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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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Siebendes Buch / Ackerbau.

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merokliche Besserung zeiget/ und durch anderer LeuteBeyspiel sich beglaubigen machet.

Das Vieh betreffend / so man nothwendig darzugebrauchen muß/ ist also zu unterscheiden / nachdem desHauöv'attersMittel eines und das andere zulassen oderverbieten; nachdem der Grund starck oder schwach;nachdem die Felder nahe oder weit entlegen; nachdemes sicher/oder Kriegs- und Einfall-Halber gefahrlich;nachdem man gehöriges Futter auf eines oderdas an-dere haben kan.

Die Pferde machen mit Futter/ Beschlag / Zeugeund Knechten viel grössern Unkosten; wird ilMN zu un-sichern Laufften eher und öftler nachgestanden; dieKnechte dörffen grössernLshn; kosten mehr Geld undAufsicht / daß sie nicht kranck/ krumm/gedruckt/»derdurch andere Zufälle und Alter undräuchig werden.

Doch ersetzen sie dieses mir ihre? Arbeit und Ge-schwindigkeit/sonderlich wo Felder und Wiesen weit,schichtig/weil man mit einem Paar/ aus einem Tag/mehr richten kan/ als mir den Ochsen in dreyen Tagen ;^ alle weite Fuhren sind damit süglicher zu verrichten/ sosind sie auch zur Noth und Ehren/im reisen/ reiten undfahren zu gebrauchen; daher all-' Arbeit mit Pferdenbesser und schneller von statten gehet / so in einer wolbe-stellten Wirthschafft nicht geringen Nutzen undBeför,derung verursachet/ zudem daß in Oesterreich und demangräntzenden Mähren / Böhaim und Ungerland/, Pferde genug zu bekommen/ kan man sich auch destobesser versehen.

Die Ochsen kosten weniger/so wol zu kaussen/ als zu»nrerhalten/ziehen stät im Pfiug / können in harrenund laimichten Gründen wol dauren/weil sie von gros-ser Stärcke; der Ochs darff nicht so vielGezeuge/wirdnicht so leicht aufstösslg / als ein Pferd / ist auch eherzu recht zu bringen / gibt besser Dung in die Felder/wann er alt/krumm/ oder sonst untauglich wird / kan, man ihn mästen und verkauften; daher hat man nichtallein nichts zu verlieren / sondern offt einen guten Ge-winn dabey/allein daß es langsamer hergehet/ als mitPferden; bleibt also alles zu des Hauövatters Li-Kwnfrey gestellt.

Wer ihm nun Zug, Vieh kauffen will/ es seyen- Pferde oder Ochsen/der sehe um/waö gutes und taugliches zu finden ;das alhugrosse Vieh ist nicht allzeit dasdauerhafftigstezurArbeit/ offt faul und trag; diemittel-! mässigen gesetzten rneistencheils hurtiger und arbeit-samer : was gar zu klein / ist auch zu strenger Arbeit zuschwach/eben so wo! soll es im Mer/weder zu jung/noch zu alt seyn; jenes wird leicht übmntben/und die -seS dauret nicht lang; vor vier oder füllstJahren sollmanszu schweren Frondiensten nicht anspannen/eher> als noch im dritten Jahr muß man sie wol zum Siebengewöhnen; aber vur leichte und leidliche Arbeit mir ih-nen verrichten/damit sie nicht/ wo man sie älter ange-wöhnet/ halsstarrig/ stetig und boßhafft/ und dennochdurch allzuschwere Last erschöpssl und zuGrunde gerich-tet werden.

Wer selber Füllen und Rindvieh ziehen kan / weißihm am besten zu helffen/ indem das Vieh/ so manjelbst ziehet/ der Lufft/Weide/ Massers und Wartungvon Jugend auf gewöhnen / da hingegen die/ so vonferne herkommen/ vielmals aus Aenderung eines unddes andern/mancherley Zufälle / mit Schaden und

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Versaumnuß des Hausvatters/ erdulden und leidenmüssen.

Alles Zug-Vieh nun muß nach seiner Art in guterund sauberer Stallung gehalten/wol gefüttert/geträn-cket/gewartet/gestriegelt/gewischet/und alles zu rechterordentlicher Zeit versehen/nicht mit unnörhigen Bol-dern/Schlägen/Stössen / sondern mit Sanfftmuthund Gelindigkeit unterhalten werden.

Wägen/Pflüge und Egen sollen mit Eisen und al,lerNothdurfft tauglich zugerichtet/ geschärfft/und nachder Stärcke oderSchwachheic des Viehes beschaffen/auch dessen allzeit ein Überfluß im Vorrath seyn/ damit !wann eines oder das andere bricht / man nicht bey schö- jner Zeit und gutem Wetter feyren / und die Arbeit janstehen lassen müsse.

In Regen- und Schnee-Wetkr/bey grosser Kälte jund Hitze/Sturmwinden und Ungewitter/foll man so-wo! der Leute / als auch des Viehes (so viel möglich ) zverschonen/ niemahl/wann die Erden zu hart oder zuweich ist/ ins Feld fahren / sie in die Hitze nicht trinckenlassen/davon sie leichtlich verfangen und rähe werden;wo an Eisen/ Nageln / an Gesundheit und Krasstenw«s abgehet/wann sie der Sattel/Kummet oder Jochdrucket/ bey Zeiten (sorge tragen/und selbe mitRel)-Haaren/ oder Tuch wol ausfüttern; solches zu verhü-ten/osst/so wol Pferden als Ocbsen/ zu den Füssenschauen/wann spitzige Sleinlein/Dörner/und derglei-chen/zwischen die Eisen und Klauen kommen/ es ab-nehmen/ Saltzunter dem Futter geben/ wenigst wö-chentlich einmal/und die Zunge damit reiben/ bißwei-len auch mit Wein und Essig/ ihnen die Essigkeit zu er-halten und zu erwecken.

Ob das Joch den Ochsen besser an die Hälse/ alsan die Horner angelegt werde/(wie Loiumcliawill) istdieser Unterscheid zu halten/daß man an ebenen Ortendieses kanpasiiren lassen/ wo es aber Berg, auf undThal'ab gehet/ hat der Wagen (wann das Joch amHals liegt) zu Thal keine Haltung/daher besser ist/ dasJoch an die Hörner anbinden / weil sie auch daselbstihre gröste Stärcke habüi.

Die Savoyarden / wie Herr 8-rrcs schreibt/brauchen ein gedoppelt Joch/und binden das eine andie Hörner/das andere an den Hals/vermeinend/eskomme die Ochsen/ der Weg sey hoch oder nieder/der-.zestalt am allerleichtesten an; dißfallS ist sich nun nach5er Landes-Art / und gememen Gebrauch zu richten/wann man nur mit dem Viehe sittsam/ gelind und ge-bührlich umgehet/und solches nicht übertreibt.

Ein Knecht kan wol (wo stärcke zähe Felder sind)sein Tagwerck mit zwey paar Ochsen dergestalt ver-richten/daß er Morgens ein Paar/und Nachmittagdas andere Paar einspannet; in der grossen Hitze mußdie Arbeit alleinFrühe undAbends geschehen; an theilsOrren werden auch gar die Kühe eingespannet; manmuß aber nur die galten/ die nicht tragen/ darzu geweh-nen/und sie des Tages bloß auf etliche Stunde brau-chen/so wird man an derMilch keinen sonderlichen Ab-gang spühren.

ÄlleArbeit muß früh angefangen/und nicht aözuspatgeendet/ nichts zur Unzeit fürgenommen / noch durchVeriaumniß verwarloset/weder bey schönem Wetterund guter Zeit aufgeschoben/noch bey allzudörrer oderzu nasser Witterung/fü r die Hand genommen werden.

*D