Siebendes Buch / Ackerbau.
GrundherrnS / des Sigenthumers selbstund.seiner Er,ben und <^reljitoren Nachtheil und Schaden. Demaienvorzukocken/mit gebührlicher ÄnthungundBes-serungs-Mitteln/so wohl Christlich als löblich ist. Da,her nicht unbillig der tapffere König ^ziiwillabevVa-lerioö>»sximo ein sonderliches Lob^rworben/ und ik-meherrliches Zeugnißgegebenwird /weiler das Kö-nigreich Numidien schlecht und arm empfangen / undsolches trächtig/ fruchtbar/und an allerhand Früchtengesegnet/verlassen hat. Der weiseGesetzgeber kycur-Ku» hat seinenBurgern alle Gründe gleichausgetheilt/damit dieseGleichho't der Güter / auch tU einer ßeissi,genGleichheit des Ackerbaues/^!« bewegen solte. -Unddafern einer/ ausHalsstarrigkeit und Faulheit/ seine«Gründen nicht wol fürstehen/und solche imAbbau ksm,menlassen Hvürde / holten nicht allein diese Grunde ei,mm anderv/sondern auch der vorige faule Besitzer vorallen Dingendem Frembden/ der sie kauffen würde/zum Sclaven und leibeignen Knecht / mitsamt denGütern überantwortet werden. Welche Schärftemanchen gezwungen hat zu arbeiten/ der<s ohne bißsonst wohl hätte bleiben lassen.
Ae Ursachen aber dieser Kranckheit sind nunmehrso tieff eingewurtzelt / daß es fast unmöglich scheinet/.solche auszureuten; willjetzo nichts melden / wie deralte Varrodiesemdie Schuld gegeben/daß dieHauß-Vatter sich in die Städte begeben/Pflug und Sichelndaraussen lassen/mehr bey den Weinschencken und aufdem Tantzboden / als in Kornfeldern und Weinber-gen/ arbeitm/ durch allerley Fürwitz/ Bäder/ köstliche' keure Speism/spielen oder schlaffen/ den Tag und dieNacht mit Geilheit/Trunckenheitund Unordnung zu-»ringen; sondern aSein dieses andeuten/ ich glaube/dieVerachtung des Bauren-Lebens/und die daraus ent-priessende Nachlästigkeit und Unverstand/ seyen eingrosser Vorschub zur Verringerung und Abnehmen>es Feld-Baues; Denn wer ist/der sich um ein Ding)vch bemühen mag / welches er von den meisten ver-ächtlich siehet angesehen werden; und worinn man sichnicht viel bemühet/und durch Fleiß/ Sorg/ Erfahrung)öher zu kommen/ nicht suchet noch verlanget; darausentstehet die verderbliche Nachlässigkeit und Faulheit/und aus dieser wird der menschliche Verstand / gleich-wie ein ungebautes Feld/ mit Dornen und Disteln derThorheit und Unwissenheit also verwachsen/ daß manalles geben lässet/ wie es gehet/ der alten weisen Mey-nung/Regel und Ordnungen ausser acht lässet; Zeit/Gewitter/ Gelegenheit versäumet; und also von seinenFeldern den rechten billichen Wucher /wie man wohltönte/ nicht aufhebet/ sondern alle Jahr zubüssen/ ent-lehnen/und «icht wieder abrichten kan/daher man auchendlich Hauß und Hofmit den Rucken ansehen/ undden Bettelstab mit Spott und Schand in die Handnehmen muß.
Wie hoch und wehrt aber der Feldbau bey den Al,tm geachtet worden/geben so wohl die H. Schrisst/alsauch andere weltliche Geschichten/ genügsamen Unter
fies aufdasHöchste gebracht haben: VielExempla an-zuführen/ habe ich/Weitlaufftigkit zuvermeiden/ ger,M unterlassen/und allein dieses sagm -wollen / daß zuwünschen wäre/ es möchten die hoheMustliche Lands,Obrigkeiten/so wohl ihren eigenen / <ls den gemeinenNutzen bedencken/ die '-fleissige getreu» Bauren- undAcker-Leute/(quos Velcrcs lZnÄoiH^nviolalsilcs <jl-
xerunt, pltiilmgHue Privileg,? Impp. ji«6em, tckaOic. conccllcrunt) und sonst aK diejenigen / die we-gen guter Wirthschafft berühmt seynd/ desto wertherhalten/mit Freyheiten und Privilegien begnaden/ dieNachlässigen aber undVerchulichen desto schärffer an,sehen / und dadurch jedermann zum Fleiß und Arbeitaufmuntern und anspornen. Allermassen die Römerihre eigene ccnsorc» gehabt / die dergleichen unwirth,liche Hausvätter vor Gericht cirirt/ und da man denUnfleißaufsiedarthun/ste aber solchen mit Warheitnicht entschuldigen können / mit strenger Obsicht und ^Straffe belegt/und dardurch viel zur Besserung ange- ^
brachthaben, ccnsorium probrut« juclicüdLtur,sxrum mslö colcrc »utsrare, sagt?Uniu»I>b. izcsp z.
Und im Laud zu Würtenberg werden eigne Leute»n der Oluigkeit bestellt/ sosieFeldstützler nem -'n/.
von ^
die werden mit Pflicht und Eyd beladen / zu allen Or-ten und Arbeiten / des Acker-und Weingart-Büuee/zugehen/ ob sie zu rechter Zeit wohl gebauet/ oder übelversorgt worden / dieselben / bey sonderlich - gesetzterStraffe/anzuzeigen/und hierinnen niemanden zu ver>schonen.
Ehe wir aber zu demFeld-und Ackerbau schreiten/wollen wir mit wenigen der Dörffer und derselbe'? ge-dencken / die fast allein damit bemühet/ und darzu g,-braucht »erden; als nemlich derBauren/die ihrenNs-men von Anbau derGründeschöpffen/und meistensin Dorffern oder einschichten F'eldgebäuen wohnen,die Dörffer seynd unterschieden von den Städten/ daSsie keine Mauren / und von den Marckflecken / daß fiekeine HalsgerichtS-Zeichen/als Stock/ Galgen undPrangerhaben; darum werden dieser zwey letzternA»,wohner Burger/der Dörffer aber Bauern genannt:und hat die in erfolgenden schweren Kriegs,LäufftenvorkommendeUnsicherheit/da niemand in denBauren,Häusern sicher war / die Noth gelehret/ daß man etli-che wohlgelegene/sonderlich aufVerqen vortheilhafftiggebaute/und mit Wasser/Brunnen oder Flüssen verse,heneDörffer mit Mauren eingefangen / damit sie nichtso leichtlich könten überfallen und geplündert werden;welches dann mit derZeit also zugenommen und verbes«sert worden/daß endlich de:Vestungs-Bau(wieer h utzu Tage braucklch ist) daraus entstanden/ und nachund nach zu grösserer Vollkommenheit gebracht wordsist. In Dörffern sollen von Rechts-wegen keineHand,wercksleute wohnen/noch einigerHandel darinn getrie,ben werden/weil denStädten dadurch grosser Abbruchgeschiehet / auch der Feldbau damit etlicher Massen ver-hindert wird. Unsere alten Teutschen habm/ nach 5s.
richt; daß/von dem Pflug / Burgermeister und Obri- citi Zeugniß/ nicht solche Dörffer / wie jetzund / da vielsie Feld-Hauptleute sind abgefordert; daß Kayser/ Kö- Häuser benachbart stehen/ gehabt / sondern ist eines je-nige und Fürsten sich des Feldbaues beflissen/dardurch " ^
fie billich diese Handtl^ierung in Hoch, und Wehrt-Haltung gebracht / den gemeinen Mann zur Nachah-mu ng augereitzet/und damit des gemeinenWesensBeII. Tbttll
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den Wohnung und Grunde von dem andern abgeson,dert gewesen/ wie es noch an etlichen Orten / sonderlichim Viertel ob Mienerwald in Unter.Oesterreich/ undin Land ob der Ennß die Gewonheit ist. Lcrmini fsaqt
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