110 ^ccrcn und Servieren des Tisches.
nicht untersucht, sondern wenn wir eine Speise ver-schmähten, so bekamen wir einfach nichts anderes alsBrot, so viel uns beliebte und das half.
In vielen Familien wird gar nicht zu Nacht ge-gessen, sondern Thee getrunken, wozu in der Schale ge-bratene Kartoffeln mit frischer Butter oder Eier, beliebtsind, oder man begnügt sich, um Zeit und Feuerung zuersparen, wenigstens in der schönen Jahreszeit, mitkalter Küche. Bekannte von uns, sehr wohlhabendeLeute, die aber des Dienstbotenjammers wegen nur einDienstmädchen halten wollten, tranken auch gleich nachdem Mittagessen ihren Kaffee und nahmen abends nnrSalat mit Eiern, die morgens schon gekocht worden,und kaltes Fleisch oder einen HäringSsalat mit Butter-brot. Auch läßt sich durch die Petrolenm-Öschen vieleFeuerung ersparen.
Decken und Servieren des Gisckes.
Ordnen wir nun mit der jungen Hausfrau zuerstein kleines Diner an: das einfache, häusliche Mittags-mahl wird sich dann später darnach ergeben.
Eine, oft übersehene Hauptsache ist, daß der Tischgroß genug sei, denn die beste Mahlzeit mundet nicht,wenn man gedrängt und unbequem sitzt (6V CentimeterRaum kann jeder Tischgenosse beanspruchen), und manhat auch sonst nicht Platz genug zu hübscher Aufstellungder Speisen oder, wie jetzt fast allgemein üblich, desDesserts, welches von Anfang an mit Blumenvasen,Obstkörbchen, auch wohl Kompots und seinen Piklesdazwischen, auf die Tafel gesetzt wird. Die Speisenwerden dann einzeln präsentiert und die größeren Fleisch-speisen in der Küche oder auch von dem Hausherruauf der Tafel zerlegt.
Das Decken der Tafel muß mit größter Pünktlich-keit geschehen und alles recht gleichmäßig und ordentlich.