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Das Hauswesen : guter Rat für junge Frauen und Mädchen von einer alten Hausfrau
Entstehung
Seite
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gg Die Dienstboten.

nichts darüber sagen, dem: mir ist, weder im eigenen,noch im Haushalte meiner Eltern, je dergleichen vor-gekommen, obgleich wir auch Dienstboten hatten, diewegen Frechheit übel berufen waren, so einen Kutscher,der, wie man natürlich erst später erfahren, auf seinenfrüheren Herrn mit dem Messer losgegangen war. Dochglaube ich, daß hier, wie so oft, die Herrschaften diesenFehler ihrer Dienstboten selbst hervorgerufen haben,entweder durch Vertraulichkeit oder durch Heftigkeit, diewohl gar bis zu Schimpsreden geht, oder auch durchLaunenhaftigkeit, wo die armen Dienstboten bei denverschiedenen, sich widersprechenden Anforderungen denKops verlieren und wenn die Herrschaft, die doch mei-stens eine bessere Erziehung erhalten hat (nicht immer,denn es giebt auch sehr unerzogene, ungezogene Herr-schasten), sich in solcher Weise vergißt und nicht beherr-schen kann, was will man dann von den Dienstbotenerwarten? !

Wenn sie nur uicht so reizend (reizbar) wäre,"sagte einmal ein alter Diener von seiner Herrin.

Ebenso ist es, wenn man sich mit den Dienstbotenin Plaudereien einläßt, sich Neuigkeiten zutragen läßt,oder gar mit ihnen scherzt und lacht, kurz, sich mit ihnengemein macht, wodurch ja Achtung und Ansehen verlorengehen m ü sseu, dem? wo kann man solcher Taktlosig-keit gegenüber von den Dienstboten so viel Takt er-warten, daß sie nun nicht auch ihre Stellung vergessen,worüber dann gewöhnlich die Herrschast ärgerlich wirdund es eine unliebsame Scene giebt. Marie Nathu-sius schildert dies sehr ergötzlich in einem Gesprächzwischen einer reichen Bürgersfrau und ihrer Magd;erstere erzählt:Gestern war die Frau Postmeisterinim Weingarten, ausgespreizt wie ein Puter, und ihredrei jungen Puten Hippelten um sie herum, als ob sieseelenvergnügt wären; der neue Sekretär trug der FrauPostmeisterin den Pompadur und die Therese soll ihnschon wieder zu Gnaden angenommen haben."