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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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Des Adelichen Land-und Feld-LebenS.

Gersten mit Mandel-Milch zu einem Müslein ge-sotten/ und mit ein wenig Zucker-Penidisüß gemacht /ist eine heilsam« Speis und Artzney (wie labern»,montsnus lehret ) in dem Seitenstechen / Brustge-schwer/Lungensucht/und allen hitzigen Gebrechen derBrust und der Lungen.

Grauppen zu machen/ nimm zwey Scheffel Ger-sten/ netze sie ohngefährlich mit einem Stübichen Was-ser/ in dem Stampff/ wann sie naß ist/ so stampffe sie solang biß du siehest/ daß die Hülsen abgehet/ darnachschwinge die Hülsen in einer Wannen ab / wann dißgeschehen/so thue die Gersten wieder in den Stampff-Trog/ und menge darunter etwas waitzene Kleyen /stampff es wiederum eine gute Stunde/ darnach laß esdurch ein Sieb lauffen/ so sindsie fertig

Gerstenbrühelein mit wolgebeuteltem Gerstenmehl/ohneButter /Schmaltz undOel bereitet/und gar weniggesaltzen/ dienet wider dieGeschwar des Magens; mitfrischer Milch aber ein Brühlein von reinem Gersien-Mehl gesotten und zimlich gesaltzen/ dient wider dieGeschwär derNieren undBlasen/und wider alle inner-liche Geschwär.

So ein Pferd anfangt zu husten/so nim zwey Hand-voll Gersten-Mehl/ Bohnen-undWicken-Mehl/jedeseine Hand-voll/zertreibs in lauem Wasser / und giebödem Pferde zu trincken. Wer mehr von der GerstenNutzbarkeit zu wissen verlangt/ der besehe den von v.Olp. ksukino vermehrten ^sbcrnXmonlanum, dawird er genug finden.

Der geneuete Hirßbrey ist ein starckes sattsameö

Essen / und wiewol er harter Däuung ist/ giebt er dochdenen arbeitsamen Leuten gute Nahrung / daher erfür das Gesind sehr wohl und ergäbig zu brauchen/auchfür die Tagwercker und Robather; ist sonst kalt undtrockner Eigenschafft / stopffet den Leib / ist kalt/ im er-sten/und trocken im dritten Grad / doch mit einer sub-tilen Subttan?. Hirsbrey mit Milch oder Fleischbrühegekocht und wol gesotten/ist fast dienlich den Säugen-den /die wässerige Milch haben / es macht die Milchgut und dick. ^

Hntonius, (Zusincrus,ein berühmter Artzt/schreibtin durü I'cnisnze von einem Tranck / den der heiligeÄmbrosiusgemacht und gebraucht / und zu Maylandvielen Leuten solle geholffen/ und das dreytägiqe Fiebervertrieben haben/der wird also zugerichtet: Nimm ge-schälten oder geneuten Hirsen ein Pfund / seud den indrey Pfund Wasser/ biß der Hirsen aufbrecke/und dasWaffe? färbe/von diesem durch-gesiegenen Tranck solldu einen zimlichen Trunck thun/an demTagwann dichdas Fieber geschüttelt hat/und sich dieHitz schier endenund nachlassen will/daraufsolt du dich wol decken undschwitzen.

Und wiewol der Hirs unter die Bauren-Speisengezehlt wird/ hält man doch den so genanten Wach-telbrey nicht minder für ein Herren-Essen / wann ermit abgeflossenen Mandeln/ süsser Milch und Zucker /gleich einem Reise / gekocht / und mit fetten gebratenenWachteln oben belegt wird. Wer mehr davon zuwissen verlangt/besehe vorangezogenenisbernTmo.tanum.

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Rom Haber-Grieß / Haberkor» und Heiden..

^lcnm will / der Haber sey in der Speise war,mer/undin der Artzney kalter Eigenschafft/ errcN,inZirl undsiopfftdcnLeib /,st «der beeder-seits nützlich zugebrauchen; wird nicht allein von ge-meinen Leuten zur Speise/sondern auch auf vornehmerLeute und grosser Herren Tafeln aufgesetzt und genos-sen ; man hat auch aus Erfahrung/ daß die Kinder/ dievon Haber-Grieß oder Kern gespeiset sind/ sehr starckund wol gefärbt davon werden/ und daß sonderlich diegemeine Engellander theils ihre Kinder allein mit Ha-bern speisen/ und ihnen Morgens und Abends zur Ra-rung einen guten dünnen Haberbrey machen/ darein sieBrosamen vonRocken-Brod einribeln/und damit dickmachen/mit diesem müssen sie sich Morgens undAbendssättigen/ davon sie dann so schön und ftarck werden/wieMilch und Blut gefärbet/ daß sich auch der gelehrteMannv. (Zuiiicimus i'urncrusdarüber verwundernmüssen / welcher ftine Kinder ebenmäßig mit solcherSpeise erzogen/und dem Habern deswegen ein beson;der Preiß und Lob zugeschrieben/auch denselben mehrals zuvor in sondern Würden gehalten/wie Indern«-momsnus bezeuget.

Die Hader--Speise dienet insgemein für alle hitzi-ge Haubtwehen/ ingleichen zu allen Kranckheiten desHaubtSund der Augen/die vonHitz entspringen/ de-

nen Schwindelsüchtigen und Hirnwütigen / auch denen parai/licis, bekommt wol den Hustenden / unddie Aposteme und Seitenwehe haben / wie auch de-nen Leber-und Miltzsichtigen / und den jenigen / somit der T'ertiZnü oder (^usrtank behafitet sind ; istweiters gut für die Harnwinde / für die Haiferkeit 'und alles Gebrechen der Brust/so von der Hitze herkommen/ fürs Eyter-auswerffen/ undist(wie offter-meldter ^ sbern-montanus schreibet) eine gebenedeye-te Speise und Ärtzney in allen hitzigen undpestilentzi-schen Fiebern/dienet überdiß aus-und inwendig zu al-lerhand Kranckheiten/ wie daselbst weitläuffig zu fin-dmund zu lesen ist.

Der Heiden wird zur Speise gedörtt/ und aufdenSrämpffen seiner Balge beraubet/ oder auf derMühlgeschrotten; ist für das Gesind eine gute ergäbige Spei-se/wird leicht verdäuet/ setztsichbald / und macht einzimlich gutes Geblüte/ gehört auch in eineWirthschafftim Vorrath/weil man durch Abwechslung der Spei-sen/ desto besser fortkommen kan. Es ist der gememeungeneuete Heiden eine gute Mästung / so wol für dasRindvieh als die Schweine/ und macht die Hüner ü-ber die massen feist und leidig/ wann man ihnen denselben allein zu essen gibt.