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Anderer Th. (1716) Wie die Bau-Gründe und fruchtbaren Felder auf das nützlichste und ersprießlichste anzurichten ...
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Be6 Adelichen Land-und ^elo^Lebenö

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Des

glichen Uaud-und Meld-Tebens

Siebendes Buch/

<^x?«-r I.

Vom Ackerbau.

S hat schon zu seiner Zeit/und bald nach unsers HErmChristi Geburtcher berühm-te und in den Wirthschafft-Geschafften Hocherfahrne

Oaciitaner, l^. /i^mus Lolu-

msiia, m^er Vorrede übersei ie Bücher vom Acterbau/vermeldet: Er höre offt-undvielmahl/ dieFürnehmstenmderStadt Rom/ baldüber des Himmelsund der Lusst Witterung/ bald überdie Unfruchtbarkeit des Erdbodens sich beklagen;gleich-sam/ als ob die Erden/ wie ein altes und kaltes Weib-lein/die Gebär-Kraffren verlohren/ nunmehr fast aus-getragen/und also müd und abgemattmdjeWürckungder erstlich-eingepsiantzten Trächtigkeit nicht mehr Här-te. Welchem doch/ wie billig / der weise Heyd einigenGlauben nicht zustellet/ja/es mehr unbillig erachtet/desErdbodens Eigenschafft also zu verlästern/als wäre sol-cher aus einer Kranckhei:/ oder hohen Alter/ unfrucht-bar worden/welchen dochGOtt/derWelt-Gchöpffer/mir unaufhörlicher Tracbtigkeir/als eine Zeug-Mutteraller Gewächse und Geschöpffe / begäbet und begnadethat. Glaubet auch/.daß alle Mißwächft/ -weder durchdes hicklischen Gewitters Ungunst/noch aus derErdenUnbequemlichkeit / sondern mehr aus unserer eigenenSchuld/ uns wiedersahren / und ihren Ursprung neh-men;weil/da vor diesem dieAllergeschicklesten^mHeld-bau sich gebrauchen lassen / wirjeho die allergeringstenund untauglichsten Knechte dazu anspannen;d,e Eigen-thümer der Aerker selten selbst Hand anlegen /. sondernnur andereuuberichtete und ungeschickte darinnen um-wühlen und arbeiten lassen / welche weder des Gewit,ters Beschaffenheit / noch die Eigenschafft der Felder/noch die Art der Saamen/noch diegelegene Zei:/wannund wie jedes anzugreiffen/verstehen/nur plumper welseund ohnqefährde/es geralhe wie es mag/ ihren Feldbauhinstümmsln;dahero auch die Hoffnung deswartendenHaußvatters bivig / aus seiner und der Seimgen eige-ne »Schuld und muthwiÄigenUbersehen/so offt un viel-mal ausdasEysgeführetund schandlich betrogen wird.

Esvermeynetauch erstgenannter coiumeNa, es

komme daher/ weil in allen Künsten und MisseM^f'-ten/ als in der Wolredenheit/ ^utics, Dantzen/»-ser-bauen/Schisser-Kunst/Kriegen/Handeln und<ilren/taugliche Lehrmeister darzu erfordert werden/d^euns wol und recht unterrichten. In dem Ackerwcrckaber / welches ungezweiffelt der Weißheit am nächstenverwand ist/ finden sich weder Schüler/noch Lehrmei-ster/da doch der gemeine Nutzen keiner Handthierung/! als dieser/mehr vonnöthen hat/ und weniger entrathenkan/ auch nichts dem Leben so bequem ist / und der lx ueundunschuldigste Seaffel/zur^chtmässigemReichthumzu gelangen / da ssust die meisten andern Händel mit et-was Unbilligkeit/Wucher und Bortheilhafftigkeitvcr,mischet sich befinden. Wäre also zu wünschen/ daß dieHerren/ so grosse Güter und Felder besitzen/ ihnen denAckerbau selbst besser liessen anbefohlen seyn/ und aller,ley/ theils durch die Alten aufgezeichneter/ theils durchtagliche Erfahrung bekannter Vortheilen/sich nützlichgebrauchen/und also ihren Dienstboten desto besser undfüglichcr/waszu thun/ oder zu lassen/vorschreiben undandeutm;auch daß alles und jedes zu gelegensamer Zeuausgerichtet würde/recht anordnenmöchten.

Noch höher ak<r würde es einem ganhtti Land.zumbesten gedeyen / wann die Lands-Fürstliche ObrUe«! .selbst indieftm Stück / durchverstandige gewisse dm-z;! jverordneceBediente/jahrlichihrHantzesLandberenci/./der fieissgen oder nachlälsigen Haußhalter Gebiet/Gründe/Felder m-d Anbau besichtigen / und sowol < je-gen demersten ihre Gnade/ alsdem letzten ihr Mißs al-len nachdrücklich vermercken liessen. Sowürde a>^chjeoe Privat>Ha zschaffc-diesem löblichen und nützlichenBeyspiel folgen; und bey ihren unterhabenden Hsu-sern/in einem ui.d andern bessere Obsichl halten/ damitdem gantzen Land desto besser gewartet/ sein Aufneh-men gebesscr: / und dadurch eines jedwedern Hauß-AArthsWohlstaud mercklich befördert?de; undobwol diesesÄttdr-üßiich und übel practicirlich fürkomt/ z! weil dergleichen Handel in unserm freyen Willen ire- ^^ Hen;und1xr/so »hm selbst übel Kauset/einem andern keini Un: echt zu thun scheinet; so ist es doch/ wann manseiKentKchabwaget/nicbt allein eines nachlassigenHauS-vatters/sondern auck/derLands-Fürstl.Obrigkeu/des

Grund ^ j