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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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111
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Siebendes Buch / Ackerbau.

in

c^?. xcvm.

Wie dem sauren Bier zu helssen.

^'tteopkrsttuz karsceifu, sagt/ das Negel'Oel^ seye des Biers Erhaltung / wann man dessen etli-che Tropffen hinein schüttet/je in ein Maß Bierzwey oder drey Tröpfflein/ und aus einem Gefäß msandere etlichmal hin und wieder abgießet / daß es sichwohl miteinander vereinige/und hernach das Bier fül»let/ solches behalte das Bier für die Säure.

Einige hangen Pfersing-Laub ins Bier/welchesdasselbefrisch erhalt/und nicht sauerwerden lasset/trei-bet auch zugleich den Urin und Würme fort.

"l'abernXmunt^nuz toi. Z7. sagt: Wann ein Bierwill sauer werden / so brenne Beyfuß mit aller seiner8udst-mtz zu Aschen/ nimm davon ein Hand-voll/undsovielBuchenholtz-Aschen / vermisch mit Bier alleswohl/schütt es in ein Fuder Bier/ rührs mit einemlöcherichten Stecken durcheinander/ darnach laß esruhen und sich setzen/ so wird es lieblich/ wolgeschmack/und lustig zu trmcken

Das Bier/so im Mertzen gebrauet worden / wirdnicht leichtlich sauer/doch soll/weil es im Faß noch gie-ret/sauber aufgedörrter und gepulverter Hopffen hin-ein gesträuetwerden/aufeineTonnenBier ist genug einQuart Hopffen/andere thunGalgant undLorbeer dar-ein/und ziehen es im Sommer vom Läger ab. Wanndas Bier matt Wird / soNilNMli.aöicc:m!ri6i8,Jng-ber und Muscatnuß/und Hangs hinein/grab auch (.'ar-öuibcneckÄi. Wurtzen im Mayen; man will gar sa-?gen/wie p. I'/Itcowik/P. 2)8. clc reazrank meldet/es soll aus dieftm Bier kein Eßig werden können. DieSäuren des Biers verhindert auch/so einBüschelErd--beerblühe hinein gethan wird.

EinBier wird sauer mancheSmalimBierhaus aufden Trebern/durchVerwahrlosung/ossr im Sommer/wann man nicht gute frische Keller hat/wann mans mitder Wartung nicht recht halt / oder wann es aus Re-gen-Wasser ist gebrauet n orden. Ein sauer Bier wie-der gut zu machen/nimm ein frisches Ey/stich mit einerstarcken Nadel ringsherum kleine Löchlein darein / leggescheite Lorbeer darzu/ auch ein wenig Hopffen / undGersten-Körner/thueo zusamm in ein Säcklein/Hangezum Spunt-Loch hinein / so wirds gut. Damit dasBier nicht sauer werde/soll man Bronnenkreß hineinthun/ oderein frisch-gelegtes Ey / aber alle drey Tagdas alte heraus/ und wiederum ein neues an dieStat;Man pfleget auch Eyer- Schalen / Krebs - Schalen/Muschel-Schalen/Schnecken-Häuser/Scherben voneinem neuen unterglasurten TopH/und Ziegelstein indas Bier zu legen/welche alle die Säure an sich ziehen/uud das Bier wieder füsse und lieblich machen.

Wann das Bier sauer und schlecht wird / so nimmzwey oder dreyHand-voll gemahlenesMaltz in einton-nen Bier/vermisch es wohl/daß es wieder giere. Anderethun zu dem schwachen Bier ein kräfftigers und stär-ckers/und lassen es von neuem tsrmcmirel^

Eine Edelfrau in Engelland hat allezeit eine Hand-voll Haber-Mehl in ein jedes Bier-Faß geschüttet/da-von ist das Bier langwürig/gerecht und gut verblieben.Man soll auch dasFaß/wann es auf die Helsste teer ist/

so hoch man kan/heben/so wird das Bier bis aufs La-ger gut bleiben.

Daferne ein Bier wäre sauer worden / nimm Ha-bern mir dem Stroh/wann er in der Gilben ist/ macheBüschlein daraus/und hängs ins Bier/ so stossc es wie-der auf/ wie ein jung Bier / wann es sich gescht hat/und ist wieder gerecht. Hänge in einem SäcklemViolen-Murtzelin das Faß/oder geflossene Negelein/und zerschnittene dörre Lorbeer/jedes gleich viel/in einem Sacklein in das Bier gehängt/ bringet dem Biereinen lieblichen Geruch und Geschmack.

Item/ nimm zween Theil Waitzen / ein wenig ge-weicht und wieder gerrocknet/daß er sich zezdrucken ode!stossen lässr/doch nur so weit/biß er aufbricht/ und aus-erlesener Wacholderbeer auch emen Theil / wohl zer-druckt/thue es ins Bier/rührs wohl durcheinander/unlaß stehen/ biß es sich setzt/und das Bier die Süßigkeitdes Waitzens und der Wacholderbeer an sich gezogen

zöge

hat/es wird davon wieder wolgeschmack und zum Theil

Weinlicht/wanns lang liegt.Jst aber ein Faß so groß/daß dieses Mittel nicht so bald möcht ausgeben / alsdann ziehe das Bier ab in kleinere / mittlere Fäßlein/thue die Hefen heraus/ thue darunter den zerdrücktenWaitzen undKranwetbeer/rübrs wohl durcheinanderund laßes also einen Tag und Nackt verdeckt stehen/theils darnach aut^nach der Faßlein Grösse/rührswol/und laß es stehen/das Bier wird gut / Wohlgeschmackund Weinlicht.

Etliche nehmen ein Faß / da Beer-Wein oderMost aufgelegen hat / lassen so bald es ausgezäpsstworden / von Stund-an jung Bier darauffüllen/und darum verjähren / so bekommt solch Bier einenlieblichen Wein-Geschmack/wird schön lauter und gargut zu lrincken.

Item/nimm zu einem jeden Eymer ein ViertelsPfund Cöllnischer Kreiden/und eine Hand-vollSaltz/beyde klein gestosscn/durcheinander gemischt/und in ei-nereisernen Pfann / oder neuen glasirren Hafen oderKrug verlutirt/in einem Back-Ofen wohl gluend ge-brannt / darnach wieder klein gestossen / ein frischesBronnen-Wasser daran/ und aus einem Geschirr indas ander / etlichemal hin und wieder gegessen/ dar-nach in das saure Bier gethan/wohl durcheinander ge-rührt/ und stehen lassen/ das giebt dem Bier den erstenguten Geschmack wieder; es bleibt aber nicht lang/ de,rowegen ists auszuschencken/ oder zu verkauffen/so baldes sich gesetzt hat.

Diß folgende Recept aber ist noch viel besser: Seud/nach Grösse des Fasses / einen Metzen zween oder dreydes besten Hopffens in einem saubern Kessel mit Was-ser oder B«er/ so lang/biß die Krafft des Hopssens her-aus gesogen/seihe und druck das Wasser oder Bier ausdem Hopffen wo! aus/und vermisch darunter Wachol-der/Lorbeer und Saltz (davon oben gedacht worden)gepulvert/laß es abkühlen/ und laß so viel Bier aus je-dem Faß/ als viel du des Hopffen-Wasscrs darein fül-len wilt;gieß es folgends m das Faß/ ruhrs wohl/undverspünt es/laß also etliche Tage liegen / so wird das