104 Tie Dienstboten.
Ihrigen, gern erlaubt. Leichtsinnige Liebschaften sindstreng verpönt und werden energisch unterdrückt und dieMädchen dürfen, ohne Erlaubnis, durchaus nicht aus-gehen; findet sich aber eine ernstliche, anständige, nichtzu weit aussehende Bewerbung, so habe ich, wie frühermeine Mutter und Großmutter, den Besuch des Freiersan bestimmten Tagen immer bewilligt und gottlob nieAusschreitungen zu beklagen gehabt.
Zum Schlüsse dieses, für den Haushalt so wichtigenAbschnittes, will ich noch einige Worte beifügen, welcheich in dem Notizbnche meiner Urältermutter, von deremvortrefflichem Haushalte uoch heute die Sage in derFamilie geht, über die Dienstboten gefunden habe undwahrscheinlich für ihre Töchter bestimmt waren und einige,noch ältere Worte über denselben Gegenstand.
„Man spreche mit feinen Dienstboten nicht mehr„als notwendig ist, um sie zu unterrichteu und seine„Befehle zu geben; höre keine Neuigkeiten, kein Geschwätz„an und dulde keine Einmischung iu die eigenen Ange-legenheiten. Uebrigens sei man zuweilen milde und„nachsichtig bei geringen Versehen.
„Man sei gerecht. Ueberbürde sie nicht mit mehr„Arbeit, als sie zu leisten vermögen und helfe bei drin-gender Arbeit entweder felbst, oder hat man die Mittel,„fo lasse man Helsen.
„Alan zahle pünktlich den Lohn und mache ihnen„zuweilen Geschenke, halte sie auch im Essen nicht knapp,„aber ganz einfach.
„Man fehe, daß Dienstleute ihren Religionsübungen„nachgehen, allein dulde keine Uebertreibung darin und„gönne ihnen an den bestimmten Tagen Vergnügen.
„Man gebe täglich morgens die nötigen Lebens-rnittel zum Kochen vor und verlange genaue Rechnung„über das Eingekaufte, besichtige das vom Markte ge-brachte und wäge alles, was nach dein Gewichte ver-kauft wird.
„Dies sind Hauptregel», um Dienstleute zu erzieheil