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Das Hauswesen : guter Rat für junge Frauen und Mädchen von einer alten Hausfrau
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Die Dienstboten. 97

aber sie wissen dann doch, was sie haben und könnenwenigstens nicht an der Qualität mäkeln, welchessonst sicher geschieht.

In einem Witzblatt wird erzählt, daß eine armeFrau zu Weihnachten ein Kleid erhält und es etwasmißfällig besichtigt.Gefällt Ihnen das Kleid nicht?"O ja, es ist ganz nett, aber in einem Hause, woich nun schon so lange das Essen bekomme, Hätte ichdoch ein besseres erwartet," und dieser Witz ist oftuicht weit von der Wahrheit entfernt. Eine meinerBekannten hatte ihrem Mädchen sehr hübschen Kleider-stoff gegeben und es entstand ein heftiger Zank unterihnen, weil die Köchin sich beschwerte, daß sie denselbenStoff wie die Stallcomteß (Stallmagd) erhalten habe.

Abgelegte Sachen soll man an Dienstboten nie ge-ben; gewöhnliches, ihnen dienendes, wird nicht geachtetund ist ja überhaupt bei dem jetzt herrschenden Luxuskaum mehr anzubringen und über das Verschenken vonPlitzsachen haben wir schon gesprochen und davor gewarnt.

Ferner liegt ein großer, selten wieder gut zu machen-der Fehler vieler Hausfrauen darin, daß die Dienst-mädchen uicht gleich vom Eintritt an gehörig angeleitet,uicht streng genug an die Hausordnung gebunden unduicht unablässig zu Ordnung, Reinlichkeit, Thätigkeit,Sparsamkeit angehalten werden. Es ist dies allerdingseine lästige Sache, aber doch bei weitem nicht so lästig,als ein unbrauchbares Dienstmädchen und man muß sichmit Geduld und Nachsicht wappnen und bedenken, daß,ivas die Mädchen leisten sollen, ihnen doch mehr oderweniger fremd ist und namentlich gilt dies beim An-leiten zum Kochen, denn wenn man da bei den Fehlern,melche ja sicher vorkommen und vorkommen müssen,gleich streng oder gar heftig auftritt, so verlieren an-ständige Mädchen den Mut und werden erst recht un-geschickt und andere werden wohl gar frech.

Neber Frechheit der Dienstboten wird jetzt so vielgeklagt und ich kanu, trotz meiner langen Erfahrungen,v. Pröpper. Das Hauswesen. 7