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Das Hauswesen : guter Rat für junge Frauen und Mädchen von einer alten Hausfrau
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100 Tie Dienstboten.

sagen: Ach, die Trutta ist so lieb und süß," und dieliebe, süße Trutta betrog und bestahl sie auf das un-verschämteste, hatte einen förmlichen Butter- und Wein-handel, und mar so träge und nachlässig, daß die armejunge Frau, welche bis dahin in höheren Regionen, inKünstlerkreisen gelebt hatte, bisweilen selbst die Messerputzen mußte, wenn sie ein reines Besteck auf demTisch haben wollte.

Ueberhaupt trete man allem Geklatsch, Gezänk undunnützem Zutragen, als einer wahren Pest im Hause,kräftig entgegen. Bedeutende Verfehlungen der Mit-dienstboten sollen allerdings der Herrschaft, aber freiund offen, angezeigt werden und man verpflichte dieDienstboten gleich beim Mieten, unter Androhung derDienstentlassung darauf, aber nicht soll, wie doch sohäufig geschieht, jedes oft unbedachte Wort wieder ge-sagt werde»; spricht man doch selbst manches Unbedachte,welches beim Wiedersagen übel klingen würde.

Nimm auch nicht zn Herzen alles, was man sagt, daß dnnicht hören müssest, deinen Knecht dir slnchen.

Denn dein Herz weiß, daß dn andern auch oft geflnchethast." Sprüche Salomonis.

Eine andere, noch schlimmere Pest, sind die unsitt-lichen Reden, welche oft mit der größten Unbefangenheitgeführt werden und ein sicheres Zeichen großer sittlicherVerderbnis sind. Unser alter würdiger Pastor sagteeinst in einer Predigt, man könne in einem unglücklichenAugenblick das sechste Gebot schwer übertreten und imInnern doch nicht verdorben und unrein sein, wer sichaber an unsittlichen Reden ergötze, der s e i verdorbeilund unrein. Der alte Ernst Moriz Arndt sagt:Ein Wort der Lehre nimm es hinJn's Leben: Halt' die Zunge fest,

Denn uugewog'ue Rede fliegt,

Unflügger Äogel aus dem Nest.

Doch noch ein zweites, bess'res Wort:

Halt' deine Seele fromm nnd rein,

So wird, was deinem Mnnd entfliegt,

Nie ein unflügger Vogel sein.