Gemeinnütziges. 129
Noch will ich bemerke!?, daß hier am Niederrhetnin sparsamen Haushaltungen statt Cichorie, die vielenicht vertragen können, sehr häufig gebrannte Gerstegebraucht wird, welche zu 17 Pfennig die 500 Gramm,in allen Spezereiläden zu haben ist, und man nimmtdann halb Kaffee, halb Gerste.
Das Natron in der Küche. Wie oben schongesagt, ist das doppeltkohlensaure Natron auch sonst inder Küche oft recht nützlich, um Fleisch nnd Gemüse,besonders Hülsenfrüchte, schnell weich zu bekommen undman gebe auf eine Portion für 3—4 Personen, in daszum Abkochen bestimmte Wasser, eine starke Messerspitzevon dem Natron und zu Fleischspeisen wird beim Auf-setzen, auch eine starke Messerspitze davon, darüber ge-streut, wodurch cZ wohl eine Stunde früher gar wird.
Waschen des Kaffee's. Sowohl wegen deroft sehr gefährlichen Verfälschung des Kaffee's, s. denAbschnitt „Verfälschung der Lebensmittel",als aus Neinlichkeitsrücksichten, weil die Zieger bei derBearbeitung des Kaffee's sehr unreinlich verfahren sol-len, ist dringend anzuraten, denselben vor dem Brennenzu waschen; hat man das Waschen einmal in sei-nem Beisein vornehmen lassen, so kann man sich schondurch den Geruch überzeugen, daß es keineswegs über-flüssig war, und taucht man eine blanke Messerklingein das Wasser und sie läuft rötlich an, so waren dieBohnen mit Kupfer gefärbt, der „pure Mord",Wie in erwähntem Abschnitt ein Chemiker es nennt.
Um den Kaffee nun zu waschen, so reibe man ihn,nachdem er anf das sorgfältigste verlesen worden, daßja keine falsche (schwarze, faulige) Bohne darin sei, inkaltem oder lauwarmem Wasser, mit den Händen ge-hörig durch, schütte ihn auf einen Seiher und gießeWasser nach; reibe ihn dann in einein groben, sehrreinen, leinenen Tnche wohl ab, breite ihn anf starkemPapier aus und lasse ihn an der Sonne oder an einemwarmen Orte recht trocken werden.
v. Pröpper. Das Hmisweseii. 9