 / zo. und z 5. theils auch 40. und so. Jahr/ doch seyihr gemeines Alter von 25.bis zs.Jahr. Die Stutteleben länger als dieHengste; und dieHengste oderVollroß länger/ als die Wallachen / oder Geschnittenen
Lczusm acj annos 6s. vixillcprociicijt HriÜotclez spucLsrclanum c!e 8ubtilitalc üb. iv.'jzgZ. ZcoLiov. Lsttilia cji (Zalibcrto ncll (!zvsl!c) 6i kianczKio psrte
csp. 8. giebt dieses Zeichen/ein altes Roß zu erkennen/mit folgenden aus dem Welschen verteutschten Worten: Nimm mit zweyenFingern die Haut von dem Backen des Pserdes/ziche es ein wenig an dich/ laß es wie-der nach/ wann es stracks wieder an sein Ort fällt / soist es noch nicht gar alt / und kan noch etliche Jährleindauren/und elwan nur zehen odereilff Jahr alt seyn.Wann aber diese Haut / wie sie heraus gezogen wird/a lso lang bleibet/und sich nicht bald wieder an d asBeinanlegt/ so ist es stein-alt/ mag auf 16. und wehr Jahrgehalten werden.
Und ich habe selbst ein paar Böhmischer Hengst inBöhmen zu Risenberg gesehen/ die im Schloß daselbstalleTageim laiten/Wasser auf selbigesSchloß geführt/da sie von dem einen vermeldet/ daß es schon über die40. Jahr/ und das andere nicht viel jünger/ diesenDienst verrichtet hatten ; und als zum Aufbruch dieQuartier-Gelder nicht haben können gelegt werden/,hat der daselbst liegende Hauptmann vom Colloredi-schenRegiment/HerrLeonhard Wolffvon Tottenewart/aus Regenspurg gebürtig/diese zwey Pferd/weitsie noch frisch undmuchig schienen / an statt baar Geldangenommen; darüber wir ^nnv i6;z. die Oms>s.znc verrichtet/als der General-Feld'Marschall Noik,in Meisten eingefallen/ Zwickau erobert / und LeipzigmitAeeord eingenommen/haben diese zwey Pferd/ ne-ben noch andern zweyen/nicht allein besagten Haupt-manns wohlbeladenenRüstwagen/den bösen/ steinich-ten / gebürgichten Weeg auf Schwartzenberg undSchneeberg-zu/bis nach Zwickau / Altenburg / undLeipzig/wol fortgebracht/sondern auch den Zuruckwegnach Eger-zu/stattlich gedauret / und noch dabey ssfrisch geblieben/ daß sie/ wann sie Stutten vermerckt/
gewütet