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Das Hauswesen : guter Rat für junge Frauen und Mädchen von einer alten Hausfrau
Entstehung
Seite
109
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Die Mahlzeiten. 19g

Das Abendessen verlegt man gern ans sieben Uhr;es unterbricht im Winter die langen Abende und mangewinnt nach dein Essen ein paar ruhige Stunden. WoNachmittagkassee beliebt ist, da empfiehlt es sich, ihngleich nach dein Mittagessen, noch auf dem Tischtuch zutrinken, welches besonders von den Herren, als angenehmanregend, geschätzt wird, und nicht, wie z. B. in Rhein-land, uni vier Uhr eine förmliche Mahlzeit daraus zumachen, wodurch die Nachmittagsarbeiten unterbrocheilund gestört werden. Auch behaupten ja die HerrenÄrzte, es sei ungesund, so oft zu essen, weil der Magendadurch zu einer Thätigkeit gezwungen würde, ehe erdie vorige Mahlzeit ganz bewältigt habe.

Kinder können nun wohl nicht so lange warten undman gebe ihnen daher, etwa um zehn Uhr morgensrind vier Uhr nachmittags, etwas gutes Brot ohneButter, überhaupt so wenig Butter wie möglich, welcheja auch, wie namhafte Ärzte behaupten, die schrecklicheDiphteritis befördern soll, und frisches Obst dazu,oder rheinische Apfelgelee, süddeutsches Gesälz, Pflau-menmus oder Honig, aber immer zur bestimmten Zeit-und nie zu viel oder gar Leckereien, damit für dieHauptmahlzeiten der gesunde Appetit nicht verdorbenwerde. Nach einer berühmten Kochausstellung und Prä-zniirung erschien einst folgender Vers:

Prämiirt sind der Kollegen viel,

Manch' alter und manch' junger,

Allein wo bleibt der beste Koch,

Hochachtungsboll der Hunger.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich, zun: Besten viel-leicht mancher Kinder und Eltern, noch erwähnen, wieineine Mutter es mit uns Kindern zu halten pflegte,wem? wir irgend eine Speise nicht gern essen wollten!manche Eltern zwingen dann die Kinder dazu, welchesmanchmal eine Härte sein kann, salls wirklicher Wider-wille vorhanden wäre; meistens aber ist es Leckerhastig-keit, Laune oder Eigensinn; doch wurde das bei uns