Des Adelichen Land, und Feld-Leben«.
Wie das Feld zu ackern sey.
VeHalmbrach zur Sommer- Saat ist nur anetlichen/nicht an allen Orten/ gebräuchig/wie-wol es nutzlich/ weitdasFeld durch solches er-öffnet/und die himmlischen Einflüsse desto be-quemlicher zu empfangen / vorbereitet wird; geschiehetmeistentheils bald nach dem Schnitt; etliche lassen dieHalme vorher/ (wie oben vermeldet)wann ein feuch-tes Wetter zu hoffen / abbrennen / so nicht geringenVortheil bringet.
Der Grund soll dißmahl nicht über vier Finger tieffgeackert / nahe an einander gerissen / und gleich geradegeführt sevn / damit der obere gantze Theil von demPflug aufgehebt werde/je weniger die Pflugschaar aufeinmal Erden nimmt/je besser gibt es aus/kommet demZugvieh desto leichter an / (obs zwar ein wenig längerZeit bedarff ) werden auch die Wurtzen von Unkrautdesto besser getroffen und vertilget/die sonst/wann manviel Erd auf einmal nimmt / in der Mitten ungehindertstecken bleiben.
Wo man Unterthanen bat/welch? robbathen/oderLeute/die um Lohn das Feld bauen müssen/ist sonderlich ^acht darauf zu geben/daß sie gutestarcke Pflüge / rechte.Pflug-Eisen und Züge kaben/ denn ein schlechter Pflug ischader aus dreyerley Weise/ das Pferd fty so als jes wolle: Erstlich darff manS nicht nach Gebühren-!treiben/aus Beysorg der Pflug möchte brechen: zum,andern/mögen sie nicht recht den Grund erreichen und !aufriegeln; drittens/geben sie den andern Mitarbei-!tern ein übles Beyspiel/ und verderbt einSchalck denandern. Haben sie denn gute Pflüge/und einen bösenZug/ist es abmnal verlohren/weil sie/ was sie nicht!aufheben- mögen/ überspringen / daher wol acht dar-'
auf zu geben und nachzuschauen. So ist es auch/wann die Untertanen mit den Egen robbathen müs-sen/in allwsg besser / daß sie bey Hof mit guten ein,greiffenden Egen (die m«n imWinter/bey bösemWet-ter/ verfertigen kan) versehen werden / als wann sies .selbst mitbringen/da sie offt wenig nutzlich, schickt mans !fort/ wird die Zeit versäumt / strafft man die Nach-lassigen / ist doch dem Feld wenig damit geholffen/ >weit an diesen nicht weniger/ als am Ackern selbst/ gele-gen ist.
Der Ackersmann muß gerad in die Furch bleiben/und beede Füsse darinn haltew damit er die umgelegtenErdenschrollen nicht zurrette/ und also gerade Reibenmache; muß allzeit ein Häcklein/ wie mans in Oester,reich nennet / oder kleines Aextlein an der Gürtel ha-ben/wann etwan starcke Wurtzen von Bäumen ent-zwischen kommen/ solche entzwey zu hapen / dardurchdem Vieh die Mühe ersparet/ und der Pflug vor demBruch kan verwahret bleiben; anck muß er an demPflug eine mit Eisen beschlagene Reute ( wie es inOesterreich / und von den Lateinern k»>iu genanntwird) haben / damit er das an das Pflug E-sen sichanlegende zähe Koth/wie in den fetten guten Äeckerngeschiehet/ abstossen/ und also seine Arbeit unverhin-dert verrichten kan; so auch bey allen andern Fe.d-Arbeiten in acht zu nehmen ist.
Die Kurchen sollen/ wo es die Ungelegenheit desOrts nicht verhindert/ gegen Mittage gerichtet ftnn/damit seine darauf stehende Früchte künfftig von derSonnen Strahlen gleiche Wärme/zu ihrer desto mehrgedeylicher Ieitigung/ empfangen mögen, tt-rrcr«will/ ein Ackermann soll sich hüten / nicht mitten in