Siebendes Buch/ Acker-Bau.
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hielten / und die Generalen bey den Kriegs-Armeenihre Untergebene mit schärfferer Disciplin belegtten /so würde der Fürst reichere Unterthanen / der Bauers-mann mehr Ruh« und Sicherheit/ und der Soldatmehr Lieb und Unterhaltung finden: Zum Wider-spiel aber geben die Herschafften/.Fürstenund Ob-rigkeiten bisweilen selbst Ursach/ weil sie an ihren Hö-fen solche Hof-und Cammer-Räthe hatten/ die.aufalle Griffund Fündlein gedencksv/ wieden Untertha-nen das Marck aus den Beinen möge gesogen wer-den/ und je öffter uod stärcker fie solche ßnden und ein-
zwingen konuen/je in grossem Ansehen find sie / undüberreden die Obrigkeit noch darzu/ daß es ohneScha-den und Verderben der Unterthanen geschehen könne/so doch ihrem eigenen Gewissen und derWarheir gantz-lich zu wlder ist / indem die Armuth^nd das Elend derUnterthanen/ein. Vorläufferin ist des Verderbens/und des endlichen Rum ihrer Obrigkeit und Her:-schafft/dardurch sie um Lab und Seel kommen können;müssen alsodi«armen Bauern/ so wol im Krieg alsim Frieden/ dgs meiste leiden / so mit Thränen zu be-klagen ist»
Er die Felder und Grundstücke erblich / oderdurch zulässige Mittel erlangt hat/ der hat der>Wahl halber wenig zu thun/ weil crs behaltenmuß/ wie sie sind; was man aber durch Tausch oderKauffan sich zu bringen gedencket/ da ist es erlaubt/sichvorher» wol zu bedencken/was es für eine Beschaffenhcit damit habe/wie es gelegen/obs eben/abhängig tieffoder bergicht/ obs warin oder kalt/ fruchtbar oder übel-trächtig/ steimcht/ leimicht/ oder sandicht / feucht odertrocken/schwartz/roth oder graulicht sey; dannwiewoldie Erde/ ihrer Eigenschaffr nach/ trocken und kalt ,st/wird sie doch öfftermahls von aufferlichen Zufällenmercklich geändert. . . , «.
. Des Grundes Beschaffenheit recht zu erkennen/istdas allerbeste und gewisseste Mittel die Erfahrenheit/denn in zwey oder dreyen Jahren wird ein Held/ wannes mir gebührlicher und nothwendiger Wartung ge-pflogen wird/leichtlich anzeigen/ob es gut/ mittelmässigoder schlecht sey/ lasset also die Erden sich viel aufrich-tiger erkennen/ als ein Meusch/ dessen Art oder Unart/durch lange Zeit/oder Practicirung/nicht so eigentlichzu erforschen / daß man ein gewisses und unfehlbaresUnheil davon fällen möchte.
Der schwartze klebrichte Grund wird/wegen inha-bender Fettigkeit/ bey den meisten verlangt; der weiss»und aschengraue aber/wegen der gesaltzenen ünd nitro-sischen Art/ gehasset/doch thut dieses offtermals fehlen:Gleichwol ist es das gewisseste Zeichen eines flüchtigenBodens/ wann die Feld-Wald-und Garten-Baumehoch und Aest-reich/ sonderlich wo wildeBirn-Aepffel-Kirschen-und andereObstbaume von sich selbsten wach-sen und sich ausbreiten; wann die Saaten schon/ dick/groß,ähricht/und viel-körnig/ die Wiesen Gras-undBlumreichzwann dieFelder nicht so trocken und hoch /!daß sie allzeit dür: / nicht so seicht und tieff/ daß sie allzeitnaß/ nicht so zähe und dick/daß kein Regen oder Son-'nenschein hinein/ nicht so lück und mürb/daß die Wur-tzen vonHitz oderKälte alsobald durchgegriffen und be-leidiget werden. In kalten Ländern sind die Aeckerbesser gegen Mittag und Morgen; in warmen aber/besser gegen Abend und Mitternacht. Insonderheit istdiß ein Zeichen eines erwünschten gutenBodens/wanndie hohen Berge von Grase / Kräutern und Bäumendick bewachstn/und mit Bronnenquellen versehen sind.Also auch wo schönes Grase/allerley Feldpappeln/ kutacspr-na. und dergleichen gefunden wil d; wo aber ge-fallene Krauter/ als Wermuth/ Buchsbaum/ Krane-
der Aecker.
wethenundFarzenkraut zu sehen da ist dasMiderfpiel.Die Grösse/ Dicke/und Höhe/der Feldbaume ist ein be-sonders/ gewisses Zeichen der Fruchtbarkeit des Bo,dens/wie dann die neuen bestattigen / daß in
Brasilien etliche Baume daselbst über 400.Schuhehoch wachsen / und so dick sind/ daß 14. oder 15. Maneinen nicht umklafftem mögen / ja daß man aus einemeinzigen Stamm emeSchuyte ausbauen kan/darmnanderthalb hundert Menschen sitzen und fahren können.
Weil nun die ErkMniß des ErdreichsderGt undist/ daraus/ wie unsere Arbeit gedeyen werde/zu wiss n/daher ist sich desto höher zu befieissen / solches wo^ zi! e: -lernen/ damit die Arbeit desto reichlicher belohnet /Erden mitMischun'g und Dungen desto emsiger gepflo-gen/und die Hoffnung desto weniger betrogen werde.> Die Alten haben dieses Zeichen gegeben eines gu-ten Grundes/ wann man eine Gruben im Feld aus-gräbt/und die Erden wieder einfüllt; wannsolchenundie Gruben gleich eben wieder ausgefüllt/ ist es ein mit-telmassigor; wann der Erden nicht genug ist/ein schlech-ter ; wann ihrer aber zu viel ist/daß von Außfüllung derGruben noch etwas überbleibt/so ist es ein guter Grun-de/weil sie durch ihr einpfiantztes kräfftiges ?crmen-tum, von der angezogenen Lufft (wie einTaigvonei-nemSauerteig)gleichsam angeschwelletund geschwän-gert wird. Ferner wird dieser Grund auch gepriesen/wann er angefeuchtet an den Fingern klebt/ oder wannin Bronnenwasser ein wenig Erde gethan/umgerührt/und biß sie sich wieder setzt/ gelassen/hernach durch einsauber Tuch gesihen/gekostet/ und süß und lieblich amGeschmack erfunden wird; hingegen wann sie wider,wärttg/gesaltzen/stinckend/ kreidicht/ murentzend odersalirrisch ist/g«ebt sie geringe Hoffnung. Man glaubtauch/ daß diß ein Zeichen eines guten Grundes sey/wann einAcker/ nach lang erlittener duner Zeit/bereg-net/ einen guten Geruch (so von den Sonnenstrahlenverursachet wird)von sich gibet.JtemcoUumc». sagt/es sey ein gutes KorwLand zu hoffen/wo Mich/ Ried/Pimsen/Klee/ Brombeer/ und Schleen wachsen.Das gewisseste ist/ wann man (wie oben gedacht) ohnediß ein Gruben im Feld machet / daß man sehe/ ob dieerste Schwarten oderLege der Erden (die obenauf all-zeit für das beste/weil sie der Sonnen und des Regensund aller himlischcn Einflüsse am meisten geniesset/ unddavon amfüglichsten imprs-gnixt wird) rieffund weithinab einerley Grund und Farbe hat; weil es aber seltengeschiehet/ ists genug/ wanns ein wenig mehr als einem
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Werck-