-und Zeld-Lebenö
c x ?. xcn.
Bon Eigenschasst der Wasser.
Eil ihrer viel dem Wasser die vornehmste Ur-sach zuschreiben/ warum die Bier an einemOrt besser/als am andemwerden/wollen wirdessen Eigenschafften eigentlicher besehen; denn ob eswol keine sonderliche HuZiität(für sich selbsten betrach-tet) an sich hat/ so ist es doch fähig aller andern Ma-terien und Gattungen/Natur/ Färb und Geschmackan sich zu nehmen/ und verliert seine Eigenschafft durchden Zusatz der jenigen Dinge / die ihm/ nach eines oderdes andern Belieben/ zugethan und beygefügt werden;also nimmt es bey hitzigen Materien die Wärme / undbey kühlenden die Kälte an sich / darzu es von Naturselbst inciimrt. Es sind aber mancherley Wasser/ alsdas quellende Vronnenwasser/das Messende/das See-oder Pfützen-und das Regen-und Eyswasser / die al-le zum Bräuen mögen genommen seyn; das Regen-Wasser ist am leichtesten; nach diesem das Bronnen-quell -Wasser; das dritte/so aus Flüssen oder Bä-chen ; das vierdte / das Schopffbronnen-Wasser; dasschwereste ist das Schnee-Wasser/ und aus demge-schmsltzenenEyS/ das nächste dasSee-oder Weyer-Wasser; aber das von Sümpffen und Lachen ist nochschwerer.
-ezinita schreibt/ daß das Regen-Wasser das rei-neste/subtileste/kläreste dünneste/auch das allersüssesteWasser sey/ in dem von der Sonnen das allerreinesteund subtileste in die Höhe gezogen werde/ aus alle den!/w«s eine Feuchtigkeit oder wasserige Materia (so -va.porirenkan) in sich hält/ darum auch / weil es vonunterschiedenen Gattungen gleichsam ein Lxlraü jst /ist es der emrclaÄion und Fäulung am ersten unter-worffen.
Etliche wollen/ unter dem Regenwasser/ soll dasso bey starckem hefftigen Donnerwetter herab gegos-
sen wird/gesünder seyn. Weil aber dergleichen Don-nerwetter aus hitzigem schwefiichten Dämpffen entste-hen/davon das Wasser/ welches alle gute und böseImpression en an sich nimmt/leicht mag inücirt wttden/sind ihrer viel / die meynen/ das Regenwasser/ so ohneUngewitter fällt / seye gesünder; das Schneewasseraber ist das schädlichste/ und noch ärger als das Eys-wasser / denn es bringt/ nach nippverstis Meinung/den Stein/ Sand/Leodenwehe / und dergleichenSchmertzen.
Weil also ein Wasser gesünder und bequemlicherals das andere/ist wol in acht zu nehmen/was manfür Wasser zum Biersieden brauchen soll / und zu wis-sen/daß die frischen Wasser ein frisches Bier geben /welches langligt. Die weichen oder faulen Wasseraber geben weiche Bier / die allein in der Kälte bestän-dig/aber bey warmen Wetter leichtlich sich verändern.Ist auch viel daran gelegen/ darnach es gesotten wird/denn je härter und grober es ist/je länger und mehrmuß es gesotten seyn / so wird es durch das Sieden ge-mildert/und gibt ein desto durchdringender Vckicu-lum. Die mineralischen aus denen Bergwerckenfiies-sende und kalchichte Wasser sind zum Biersieden gantzuntauglich/denn sie dem Magen sehr schädlich. Ins-gemein wird das Bachwasser zum bräuen sur bessergehalten/ als das Bronnenwasser.
Hm Böckler meldet in seiner zz. Claß der Haus-und Feld-Schul/ daß man auch vom Sauerbronnen-Wasser Bier bräue / das werde schön klar / undwolschmäckend/wie Wein/wie ich dann (sagt er) vorwenig Jahren/bey meinerHaushaltung zu Franckfurtin der Wetterau bey Friedburg/zu Stade habe ma-chen lassen; und ist dieses Sauechier fast so theuer / alsder Wein bezahlt worden.
xcm.
Von Eigenschasst des Getraydes und des Hopssens.
?pixJe Bier werden/ nach Gelegenheit des Landesaus unterschiedenen Getrayden gebräuet/ ausWaitzen/ Gersten Habern/Dünckel/jedernbe-sonders/ oder auch wol bißweilen gemischt.Der Waitzhat billich den Vsrgang/der so wol denGesunden alsden Krancken dienstlich ist/ wächst auch an einem Ort(wie alle Früchte) besser und krässtiger als an dem an-dern/ist sonst einer temperirtenNatur/ wiewol etwaszu einer subtilen Wärme geneigt/ckZ-rirt/ weichet/ wi-derstehet dem Gisst/ und nähret sehr wol.
Gersten ist/ wie der Waitz / einer mittelmassigenEigenschafft/doch mehr zur Kälte als Wärm geneigt/und sie werde bereitet wie man will/so wärmet sie dochnicht/sondern feuchtet/ und trocknet auch osstermahl/nachdem sein Zusatz eine Natur hat ; das befindet sichan dem Gersten-Maltz/ daß es/so esgeflossen wird /trocknet und dörret/ dagegen feuchtet das Gersten-wasser/die Gersten zertheilet/ weichet/ zeitiget/ kühlet/und reiniget.
Der Habern ist etwas kühler als die Gersten/ seinGeruch und Natur ist starck und scharss/die Feuchtig-keiten durchzuringen/ derhalben mehr ein Speis oderFutter der Thier t nach Qsicni Meynung) als derMenschen. Wann er aber mit Waitz oder Gerstenzimlich vermischt wird/ wird seine grobe Art gelindert /macht sonst gutes Geblüt/ hat aber etwas von stoppen-der trocknender und zertheilender Art an sich, vaisnu,spricht/ in der Speise sey er warmer Natur/und in derÄrtzney kalter Complexion / wird allein zum Bräuengebraucht/ wo man anderer Früchte Mangel hat/ undalso aus der Noth eine Tugend machen muß.
Dünckel ist vielerlei) Sorten / von etlichen Speltzgenannt/wird auch nur an denen Orten zum Bier ge-nommen /wo man wenig Waitz und Gersten/ hinge-gen aber viel Dünckel anbauet / hat eine Mittel-Artund Eigenschafft zwischen dem Waitzen und der Ger-sten/ gibt bessere Nahrung als diese / und geringereals jeener/ trocknet sanfftiglich / heilet und lindert /
wird