Gute Manieren der Dienstboten. Das Zerbrechen. 107
Da auch von manchen andern Personen, welche imHause zu thun haben, gegen anständige Manier gesün-vigt wird, so steht, wie es in alten Zeiten üblich war,auch an meiner Hausthür der Spruch:
Wer hier in dieses Hans tritt ein,
Der nehme ab die Mütze sein,
Pntz' ab die Schuh',
Die Thür mach' zu.
Thu' aus dem Mnnd Pfeif' nnd Cigarr',
Enthalt' sich Pfeifens uud Singens gar,
Knrznm, bedenk' zu jeder Frist,
Daß er in einer Kneip' nicht ist.
Hier läßt sich wohl ganz passend das leidige „Zer-brechen" in Erwägung ziehen, welches auch sast immerdurch schlechte Manieren entsteht, daß zu rauh und ha-stig mit den Sachen umgegangen wird, oder, um sicheinen Gang zu sparen, zu viel aufgepackt, oder imDunkeln gegangen u. s. w., und es ist denn auch hier-über eine eingehende Belehrung notwendig.
Henriette Davidis sagt darüber: „Hinsicht-lich des Zerbrech ens von Geschirren, wodurch„namentlich bei flatterhaften Dienstmädchen stets Ver-„druß und großer Schaden für die Hausfrau entstehen„kann, möchte es zweckmäßig sein, daß die Hausfrau„beim Mieten ein Gewisses sür's Zerbrechen bestimme,„das in glücklichen Fällen in die Kasse des Dienst-„mädchens flösse, ginge aber der Wert der zerbrochenen„Gegenstände darüber hinaus, so würde das Fehlende„vom Lohn zurückbehalten. Es wird solche Einrichtung„von seiten der Dienstmädchen zu größerer Vorsicht„führen und die Hausfrau manchen Verdruß weniger„haben." — Aber ich möchte dem nicht beistimmen undkönnte es nicht für gut halten, in dieser Weise dasInteresse an Stelle der Pflicht zu setzen, son-dern (und dabei habe ich mich immer gut befunden undwir haben Tassen im täglichen Gebrauche, die weit überhundert Jahre alt sind), wenn man die Dienstboten zumvorsichtigen Behandeln der Sachen gehörig unterrichtet