^24 Wohlthätigkcil.
schüssel; koche daiu: ^2 Liter Wasser mit etwas Salz,vermische es mit Liter saurem Rahm, gieße es überdas Brot und gebe es gleich zu Tisch. Besonders fürWöchnerinnen.
Sind die armen Kranken in der Genesung begriffenund dürfen kräftigere Speisen genießen, so wird sich,auch selbst in sparsamen: Haushalt, ein SchüsselchenGemüse und ein Stückchen Fleisch finden, aber die Haus-frau muß sich auch überzeugen, daß die Armen die ihnenzugedachten Speifeu auch richtig erhalten, denn die Dienst-mädchen, welche sonst mit dem Eigentum der Herrschaftoft so gern freigebig sind, wenn es ihnen keine Mühemacht, drückeil sich oft möglichst, wenn sie einige Schrittethun sollen, um einem Kranken eine Labung zu bringenund bedenken nicht, daß sie, die doch anders nicht vieleWohlthaten ausüben können, auch wohlthätig sind, wennsie diese ihnen übertragene kleine Dienstleistung („s.Motto") gern und freundlich besorgen.
Ferner können die geschickte, fleißige Hand und dasgute Herz der Hausfrau große Wohlthaten, ohne großeUnkosten, erweisen, wenn sie hin und wieder, besondersvor Weihnachten, ein paar Stunden anwendet, um ausabgelegten Sachen oder Resten Kleidungsstücke für armeKinder zu verfertigen, Strümpfe für sie zu stricken unddergl. mehr, und sehr arm müßte doch die Frau sein,welche diesen nützlichen Sachen zum Heil. Abend nichtnoch einen Pfefferkuchen, einige Aepfel und Nüsse, einBilderbuch, einen Bilderbogen, ein Püppchen oder ähn-liches beifügen könnte.
Wo größere Kinder im Hause sind, da wird es beiden meisten nur einer Anregung bedürfen, daß sie selbstzur Bescherung für arme Kinder mithelfen, von deneigenen Sachen etwas beisteuern und fo schon früh ler-nen, wie „Geben seliger sei, denn Nehmen."
Wenn ich nun hier, eben in Bezug auf „Geben undNehmen", noch ein allerliebstes Weihnachtsmärchen desberühmte,' russischen Dichters, Turgeniew, mitteile, so