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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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De6 Adelichen Land- und Feld-Lebenö

Lx?. Xllj.

Wie Leute zu bestellen/ die auf den Ackerbau Obsicht

tragen sollen.

Er berühmte und in Wirthschaffts-Sachenhoch verständige BrescianischeEdettnann/Heu^^oltino e-!io,setzt/nach sein m WirchschafftsBuch/ welches er le visili Aiar^ntc cicil' /^Zricolturanennet/etliche Sendschreiben an seine gute Freunde/unter andern eines an Herrn Vmccneo 8tciia, darin-nen er Mhet und wünschet/ daß die kixnoria zu Vem-dig n'öchteneinen QenLl gl-ccnsoi-, oder Ober-Feld,Aufseher/erwählen/der seineUnter-Ausseher oderVicc-(.'cnlorcs unter sich haben solte/ Mlt einer^leidlichen

zeigen und straffen müssen; sie seynd daselbst Feldstütz-ier genennet; diese werden mit Pflicht und Eyd bela-den/zuallen und jeden Arbeiten/der Acker-und Wein-gart-Baues/ durch das gantze Baufeld am Acker undWein-Ganen zu gehen/ ob die zu jeder Art recht ge-bauet/und wo em Art unterlassen/ oder im Unbau ge-bracht/denselben / bey sonder aufgesetzter Straff/ zueinem Abtrag des Unbaus und Schadens / nach Gele-genheit und Gestalt der Sachen / erkennen zu geben/und hierunter niemand zu verschonen. Auch in Unter

. ?rvviüon, die in ihrem gantzem Gebiet aus die Übel Oesterreich werden in etlichen Weingebürgen bestelltegeackerten und bestellten Feldbau/Weinwachs/Vieh- Geschwornen gehalten/die die Weingarten jährlichzucht/und in (vumma/ausdie gantze Wirthschastl und ? besichtigen müssen; ob mit dem Schnitt/Hauen undderen Bestellung und Führung müsten Acht und Ob- Bauen/auch andern Feldarbeiten recht verfahren wer-jlcht tragen/so würde man bald spühren / wie das gan- de/und die Inhaber und Weinhauer mit allem Ernst' tze Land an Früchten und Einkommen sich würde ver- darzu anhalten müssen. So weiß ich doch nicht / obmehren und bereichern. Diese müsten allenthalben sich dieses an allen Orten practiciren liesse: es wäreimLand dieFelder undWeingatten bereiten und durch- ^ dannLands-Fürstliche Verordnung und Befehl vor-ziehen/ die Fleissigen toben und rühmen/auch die Nach- Handen; was dort Kccicliattcz csp. s. v. 8 sagt: er

lässigen/Faulen und Wide:sassige mitErnst und Nach-druck straffen / oder wo sie sich nicht bessern wollen/ gardes Landes verweisen; so solle man bald sehen / dap imgantzen Lande der Feldbau viel ein-schöners und nütz-liches Aussehen gewinnen würde; daß es einem Lust-. garten gleich schcinete/und könte man der bösen/ müsft-gen und saulenLeute loswerden; keines frembden Ge-rraydes herein zu führen bedörffen/sondern selbst einenÜberfluß bauen/ und würde einer den andern zu Nach-solg anveitzen. Diese Feld - Beschauer aber müstenLeute seyn die erbar/ erfahren/ gewissenhafft / und desFeldbaues wol kündig wären / damit sie diejenigenjHauswirt!) / die es nicht besser wissen/ mit treueni^Rath und Handleilung unterrichten/ und sie mit^ wolgegründten und vernünftigen Ursachen desto lieberi zu folgen veranlassen und pcrluscliren könten. Es wür-! de scheinen/ als lebeten wir zu der glückseeligen Zeit deralten tapfferen Römer/ die allzeit ihre ctnlvrcs ge-habt/ und sehr scharff ob ihnen und ihrem kclpcKhalten haben/ deren Amt gewesen/so wol aufdie Bür-gerliche Zucht und Sitten/ auf den wider Verbot ge-führten Pracht und Hoffart / auf der Inwohner Ge-bühr und Schuldigkeit/aus der Reuterey und Solda-ten Pferd/^ezeuZ und Gewehr/als auch auf dem Feld-und Acker-Bau/ und derBauren Fleiß oder Unsteiß/ein wachendes Auge zu haben. HerrLailo will gar/dieHerrschafft zu Venedig solle die Halsstarrigen peit-schen/ prügeln / oder wann sie nicht gut thun wollen/ausdie Galeeren schmieden lassen/ so werde das Landvon diesen losen Leuten gesäubert/und dieRepublica ha-be zum Vortheil ihre Galeonen / die sie zu Wasser ge-brauchen könnten.

Diß isi aber/meines Erachtens/ein solcher Vor-schlag/der mehr zu wünschen/ als zu hoffen ist. Dennwiewol sie im Land von Würtenberg (wie «»bereit ge-! sagt ist) gewisseLeute haben / die den Feldbau beobach-ten/und die bösen Wirthund unfleisslgeAckerleute an-

inlupcr univcrls tcrrse kex im^ciat lcrvienti ; oder

Wie es nach der Hebräischen Grund,Sprach lautet:

Omniumcz; in tcrrs lummusell ijilc I^ex sZri colcncli;

und die grossen Herren geben mit ihrem Thun und Las-sen selbst ein gutes Exempel/wie ^ajor und Kla-imiM, gethan/und der weise König Salomo in seinemPrediger Cap. 2. selbst also von sich schreibet: Ich thät/spricht er/grosse Dinge; ich bauete Häuser / pflantzteWeinberge; ich machte mir Garten und Lust-Gärten/und pflantzte allerley fruchtbare Bäume; ich machtemir Deiche/daraus zu wässern den Wald der grünenBäume; ich hatte Knecht und Mägde/ und Gesinde;ich hatte ein grösser Haabe an Rindern und Schafen/denn alle/ die vor mir zu Jerusalem gewesen waren/ u.dadurch er gleichsam anzeigt/ daß/zu seiner güldenenZeit und Regierung/er nicht geringen Vorschub ge-than habe / mit seinem sebst eigenem Exempel. Sowird doch dieses gar an wenig Orten in Otzlcr vantz ge-nommen; da man glauben will/ein jeder habe mit demSeinigen zu rbun/ das ihm beliebe / und habe keinerdem andern Maß oder Ordnung zu geben; diß aberscheinet wider das üvaum kci>,ublies, die durch üblesHaushalten sehr cictcriorirt wird; ja auch wieder dieChristliche Liede/da man seinesNächsten Irrthum undFehler beherht/ und unerschrocken soll anzeigen / und/nach aller Möglichkeit/zur Besserung anleiten. Undgebühret/(we>l ein nachlässiger sauler Unterthan/sowolihm selbst/als auch seinem Herrn schädlich ist ) vornein-lich einer jcdenObrigkeit/aus seiner Unrergebn>.n Thunund Lassen Obsicht/ durch sein Bediente undAmtleure/zu haben/so wird so wolihr eigener als auch seincuisr-Nutzen/ dadurch befördert. Darzu würde vielhelffen/tvann der Lands-Fürst diejenigen Landsaffen/die durch Spielen/ärgerliches Leben/übermässlgeund Pracht das Ihrige verthun / mit Ungnad und jScharffe / die emsigen und gute Hauswirch aber mit kallen Gnaden und Besörderungen/bey allen Occsi-o- snen/ ansehen würde.