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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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IIO

Des Adelichen Land-und Feld-Lebens.

ichüssel-vol!/ und Salh den dritten Theil / und desSelschen Kümmels drey Hand-voll/ unter den Hopf-fenmversieden.

Etliche schütten / neben den Kranwetbeeren undSaltz/auch ein Stück des schön-geiäuterten/doch nichtverbrennten Pechs/2.Faust-Hroß/hinein/und lassen es/wie gedacht/ neben dem Hopsten versieden/ von wegendes bessern Gests / den das Bier also länger behalten'oll/ besser aber ists /man thue / wie schon gemeldt/ denWelschenKümmel darjU /dmn dieErschwnZLibt/daß

solches dem Bier einen lieblichen Geschmack verursacht''Ohne diese Hülffe / dem Bier eine gute Färb undlangbleibenden Gest zu machen/ ist nichts bessers alsdas Maltz aufs beste/ fieissigste/ und kuhleste ausge-bracht/unddem Vier eine zimliche starcke Würtz ge-lassen/so beHalts dm Gest desto langer / da hingegendie geringen und wasserigen Bier solches nicht thun.Andere nehmen frische WaitzeN-Aehren / thun sie indas Bier / und stopffen das Faß feste zu mit frischem'Hopffen,

XLVI.

Ein Bier zu läutern/ wann es trüb wird.

Ann einBier vom Führen trübe wvrden ist/sonim ein Handwoll gebranntes Saltzes/wirffsinsWas^r/und laß eszezgehenMütte hernachdieses Wassers ein Seidel oder zwey ins Fsß/ und laßes über Nachtruhen / oderwirffein Hand «"voll reinenSand darein/so wird es sich schön auslautern/ist auchgut/wann es ein-oder zweymal in andere Fässer abge-zogen wird; item/ wann das Bier verlieret/ gießBrandwein hinein/ so vieldu wilt / wird nicht alleinschön und lauter / sondern auch stärcker werden.

v. Crato in seinen Episteln gedencket / daß wannman Kreyden in ein ungeschmackes und trübes Bier le-get/verbessert sich die Färb und der Geschmack.

Item/ Aschen von Lindenholtz durch ein Siebge-läutert/und in ein gantzes Faß / so viel als in ein Aecht«ring Kannen gehet/ hinein gethan / wird des andernTages so hell und gut/als käme es eist von dex Bräu-pfann.

Item / nimm Buchen-Aschen / so viel Hände - vollals Eymer Bier siud/ thue es ins Gier / undwaltz«

das Faß herum/thue hernach ein g«teHand-voll Saltzhinein/und wann du es wol gewältzet hast / laß es ru-henvier Tage/ biß es sich wol geläutert hat/ denn spüntes auf.

Ztem / hange Brombeer-Laub an einem Faden indas Bier/so wird es bald schön und klar ; item/ nimmGalgant/zerstoß ihn/und henck ihn ins Faß; ilemRau-ten/ und halb so viel Körner aus denTannzapffen ge-rieben/ thus mein Säcklein/ und hängs also hinein /daß es in der Mitten hange / laß es etliche Tage hän-gen/das bringt dem Bier seine Farbe wieder; man kan,auchivolBeysuß/ schönen Waitzen undWeprauchdann thun.

Item/ nimm zu einem Faß Bier einen Becher vollKühmilch/ und so viel Wmtzenkörner/ weiche und sto ßsievor / thue die Haut davon / n5asche sie in einem sau?bern Wasser/ thus alsdann unter die Milch/ gieß es i ndas Faß/ und rühr das Bier wol um / verspünts / in14. Tag/ wird es lauter/ die Milch gibt die Farb/ulidder Waitz den Geschmack.

'c>?.xcvli.

Wann das Bier nach dem Faß schmückt.

Ach ein Bündlein von Waitzen-Aehren/ henckesolche in das Faß/ das Bier wird wieder wol-geschmackzutrincken; das beste hierinnen ist/ sobald man dieses in acht nimmt/und spühret/daßesvomFaß herkomme/daßmansalsobald in einsauberswol«verpicht und wolriechendes Faß ablasse/und etwas vongutem Gewürtz hinein hänge.

Item/nimm Rheinsarren/ Wacholderbeer/ Hei-ligen Geistes-Wurtzel/Bemdieten-Wurtzen / eines soviel als des andern/ und vier frische hark-gesottene/ abernicht geschälte Eyer/Hängs alles mit einander ins Bier-Faß/das benimmt ihm den Übeln/ und gibt einen lieb-chen Geschmack.

Item/nimm ein gute Hand-voll Hopffen/ und dreyEyer/zuvor wol zerkiopsst / mit gutemBier durcheinan-der vermischt/und in ein gantzes Fuder Biers gethan/es hilfst.

Etliche nehmen Muscatnuß und Muscatblühe/ auchZitwer und Negelein/ jedes gleich / nach Gelegenheitund Grösse des Fasses / alles klein zerschnitten / und ineinem Büschlein ins Bier gehenckt/ das vertreibt denbösen unangenemen Geschmack.

Item/ nimm Lindenlaub/ Nußlaub/ Beyfuß/ einesso viel als des andern / Bertram/ Wermuth und Ce n,tauer / jedes halb so vie!;item/etliche frische Lorbeer kle inzerschnitten/ diese Stück alle gedörn/und/nach GrWdes Fasses/ in einem saubern Säcklein in das Bier g e-henckt/ und das Faß wol verspüntet/ gibt dem Bier ei-nen lieblichen Geschmack.

Item/nimm warmGersten-Brod/ das erst aus demBa ckofen heraus komen/brichs von elnander legs aufdenSpunt/und das thue so offt/biß der übleGeschmackvergangen ist; wann aber der döse Geschmack vom F c,ßherrührt/muß düs Bier vorher abgezogen seyn.

Man muß auch in Obacht halten / daß die Vierfä s-ser/ wann man sie ausdie Ganter legt/nichtgarzu nahean die Kellermauer ankommen / denn weil sie damichtund feucht ist/ kan ein Faß bald davon anlauffen / un ddas Bier einen bösen Geschmack überkommen.

Item/nimm heisse Semmeln aus dem Backofen /hänge sie indasstinckende Bier meinem Sacklein/dasthue einen Tag drey-sder viermal / es zieht alles stin-kende Wesen an sich ; item / hänge darein ein halbPfund Benedicten-Wurtzen und wilden Salbey.