Druckschrift 
Das Hauswesen : guter Rat für junge Frauen und Mädchen von einer alten Hausfrau
Entstehung
Seite
118
Einzelbild herunterladen
 

118 Sparsamkeit.

Pfennig täglich im Jahr schon 3 Mark, und 10 Pfennigtäglich jährlich fechsunddreißig Mark, und wie leichtläßt sich oft, ohne alle Entbehrung und ohne Mühe,dieses ersparen, indem man, um uur eins zu nennen,die Feuerung überwacht, s. Hausordnungdas Kochen",wo schon beim Anmachen eine kleine Ersparnis eintretenkann. Eine sehr wohlhabende Bürgersfrau sagte mir,daß sie zum Herd- und Ofen-Anmachen nie etwas an-ders nehmen lasse als Kartoffelschalen, welche jedesmalgleich in den Backofen (Röhre) gelegt würden, und wennalles überflüssige Papier sorgfältig verwahrt wird, sokann auch dies, zumal in noch kleinein Haushalte, man-ches ersparen.

Zunächst ist dann, nachdem man sein Budget fest-gestellt hat, eine genaue Aufsicht und Uebersicht nötig,ohne welche ja ohnehin nichts gedeihen kann.DasAuge des Herrn macht das Vieh fett," und nun gardas frische, klare Auge der jungen Hausfrau, wenn siein ihrem kleinen Reicheläßt ihre Aeugelein um undum geh'n."

Allbekannt, aber immer noch nicht genug beherzigt,ist das alte Märchen, wo eine junge Frau, wegen desübergroßen Verbrauchs in ihrem Haushalte, den Rateiner Fee nachsucht und von dieser ein Zauberkästchenempfängt, welches sie mehrmals, bei Tag und bei Nacht,im Hause hernm tragen muß, und da findet sie dannden Keller offen und viel Wein ausgetrunken und aufdem Speicher das Getreide von den Ratten angefressen;in der Küche war eine kostbare Speise mißraten unddie Köchin schüttete sie eben weg; im Bügelzimmer liegtdie nicht gehörig trockene Wäsche und ist voll Stock-flecken; in der Vorratskammer verderben die Vorräte,im Garten verfault Obst und Gemüse; im Stalle hun-gern die Pferde und der Kutscher trägt gerade einenSack mit Hafer weg; die Herrschaft begnügt sich obenmit einein einfachen Thee und die Kammerjungfer hatunten eine feine Soiree! Dergleichen kommt aber