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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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Siebendes Buch / Ackerbau.

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c^!>. xiv.

Wann das Feld zu bauen.

Ey trockenem Gewitter und hartem Acker zupflügen/ist nicht allein/ weil es Menschen undVieh sauer ankommt/ unbequem/ und fast un-thunlich/sondern auch/wann dasFeld mit Ge-tvallgepflüget wird/ zu besorgen/daß die hitzige Lufft dienoch wenige übertriebene Feuchtigkeit aus dem Einge-weid derErden vollends gantz aussauge /und diek'rafft/so sie dem Saamen geben solle/völlig benehme; zu demman auch nicht tieffund gerade genug pflügen kan / jaojst ma»cher Ort so hart wie einStein/von demPfiug-E-sen gantz unberuhrt/daher der Saamen ohneGrundson dem Geflügel aufgesressen/und damit dem UnkrautPlatz gemacht wird. Das Vieh wird durch schweresAekm abgemergelt/die Pflugschaaren stumpff /offt dasGejchür zerbrochen/ und doch wenig verrichtet; undwerden sonderlich die sandichten Keider/(die sonst leichtter in der Dürren zu bauen) zu solcher Zeit /wann mansie umreisset/ am meisten verderbet/ weilsie von solcherunzeitiger Eröffnung / alles ihres inhabenden Safftesund Krafftes beraubet werden.

So wenig ist auch thunlich / in der Nässe/ bey ko,ticht und schlammichten Wetter/ bevorab instarckenund laimichten Feldern / einige Bau-Arbeit mit demPflug vorzunehmen; denn die Erde/sonderlich der zäheLetten/leHt sich gantz unzerbrochen um/ oder macht dochaufs wenigst gross» und ungeheure Gchrollen/ die du:chnachfolgende Durren/wie einStein erharten/ den ein-worffenen Saamen in sich ersticken / oder doch mitdoppelter Mühe zu brechen / und voneinander zu schla-gen sind; so greifft auch der Pflug (an Orten / wo esseichteAecker hat) allzutieffein/schiebt den gutenGnmdunter sich/und den schlechten herauf/ dadurch ein Feldverderbt/ und übel wieder zu verbessern ist.

Gleichfalls/ wann das Wetter gar m kalt/und dieErden etwas gefroren ist/soll man sich hutenzu ackern/weiln die Kälte gar zu liess in die Aecker dringet/und dienatürliche Wärme / welche der Erden?crmcnt,tionundBefrüchtigung muß befördern / aus dem Grundaustreibet/ und ihre unfruchtbare kalte (^zzlität dersel-bigen eingiesset / und dadurch auf viel Jahr Schadenbringt.

So wol ist auch die allzuarosse Hitze schädlich zudieser Handthierung/weil die ausserliche Hitze csior-m«Zri nstivum inkrinlccum, czui lua nsturssurluin ten-kZitpcr spcrt, lerr» Vlscera, desto leichter an sich zie-het/und solche zur Trächtigkeit höchst-nöthige (^uciUtätgantzlich entziehet / die innere Feuchtigkeit ausrauchen/und also dasFeld untauglich machet.

Daher diese Feld-Arbeit anzustellen bey temperir-temWetter/wann Himmel/Lufft und Erden in guterVereinigung undAccord stehen/welches nicht allein dieArbeit befördert und erleichtert/sondern auch zu Besse-rung des Feldes/Empfangung desSaamens/und Be,friedigung der geitzigen Hoffnung des Hausvatters/auch zu sonderbarem Lob und Nutzen seiner wolbestell-ten Wirthschafft dienet; da im Gegentheil/von un-

rechtem Beginnen derFeld-Arbeit/manvon der gan-tzen Nachbarschafft Spott/ tmd seinen eigenen unwie-derbringlichen Schaden zu gewarten hat.

Die ältronomi wollen/im zunehmenden Monden/sonderlich in Krebsen und Fiscken/soll man die magern/trocknen und hochgelegenen Aecker bauen und besäen/auch allerley harte Getrayd anbauen;Hanffkörner undLein aber soll man säen wann der Mond in der Waagelaufft. Die feisten und rieff-gelegenen Aecker soll manbauen und besaamen/ wie auch Sommerkorn/ Erbsen/Bohnen/Linsen/ Hirsch und Haiden im abnehmendenMonden/ sonderlich wann er im Stier / Jungfrau/Waag/und Steinbock lausst/da soll es/ihrerMeynungnach/ am bequemsten und glückseligsten seyn.

Jedoch ist dieses auch woi zu beobachten / daß manfeuchte und laimichte Felder lieber in der Dürren; hin-gegen sandichte und trockene lieber bey feuchtemWette!(nur da^keines Übermasse fty) arbeiten solle; item/ jefetter/starcker und trachtiger ein Grund/ desto eher/besser/öffter/fleissiger/ und anhäbiger will er gepflogen/und zu allen Zeiten beschicket werden/ damit man dasUnkraut (welches hierinnen gewöhnlich am meistenwachset) desto füglicher tan heraus verbannen; einleichtes und mageres Feld darff nicht so viel/ muß alleinim Herbst und Frühling/ und wenig im Sommer ge,ackert werden/damit es von denzuselbenJahrs-Zeitenherrschenden Feuchtigkeiten sein^ Verbesserung her,nehmen/ und sich zueignen möge.

ÄVann Heisse Zeiten sind /kan man vor Tages bisum 8. Uhr/ Nachmittage von s. bis um 9. Uhr / odevwol gar (wann der Mond scheinet) bey der Nachtackern / weil nicht allein die angenehme/ kühle und ge-sunde Nachtlufft/Menschen und Vieh im Sommer er,quicket; sondern auch von den Bramen / Gelsen undFliegen keine Beschwerung leiden dörssen / ziehet auchdie strahlende Sonne des Ackers Feuchtigkeit nichtgleich wieder heraus/sonderlich wann es bald daraufumgeegt wird.

In Summa / (wie Herr Lcrres redet) all»Gründe feist oder mager/dürr oder feucht/ erfordernemsige Wartung/ nach ihren unterschiedlichen Eigen-schaffren/ sonderlich denen/ so sie von dem Gewitterder Jahrs- Zeiten an sich ziehen / daher ein einige zurechter Zeit gethane Arbeit / wann man der Erdenrechte Pflege thut/ mehr Nutzen schafft / als viel an,dere/ sonderlich/ wann die Erden recht darzu äihionirtist/des Baumanns Fleiß und Sorge/ mit gutem Wil,len und milderm Erkanntnuß aufnehmen / und alleMühe mit reicher Ergetzlichkeit zur Erndte-Zeit wie-der belohnen. Wer von andern kc^uiliten / diezum Acker-Bau gehören/wissen will/ der lese es be»

?. kirckeri l^om. I. Uun6i 8ubterrimci, cap. 6. 5ol.

140 dann weil dieses alles mehr Weisheit undVer-nunfft/als HauSwirthschafft in sich begreifft/habe ichshier beyseits stellen/ und den günstigen Leser dghjy av,weisen wollen.

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