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Des Adelichen Land - und Feld-Lebens
2. Wird die jene und gedüngte Erden mit dermagern/und die dürre und trockene/mit der feuchten ae,mischet/und wol untereinander gebracht/damit eine derandern Abgang und Überfluß temperiren / und zurGleichförmigkeit bringen kan.
z. Wird aus einem ungleichen/oder zu sagen/un,ebenen Grund/ein gleichebener geniacht/damit/bey nas-sem Wetter/ der S aame in der Tieffe nicht faule / oderauf der Höhe/ bey dürrem Wetter / nicht ersticke/ odernicht/wann es siarckregnet/das Wasser sich zusammen>etze/undden Saamen hernach auslrancke.
4. Wird das Unkraut auSgereulet/ sonderlichwann man einmal nach der Lange/und das anderemalnach der Zwerch geackert/so/ was auf einmal vergessen/das anderemal mitgenommen und gehoben wird/also/saß die Wm-tzen durch fleissiges Ackern und Egen dor-ren und verderben muß.
s. Werden die starken und grossen Erdschrollen;e»brochen/ zerrieben und klein/und die Erd aufgerie-gelt/mürb und weich gemacht/ daß sie es ein andermalleichter ackern und umreissen können/ welches/ wannsie übereinander erhärtet/so aus dem lang-unterlasse-nmund nachlässig- verrichtetenAcker-Bau herrühret/nicht so leicht geschehen kan. So sagt auch tterrcr^in seiner Wirthschafft: Es wisse es jederman/ daß Hi-spanien nur deßwegen so arm sey/weil sie nicht recht ar,beiten/noch den Feldern gebührliche Baufleiß anlegen/noch sie mit dem rechtem Saamen / der ihnen tauglichware/besaen/ auch ihre Gründe/nicht also/ wie sie wohlkönten/recbt gebrauchen/ und darumb/daß in selbigemgantzen Königreich/ sowohl die fremden / als auch dieinländischen unnützen trägen Müssggänger und Pfla-stertretter gedultet werden/ welche man wohl könte zurArbeit anstrengen. Es gehöret ferner zum Ackern gutund temperirteS/nicht zu dürres/auch nicht zu nassesWetter/starckeswohlgewartetesZugvieh/Pferd oderOchsen/gute scharsse Pflüg/Egen und Waiften/auchfleißige und des Feldbaues erfahrne Knechte / eine steteHand und gleicher Forttreib, kir. l'arcilo will / mansoll die Felder/so man aufs Jahr zur Kornsaat brau-chenwill / im October oder November des vorigenJahrsvorhero brachen: und glaubt/ daß die Felder/sobeydes von Winters Kälte und des Sommers Hitz ge,kocht worden/ viel besser mid mehr Früchte bringen:
wie denn auch der Römische Printz i^aro also davonjil). I. Lcorzicorum schreibet:
Ich muß bekennen / daß ich anfänglich die eigentlicheIntention des Feld-verstandigen Virziiii nicht habe be-greiffen können ; bis ich gefunden/daß «r durch dasWortScZc» nicht recht redet von de:Saat/sondem dasFeld oder den Acker/ und also unter dem c?ont-nio dasLontincns per ^sctkonomism verstehet; und das mußnothwendig daraus erscheinen/weil keine Saat zweenSommer und zween Winter ausstehen kan/muß alsodas Feld / welches zur Wintersaat angebauet und be,reitet ist / dardurch nothwendig verstanden werden.
HZiü enim bis ante b^cmem Ke bis ante «ÜZtem arati,! immcnsZ sruZum ubcrtatc korica complere solcnt;
Wann NUN das Ackern nicht nur viermal / sondernachtmal/des 5sreiii Nach nach/ verrichtet wird/so! kan es so wohl durch dieHitz/als auch die Kälte/doppelt! so viel davon gebessert werden; zum Überfluß kommtnoch darzu die zweyjahrige Brach / davon leicht ein je-der verstandiger Bemann Messen kan/was grossenNutzen solches schassen werde; Als haben die lieben Al«ten/ indem sie osst geackert / und wenig gesaet/mehrNutzen davon genossen/ als wir heutiges Tages vongrossen und weiten Feldern/ welches auch coiumeligin seinem i.Buch am 2. Capitel bekennet / und sagt:
I^on äubium clt, ^uc»cj minus reclcjst laxus sgcr, noncultu«, czuiim snzuÜu», cxiiniö. Iclcoizue poliKezcs exaKos Iicinigna illa seitensjuZers, quseple-bis tribunus viritim cliviscrat, msjorc» quzeliui sntiquis rctulcrc, cjuum nunc nobis prsebent smpliilim!,
Vcrvs^ Das muß man den Geistlichen in Klostern/sonderlich den Venedictinern/ zum Lob nachsagen / daß sie ihre Felder vor allen andern recht zurichren und gut bauen; darum soll die Königin in Castilia/Frau Jsabella/ gesagt haben / wann man wolle / daßHispania keinen Mangel / sondern Überfluß an allenDmgen hatte/müste das gantze Land denen p^tribos8.LcnecjiQi Orclinis, ausgetheilt und untergeben wer-den/ dieweil sie insgemein ihre Felder aufs beste undfleißigste zu bauen pflegen.
cx?. xvn.
Wie osst man ackert zur Winter-Saat-
Je erste Brach zur Winter-Saat ist die be-schwerlichste/weil der Grund dadurch erstlichgerissen/undLleichsam gewonnen/von dttWin-ter-Feuchten hart aufeinander qeschwcret/nnd von dervonMajo an/bisZohanm gewöhnlichen heissenZeit er-härtet und ausgetrocknet wird; geschiehet meistentheilsvor Johanni im Brachmonar (der auch von dieser Ar-beit den Namen empfangen) wann dieWinterfeuch-ten dem Grund nunmehr wohl einverleibt ist; wiewohldiese in gebührlicher Tieffe ( als es der Acker leiden kan)geschehen solle/ so hat doch ein Hausvatter vornemlichauf die Natur seines Grundes zu sehen / ob desselbigenerste Superlicics, die von den obern Einflüssen / vonHitz und Kälte/ Regen und T )au gemildert und be-s chwängert bleibt/von gleich er Güte sich einsencket/ sol,
cherGestalt mag auch das Pflug-Eisen tieffer einschneiden ; wann aber die oberste Erden-Decke seicht/ undunten her schlechterer Grund folget/ so muß man auchden Pflug nicht tieff gehen lassen / je weniger er Erdenauf einmal nimmt/je besser ists/ doch daß es recht / undnicht nur oben hin geschunden/und schlecht gethan werde/welches dem Acker an seiner künfftigen Fruchtbarkeit sehr hinderlich fället/daher sowol den Knechten/alsauch denen Unterthanen / so die Robbath thun /emsignachzusehen / ob sie nicht den harten Boden nur mibreiten Furchen überdecken/und untenher den Grundunberührt lassen/das mit einem spitzigen Stecken zu er,kennen; wenn er zwischen dem Geackerten überall mgleicher Tieffen eingeht/ist dieArbeit just/will er aber antheilsOrten nicht hin e in / giebt es ungeackerte Fleck/so
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