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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
Entstehung
Seite
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Siebendes Buch / Ackerbau.

dem Feld ein grosser Schade ist/welche die Lateinischen

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Antheils Orten / wo man grosse Hof-Breitendurch die Unterthanen ackern lasset; werden jeglichemUnterthanen gewisse Acker und Bifänge ausgesteckt/damit/wann hernach ein Mangel / man den Nachlässi-gen wissen/und/der Gebühr nach/vornehmen kan/weilviel aus lauter Bosheit eilen / wie sie können / und we-nig achten/ sie arbeiten gut oder schlimm / es sey desHerrn Schad oder Nutzen / derhalben dieser Nachläs-sigkeit wol auf- und nachzusehen

Geschicht das ackern nach der Dung/ im altenMonden / so faulets gerne: theils düngen erst in dieRuhr/ wann man zum andernmal ackert / muß aberallzeit/so offt man ackert/ wol eingeeget/ vergleicht/ unddie Schrollen zerbrochen werden. Wann die ersteBrach wol und gut geschlcht / ists so viel/ als halbeDung; sind dürre Jahr/ muß die Brach desto zeit-licher / bey nassen aber desto später geschehen; dieseBrach im letzten Viertel verrichtet/ soll das Gras nichtso bald wachsen lassen.

Die andere Brach zur Winter- Saat geschicht umJacobi vor oder hernach/ nachdem die Aecker wenigoder viel mit Unkraut und Gras bewachsen werden;theils heisscn es Rühren oder Wenden; und wird/wann die Dungung vor der ersten Brach geschehen/von vielen Creutz-weis und nach der Quer geackert/ dieSchrollen samt dem Unkraut desto besser zu bezäumen;wiewol von vielen dieDung erst vor ver andernBrach/und wol von etlichen imWmter vorhero/oder imFrüh-ling/wann vor anderer Arbeit die müssigste Zeit ist/vor-genommen wird.

Die Dung aber muß nicht allzutieff eingeackertwerden/ daß sie sich nicht versencke/ muß auch / wannder Acker grasicht/mit scharffen wol-geschwerten Egen/die sein liess eingreissen/ umgerissen / und das Unkrautdamit ausgewurtzelt/auch die Dünge zerrissen/ undgleich von einander eingetheilet werden.

Herr von Thumshirn sagt/wann ein Acker naßgewendet oder gerühret wird / es geschehe gleich zurWinter-oder Sommer-Saat/so liegt der halbeHagelschon solchemGetrayd aufdemHalse/ öderes ist baldverdorben. Daher gutes Wetter so wol / als rechteBeschaffenheit des Feldes/ zu beobachten / wann manmit dem Pflug in den Acker fahren will. So man imletzten Viertel des Monds brächet/fault es wol/ und

beraset nicht so bald; wann die Ruheacker zu sehr grü>nen wollen/ muß man sie scharff einegen.

Die dritte Arbeit mit dem Pflug geschiehet zurWinrer-Saat; was kalte/ übel-gedungte/ nasse/ ge-ringe Felder sind/werden zeitlicher umgeackert / über14. Tage darauf (wann gutes Wetter) besäet / undmit derEgen wol und recht überzogen und ausgeebnet; iwann man den Saamen gleich hinein wirfft/so verfällt -er sich gern / und die Egen zieht die Klossengar zuhart übereinander; hingegen wann die Erden ein we-nig ausgetrocknet/ werden die Schrollen dichter zer-malmet / und bleibt das Feld besser gewartet. DieseBrach muß so tieff/ als es der Grund leidet/ geackertwerden/so kommt die Dung auch tiesser in die Erden/fault und lermentirt sich desto besser. In warmen undfetten Feldern aber/ was gegen Mittag und Morgenliegt/kan man etwas später anfangen/doch soll man sol-che auch ein acht Tag vorher / ede man sie besäet / ge-bührlich aufackern/ denn es setzt sich bald/und trocknetfein aus/hernach kan mans säen / einegen/ und GOttesdes grossen Hausvatters treuer Obhut befehlen; wo-fern aber Regenwetter zu förchten / muß man mit dem, ^?äen auch nicht lang verziehen / sondern bald dahintrachten/ daß der Saamen der Erden vertrauet/ undeingeeget werde.

Die Zeit zur Winter- Saat ist im September / inder Egidi-oder Frauen-oder Creutz-Wochen / oderwol erst um Matthäi/ oder gar Michaeli/nachdem dieJah:s-W!tterung sich anlässet/im abnehmen denMon-den/im letzten Viertel/ wiewol etliche das Widerspielhalten.

Andere wollen/die beste Zeit zur Winter-Saat sey/wann die Blätter anfangen von den Bäumen herabzu fallen/und wann die Erden von Spinnenweben ü-berzogen ist / welches man bey scheinender Sonnenleichtlich wahrnimmt/ und das soll in allen Orten/ kal-ten und warmen/ die rechteZeit andeuten/ daß man anbauen solle.

Ein fleissiger HauSvatter hat jederzeit mehr audes Feldes Eigenschafft / als des Monds Wechsel zrsehen; vielweniger ihm über eines oder das andere vieBedencken zu machen/sondern sich/nach Gelegenheitseines Landes / oder seiner Nachbarn (die fleißige undgute Wirth sind/ und aus Erfahrung und dem Augen-schein nach/ihr Bauwirthschafft wol bestellen) in ei,nem und andern zu richten wissen.

c^?. xvlii.

Eine andere Austeilung der Felder betreffend.

Shat vor ohngefthr hundert Jahren Kl. ca-miliol'arcllo cil i^onzlo der Venedischen Re-publik« etliche Anmerckungen und Erinnerun-gen/die er nennetkicoräi ct' ^Zricc»Itura,cle6icirt/ dar-mnener beweiset/ daß man das Einkommen des Feld-Baues doppelt könne verbessern/ ein Drittel von demgewöhnlichen Saamen erspahren / auch viel wenigerMühe und Arbeit anwenden dörsse/und soll dieses ge-wiß und ungezweiselt und allzeit bewährt seyn erfun-den worden/darüber ihm und seinen Erben bemeldteRepubliea Anno is66.auch diß Privilegium ertheilet/daß alle diejenigen/so sich dieser Erinnerungen in ihremFeldbau gebrauchen/ sollen schuldig seyn/ ihme und sei-

nen Erben von jedem Winterfell) 4. klarckctti ,undvon dem Sommer-Bau 2. luarckckti zu geben; Undwer solches unterlassen zu haben überzeugt oder ver-kundschafftet seyn würde / der soll alle darauferbaueteFrüchte verlohren haben; davon ein Drittel dem An-zeiger/der unverrathen bleiben; ein Drittel dem ärlcnal.und ein Drittel der Obrigkeit oder Herrschafft/diesolche kxecution leisten würde / zufallen solle.

Erstlich will er / weil sie in Italic» ihre Felder nurin zwey Theil abzutheilen pflegen/ (und nicht / wie beyunsdasgantze Baufeld drifach absondern) daß manaus solchen vier Theile machen solle/also/daß man einjedes Feld oder Breiten/ gleich Halbiren/ und nur einen