IgZ Tic Mahlzeiten.
und ermahnt hat („Vorsichtigkeit ist die Mut-ter vom Porzellankasten," sagen die Holländer),so sehe man bisweilen nach, besonders beim Spülen,wo sie so häufig rauh mit dem Geschirr umgehen undnur, wenn gar zu viel oder aus groberNachlässigkeit zerbrochen wird, ziehe man esihnen am Lohn ab, ereifere sich aber nicht unmäßigüber jeden zerbrochenen Teller; dadurch bringt man dieDienstboten nur zum Verheimlichen und Lügen, welchesdurchaus vermieden nnd nicht geduldet werden muß, in:Gegenteil müssen sie es gleich anzeigen, wenn etwaszerbrochen worden ist oder, jeder in seinem Bereiche,s. „Inventar", dafür auskommen und sie werden dieseAnzeige bei einer vernünftigen Herrschast, die bedenkt,daß sie selbst auch schon manches zerbrochen hat, nichtunterlassen, aber leider ist Vernunft und Billigkeit beivielen Herrschaften nicht zu finden.
Hierbei möchte ich noch anraten, nicht zu dulden,daß zerbrochene Teller oder Schüsseln weiter benutztwerden, um etwa in der Speisekammer etwas zu ver-wahren; es sieht gar zu häßlich und unordentlich aus,man bestimme lieber die geringsten irdenen Teller dazu.
Iio Wcrktzeiten.
Was die Mahlzeiten und die Bestimmung der Er-stunden anbelangt, so richtet sich das natürlich nachLandesbrauch und den Geschäften des Hausherrn, dochwürde ich jedenfalls raten, nur drei Mahlzeiten zu hal-ten, wie, sehr zweckmäßig, in Frankreich und Englandim Brauche, für uns in Deutschland also Frühstück,Mittagessen und Abendessen. Früher scheint man, einemalten Spruch zusolge, in Frankreich nur zwei Mahl-zeiten gehalten zu haben.
Steh' auf um Sechs, Dinier' um Zehn,
Soupier' um Sechs, Schlaf' ein nm Zehn,
So wirst du lebeu Zehn mal Zehu.