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Das Hauswesen : guter Rat für junge Frauen und Mädchen von einer alten Hausfrau
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102 Die Dienstboten.

gegeben: Es war ihm ein so besonders schönes StückElchwild zugeschickt worden, daß er selbst in den Hofvor der Küche hinab kam, um es anzusehen; die Wit-terung war aber sehr warm und einer der Küchenbe-amten bemerkte, daß das Wild für die königliche Tafelnicht mehr tauglich sein werde und man es daher fürdie Armen bestimmen möge, worauf der König aberentrüstet antwortete:Ist es für die Armen gut, so istes auch für mich gut und ist es für mich zu schlecht,so ist es auch für die Armen zu schlecht."

Uebrigens verwöhne man die Dienstmädchen auchnicht an feine Speisen, wie sie auf den Herrschaftstischkommen, daß sie hernach meinen, sie müßten von allemhaben, lasse sie aber, besonders bei festlichen Gelegen-heiten und an den hohen Feiertagen, nicht leer aus-gehen, halte dies jedoch von Anfang fest. Wo mehrereDienstboten sind, fällt dies natürlich weg und sie be-kommen gewöhnliche und bessere Mahlzeiten, nach Lan-desbrauch. Meine selige Mutter ging jede,: Tag in dieKüche, um das Essen der Dienstboten zu versuchen undhielt strenge darauf, daß es zur rechten Zeit fertig undder Tisch reinlich und pünktlich gedeckt war und diemilden und hungrigen Leute nicht etwa warten undhernach in Eile essen mußten.

Ferner muß man den Dienstmädchen die nötigeZeit vergönnen, um ihre Sachen in Ordnung zu hal-ten, welches sie sonst an Sonn- und Feiertagen verrich-teten, aber dazu haben sie jetzt, wenigstens in hiesigenLanden, den allerdings sehr üppigen Rheinlanden,selten Lust und man weist ihnen daher häufig die Zeitnach dem Nachtessen dazu an, doch hat dies den Uebel-stand, daß sie dann gern die Hausarbeit übereilen oderliegen lassen oder, wenn keine strenge Aufsicht ist, überdie Zeit aufbleiben oder wohl gar einschlafen, weshalbvielleicht am besten sein möchte, ihnen jede Woche einpaar Nachmittagstunden dafür einzuräumen.

Selbstredend ist es bei einer rechtschaffenen, christ-