Siebendes Buch / Ackerbau.
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LIX.
Vom Krasst-Mkhl.
Rafft-Mehl zu machen; NimmNaitzen/ soviel du wilt/thue den in frisches kaltes Was-ser/ laß ihn darinnen liegen / rühre solches desTages offtermals um / gieß alle Tage einmal frischesWasser darüber; nach dem fünfften Tag seihe dasWasser rein ab/und gemählich/ damit nicht etwa dieKleyen mitgehen/das letzte abgegossene Wasser hebauf in einen saubern Geschirr / den Waitzen aberstoß wol/ und streich ihn durch ein Tuch/oder häre-nes Sieb/ misch allzeit bemeldtes aufgehebtes Was-sers ein wenig darzu / daß es desto lieber durchgehe;das durchgestrichene setze an die Sonne/daß es trockenwerde. Man soll aber dazu vornehmlich einen jun-gen heurigen Waitzen nehmen/der erst drey Monathalt/sauber und vollkommen/ nicht brandicht oder ver-schrumpfft ist.
Etliche befeuchten ihn nur des Tages fünffmahl/auch zur Nacht einmahl; wann er dann gar wol weichworden/ so schütten sie das Wasser fein sittsam herab/daß nicht etwas gutes zugleich mit abgegossen werde/knetlen und stampffen alsdann den Waitzen mit rein-gewaschenen saubernFüssen gar wol/und bereitens/wiegemeldet.
Die Kleyen/so am Tretten obenaufschwimmen/nimmt man mit einem Sieb oder Sieb-Loffel sauberherab; es muß aber das Krafft-Mehl / oder wie mansin Oesterreich heisset/dieStarcke/bald «n warmer heiß-scheinender Sonnen getrocknet werden/ denn so es einwenig zu lang feucht bleibet/ erfauret es.
Zur Artzney muß man nur dasjenige nehmen/was noch frisch/neu / weiß und glatt ist; seine Eigen-schafft ist/ daß es mildert/ lindert/ stopffet / trocknetund kühlet/ doch mit einem Temperament / wird sowol in der Kuchen/als in der Artzney / zu vielen Ge-
bresten des Leibes/ inwendig und auswendig / nüklichgebraucht.
Mit Mandel-Milch zu einem Müeslein gekocht/und offtgebraucht/ftillt es die röche Ruhr/ und derglei-chen Bauch-Flüsse/giebet zugleich gute Nahrunq.Da-voneinSüpplein bereitet/ ist denen gut / die Blutspeyen; das Krafft-Mehl mir Geisten-Mch! und Zu-cker vermengt/ ist eine gute Speise denen / die von derHusten gequakt sind.
Den Schwindsüchtigen/und denen/die mit einemdergleichen Fieber behafftet sind/soll man ein Müeslein!von Krafft-Mehl und wolgesottener Gersten-Brüheohne Butter bereiten / das ist ihnen nicht allein eine gu-te Speise/sondern auch eine heilsame Artzney.
Wider die .Heiserkeit/ rauhe Kehl und Brust / sovon scharffen Flüssen herrühret / mache ein Müesleinvon Krafft-Meel mit frifch-gemolckener Milch / und ei-nem Löffel vollHömg/laß es wol sieden/und gibs warmzu essen/ es HM.
Wider die Gefchwär der Lungen und das Eyter-auswerffen: Nimm Krafft-Mehl gepulvert vier Loth/des Schleims von wolgesottener Koch-Gersten achtLoth/ junge Hüner- und junge Hanen-Brühe / so vieles genug ist/sied es wol miteinander zu einem Mües,lein/ und giebs dem Krancken täglich zu essen / nährettrefflich / und ist dabey eine herrliche Artzney. Istauch sonst zu vielen innerlichen undausserlichen Scha-den dienlich / wie bey dem durch v. tticrommumöaukinum Hnno 1664. verbesserten l'atzeknsemon»tanonach der Lang zusehen. Ohne daß es die Weibs-bilder/ zu Starckuuq ihres subtilen Schleyers / Cam-mer-Leinwath und Bezeuge / insgemein zu brauchenpflegen.
dX.
Bon Conccnrrirung des Korns.
Ohann Rudolph Glauber in seinem Tractät-lein/inlituiirt/Trost der Seefahrenden / setztdieses Mittel/ so aufdenen Schiffahrten hoch-nützlich zu seyn/von ihm gerühmet wird/ daß es fürHunger und Durst solle bequemlich sehn / mit folgen-den Worten: Man machet aus Rocken/Haber/Wai-tzen/Gersten/oder welchem Korn man will/ein Maltz/wie solches in dem Bierbrauen gebräuchlich/ und ko-chet oder ziehet den besten Safft daraus / gleich alswann Bier daraus soite gemacht werden / und kochetdiesen kxttsZ in breiten und niedern Pfannen / oderkupffernen Kesseln fein langsam/zu einer Hönigdicke;die Trebern oder Hülsen / davon dieser Safft genom-men ist/ wird dem Vieh gegeben/ der Safft aber kanfüglich über See verführt/und wann man will/mit Zu-thun eines Hopffen-Wassers / zu Bier gemacht wer-den/und da gemeiniglich acyt TonnenKorn eineTonneSafftgeben/undeine Tonne Korn gibt insgemein an-
II Theil.
derthalbe und wol zwo Tonnen Biers/so kan eine Ton-ne Safft auch aufs wenigste 8/10/ 12 /oder mehr Tonnen Bier geben;das rechteBier kan unterwegens leichtverderben und sauer werden / dahingegen der Safft/wann er vor dem Lusst verwahret wird/gut bleibt. Disist ein Vortheil/ weil man zu allen Zeiten aus diesemSafft frisches Bier kaben kan.
Der andere Nutzen ist/daß man diesen Safft vor-her dabeim mit gutem Rocken-Mehl/an statt Wassersgebrauche / und ein kräfftig Brod daraus backe / wel-ches Brod auf den Schiffen weit krafftiger ist/ alsdas gemeine Brod/das auch die Krancken laben underquicken kan ; wann man mit dem dicken Kornsafftein fein gesiebt Mehl von gutem Maltz gemacht / zu-menget/ und Brod daraus backt / solches nach demBacken voneinander schneidet/und Noch einmahl in denOfen schiebet/ daß es gcmtz dürr und trocken wird/ als-dann in Kisten und Fässern vor dem Lufft bewahr et/
*Q unv