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Das Hauswesen : guter Rat für junge Frauen und Mädchen von einer alten Hausfrau
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Tie Dienstboten. 101

Ein wichtiger Punkt bei der Dienstbotensrage istNachtruhe und Sonutagruh e. Meine seligeMutter pflegte zu sagen: Nachtruhe, Menschenrecht,Sonntagruhe, Gottesrecht; im gewöhnlichen Lebenmußte um zehn Uhr alles zu Bett sein und noch inihrem hohen Alter überzeugte sie sich selbst davon unddaß auch sonst in dein weiten Hause alles in Ordnungwar, denn sagte sie, das sei der Hausfrau Recht.

Gleichermaßen suchte sie ihren Dienstboten möglichstdie Sonntagruhe zu erhalten und, da sie Hernm-streifen natürlich nicht duldete, zu erheitern, indem siean Sonn- und Feiertagen passende Bücher und Zeit-schristen in die Gesindestube gab und ich es nun ebenso fortsetze.

Wo nur ein Dienstmädchen ist, da wird, oft wohlnur ans Unkenntnis der jungen Hausfrau, manchmalsehr gegen die Gewährung der nötigen Nachtruhe ge-sündigt und es muß, namentlich am Samstag, bis indie Nacht hinein putzen und scheuern, während Madamevielleicht der süßen Ruhe pflegt oder in Gesellschaft istund das Haus dem Mädchen preisgegeben, welches, wennkatholisch und daher, unter schwerer Sünde, verpflichtet,Sonntags die H. Messe zu hören, wieder ganz früh,zur ersten Messe heraus muß, denn später hat siekeine Zeit.

Auch die K o st der Dienstboten wird hänsig nichtgenug beachtet; sie mnß reichlich, kräftig und sorgfältigbereitet, aber einfach fein. Bekommt, wie es bei nnreinein Dienstmädchen wohl üblich ist, dieses das Essenvom Herrschaftstische, so mnß Sorge getragen werden,daß sie es warm und appetitlich, nicht etwa bloß denAbhnb aus g e b r a u ch t e m T e l l e r erhalte unddie nötige Zeit, um es ruhig zu verzehren. Noch ver-werflicher ist, wenn man schon halb verdorbene Speisen,welche man selbst nicht mehr essen würde, noch gut ge-nug sür die Dienstboten hält und König Friedrich Wil-helm III. von Prenßen hat da einmal ein schönes Beispiel