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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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107
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Siebendes Buch/

So hält man auch im Ausschicken eine gute Ord-nung/daß ein jeder nur gewisse Tage schenckendarff//dann macht er das Bier nicht gut/ und geht ihm zugesetzter Zeit nicht aus / mag er ihm den Schadenselbstklagen ; und ist sonderlich zu bedauren / daß vielBräuer/inMeynung/dasBierstarckerundbesser zumachen/solche Kräurer und Saamen in ihreBräuenbrauchen/ dadurch dieLeut tollund vollvor der Zeitwerden / und wol garKopf-Schmertzcn/ und andere -

W Ursach der Unglc

ist ein wimdersames Ding / und verborgeneUrsach/ warum man offt an einem Ort so gutenZeug hat/als dem andern/dennoch am Bier einsolch merckllcher Unterscheid ist/ daß dieses an Güteje-nem nicht gleich kommen kan; zwar ist es wol wahr/daßdie Wasser nicht alle gleich sind/und verschiedeneEigen-schaffttn an sich haben/ etliche hart/frisch/gesund/ dieandern weich/salitirisch/faul/oder von andern minera-lischen seltzamen ()ua!iräcen / daher auch der Bier Un-gleichheit verursachet wird.

Zum andern/ ist diß auch zu bedencken/daß an denenOrten^wo keinWein wächst/und wo er mit gzossemUn-kosten muß hingebracht werden / ohneGleichheit mehrFleiß aus das Bierbrauen gelegt/ mit aller WartendZugehörung besser und kräfftiger zubereitet werde; da-her es kein Wunder/ wann man an solchen Ortenbesser B»ermacht / als in dm Wein-Landern / da-selbst man sich mehr auf das Weinpressen alsaufdasBierbrauen verstehet / und wann dieses schon nichtviel laugt/ man dennoch einen guten Tranckan demWein hat.

Die dritte Ursach ist/daß einer sein MalH mit die-sem/der andere aber mit jenemFleiß oderUnfleiß macht/einer ftin Bier wolhöpsrund sieden lässt / der anderwenig / einer sich wol aus die Kunst damit umzugehenverstehet/der ander wenig/einer diß der ander das Re-.cepldarzu brauchet/daher auch ein Bier besser gieret /das ist/länger ligt und bleibt/und eines eher sauer wird/als das andere.

Viertens/sind manche Ort/ wo man viel Bierha-ben muß/und nicht viel Getraydhat/und es (sonder-lich wo auch Wein ist) nicht theuer verkauften kan/da macht mans dann desto geringer / daß mans um fovi e! wolfeiler ausleut geben könne. Deswegen es auchsoviel unterschiedliche Bier gibt/ weil sie an etlichen Or-ten mit allem Fleiß wol/ an den andern aber / übel ge-sotten / gehopst / gemaltzen/ und abgegieret werden/ da-her theils dick/starck und kräfftig/theils aber dünn/ sub-til/schlecht und gering sind. Der Unterscheid zeigt sich/serner an der Farbe/ etliche sind wie ein Rubin/ etlichebraun/ etliche fälblicht und weißlichM.Geschmack sindetliche süß/etliche lerticht/fett / etliche scharffund pic-qusnr, etliche bitter/ etliche nehmen einen Geschmackan sich von den Kräutern und Gewürtzen / die ihnengegeben worden/ und diese / als natürliche / oder durchKunst beygebrachte Geschmäcken sind alle zu dulten /wann sie nur von keiner unfleissigen Zubereitung / übel-riechenden Geschirren/oder andern bösen Zufällen Her-

Acker-Ball. IQ?

Kranckheiten/davon bekommen/ also solches billichzuverbieten.

Das gemeine Winter-Bier wird meistentheils-schlechter gemacht/soll jedoch auffs wenigste wol gesot-ten werden/ sonst kan es nicht lang dauren/weiles aberin den Winter kommt / so währet es dennoch durchdenselben : es wird an Orten / wo man Wem hat/ we-nig geachtet/ und mehr in denen Ländern gebraucht /wo man des Weins Mbahrm muß.

zM.

ichhcit der Biere.

kommen/rücklicht und brinßlicht werden. Also ist eben-mässig ein grosser Unterscheid in den Bieren/des Altershalber/ denn die alten Biersind hitziger/ und habenmehr Wärme als die neue.

Den Breßlauer-Schcp^ haben die Ononici da-selbst offt wollen lassen nachmachen/ hat ihnen aberntegerathen/ was Fleiß sie gleich angelegt; also haben auchdie Leipziger das Torgauer-Bier vergeblich rentirt / wiesie Wasser und Frucht von Torgau überbringen lassen.

üalbinuz in ^ilcellan. k^illor, KcZni övbcmi«

lik. l.csp. 2).sagt/ daß in Prag auf der Alten undNeuen Stadt das Bier vielstarsser u«d defstr sey/ alsivas auf der Kleinen Seiten gebriiuet wird; Ob sieschon einerley Meister nehmen/ und die Gersten von ei-nerley Feldern einführen/ weil die ersten ihr Wasseraus der schwächlichen 8s?zvz,die ausderkleinen Sei«ten aber das ihrige aus der keraunka nehmen/ welchebey ihrem Ufer anlender / daher auch in allen Orten /wordurch die S22»vs durchrinnet/gut braunes Bitter-bier/ wo aber die kcraunka rinnet/daselbst gebe es mehrweisses Bier/ also/ daß an dem Wasser/ und ihrer Ei-genschafft sehr viel gelegen. TcUerus in Lpikoii»schreibet von conracjo (Zibbose.demSchlesischenHer-tzogenzu Steinau/ daß er das angetragene Ertzbist-thum Saltzburg/ weilen er vernommen/ daßkeinBierdaselbst getruncken werde/ habe ausgeschlagen / undwiewol er allbereit zu Wien gewesen/doch von dar wie-der zurück in Schlesien kommen sey.

Das Bier ist bey den Engelländern / Dänen /Schweden/ Niederländern / Sachsen/ fast die gemei-neste und beste Nahrung der Burgerschafft:Ja in vie-len Städten treibtauch der Rath selbst / mit dem aus-ländischen Bier/ ein sehr grosses und viel eintragendeskwnopoiium;und soll zu Amsterdam allein vom Ta-back/bey demBiertrincken/i2OOoo. HolländischeGül-den jährlicher Hccis fallen. Xlockiusin >Lrzrj.o lik. 2.cap. I l.erzehlteine artliche tnvcntionderHochmögen-den Herren Staaten/ als sie den Aufschlag auf dieBier-Tonnen von der Gemeine begehrt / aber auf kei-nerley Weisnoch Weege erhalten können / haben siein derStille alle dieBier-Toven/aus allen ihren Bräu-häufern/aus dem Weege bringen/ und allenthalben andie Stelle wieder neue/ um so viel Maß / als sie denAufschlag begehrt/ kleinere Tonnen bringen lassen/al-so hat der Pobel/unwissend dieser List/per clircÄum 8cobii^uum,gleichwol das jenige bezahlet/ was er/wannes war offenbar worden / nicht gethan hatte/ und dieHerren Staaten haben nichts destoweniger ihre In-tention erreicht.