Siebendes Buch / Ackerbau.
evil.
Vom Mahensaamen-5eiwOel /und Flachsdotter-
auch mwern Oelen»
AsMahen-Oel/ (l'absrnTmontZnuz schrei-bet) wird auf dreyerley absonderliche Weisezugerichtet: Erstlich/wird es ausgepressr vondem geröstetcnSaamen/und dieses ist an Krafft dasgeringste.
Das andere/so viel starcker ist/wird von den Blu-men aufsolche Weise bereitet: Nimm frische Blumenvon Mahensaamen sechs Loth/ zerstoß sie wol zu einemMueß/thue sie in ein GlaS/gieß ein halb Pfund / undeinen halben Vierding Baum-Oel darüber/stells andie Sonne / laß es also etliche Tage baitzen/denn setz esin doppelten Geschirr mit Wasser über/ laßes gemäch-lich sieden/drucks durch einTuch; nimm hernach wiederandere frischeMahensaamen-Blumen/verfahre wie vo;damit/und das thue drey- oder viermal.
Das dritte ist am gebräuchlichsten: Nimm grüneunzeitige Mahensaamen-Knöpffmit dem Saamen/derBlatttr und Blumen ven Mahensaamen jedes zweyLoth/zerstoßes wol/gieß darüberzehen Loth frischesund wolgewaschenes Baumöl/stell es an die Sonnen/und sitds in doppeltem Geschirr/imWasser/ wie vorge-meldt/und »erandere zum dritten- oder vierdtenmal dieKnöpffe/ Taamen/ Kraut und Blumen; solches Oelbringt denSchlaffwieder/löschet alleEntzündungeninhitzigen Fiebern/mildert den heffrigen Hauptwehe/stil-let die bösen von dem Magen ins Haupt steigendeDämpsse/ kühlet und befeuchtiget. Es sollen aberHaupt/Schlaffe/Stirn undNaslöcher wol damit be-strichen werden.
Aus den Sein-Saamen wird ein Oel gepresst/ wel-ches zu vielen Sachen/so wol zu Lampen/(da dann/nach^uzukinci <Zz»o Zeugniß / neun Untzen so lang daue-ren als zwölssUntzen Baumöl) als auch m der Artz-ney genützet wird; distillirt wird es inwendig in demLeib für die Collca und Davmgicht/ neben andern In-Zr-ckcntien/gebravcht/vettreibt dieFlecken und Mhleder Haut.
DißOel/sagt i'zbcl'NTmontanus, ist eine son-dere gute Artzney wider das Stechen oder Seiten-Gcschwär/und wider den schweren Athem / warm ge-truncken ; es muß aber frisch und neu seyn / denn dasalte hitzet und macht Unwillen; diß Oel dienet auchwider den Stein und Lenden-Wehe.Aeusserlich wirdsgebraucht wider den Krampff / starrende Glieder/und wider den Gebrechen des Afftern / als Ge-schwulst der güldenenen Ader/Feigblattern/ Schrun-den/und dergleichen Schmertzeu/ es erweichet auch dieMutter.
In Polen und an etlichen Orten / werden mitdem Lein-Oel die Speisen gekocht/ hat aber einen wi-derwärtigen GeschmackIch Habs g esehen / d«ß siedas Lein-Oel aufs Brod/wie Honig oder Butter / ge-chmiert/ und also gessen / welches vielleicht mehr ge-und/alswvlschmackend ist.Gevonheit aber ist^inc an->ere Natur.
- Lem-Oel zuzurichten/ daß es weiß werde. Nimm
Wögedrehete Büchsen von Eichenkoltz/ setz eine in
die andere/ thue sie zn einen warmen Ofen / und dasLein-Oel gieß in die oberste Büchsen / daß es durch dieandern lauste in ein untergesetztes Geschirr / so wird eSweiß. Oder nimm ein Pfund Lein-Oel/thue einen hal-ben VierdingRebaschen darein/und ein halbes SeidelLaugen/laßeine Stund-lang sieden/ laß es sich wieder! setzen/ gieß es von den ?ecibu, herab / und laß an derSonnen ein Viertel Stund stehen. Zum Vernißaber wird des Lein-Oels eilte halbe Maaß mir einer! halben Maaß Wasser in einer Flaschen/ an den Son-nenschein gestellt/so wirdsjähe wie Verniß / und ver- >liertdie Farbe nicht.
Das Flachsdotter-Oel wird auch von dem Saa-men dieses Krauts gemacht / heisset in denen Apothe-cken oicum äe 8cl-,mo, wird gebraucht / wenn derSchlund oder Kehl rauh und scharff sind/ solche wie^der zu lindern und zu befeuchten/macht eine helle/ rei-ne und klare Stimme: äusserlich gebraucht / hak esdie Wirckung zu erweichen/ zu sänfftigcn/ und zeitig zumachen.
Man kan aus allerhand Saamen Oel pressen/sen-^ derlich auch aus dem Capus- oder Kohlkraut - Saa-menErstlich/ müssen die Saamen von aller Unsauber,!keit gereinigt seyn/ und werden auf den Oel-Mühlengemahlen oder gestämpsst; oder hat man wenig Saa-! men/mag man den meinem Mörsel wohl zerstoffen/und wann er wchl geflossen ist/kan man auf ein jedesPfund Saawens ein Untzen Wassers oder guten »ier-digen Wein giessen/ und wieder flössen/biß alles wohlgemengt ist; hernach thut mans in eine etzerne «derküpfferne Pfanne/ mach» über einer Glut heiß/ undrührtsentzwischen immerzu/so lang mandi« Handnicht mehr darinnen leiden kan/dann thut mcms in einSäcklein von starcker dichter hänssenen Leinwath ge-macht/ »erbindet es/legts in eine Preß/ und zwingt dasOel heraus. Das Oel aus dem Cabus-Saamen istwarm und windichter Eigenschafft/dienet denen Kizi-cii». macht wel däusn; die Waffen damit eingesalbt/erhält sie vor Rost.
Das Rettich-SaamewOel ist auch dienlich zumVerdäucn/ treibt die Wind aus dem Magen/und »er-treibt den Stein aus Nieren und Blasen.
Kas Senff-Saamen-Oel ist ebenfalls zu allemdiesem gut/macht wol harnen / befördert den Frsmenihre Zeit/ den Leib und dienenden damit gesalbt / auchdie Mutter. Eingenommen / vertreibt es das Selten,Wehe/und reinigt die Mutter.
Kütten-Kern-Oelist fürtrefflich bewährt / für al-lerhand böse Zustände des Magens / siärcket densel-ben/treibet dieWindeaus/und befördert die Dauung/starcket die Natur / und macht guten Lust zum Essen/dienet auch wol für die güldene Ader / und zu an«dern Fisteln. Also kan man aus Krantwetbeeren/Nüssen/Mandeln/ Zirbelnüßlein/Eicheln/ Wein-beerkörnlein/und dergleichen/gute und m der Artzney
nützliche Oele machen. Wer mehr davon wissen will ,—^