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Das Hauswesen : guter Rat für junge Frauen und Mädchen von einer alten Hausfrau
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Die Dienstboten. 95>

Ein weiterer Fehler beim Mieten der Dienstmädchenist, daß man sich nicht genau überzeugt, ob sie die fürihre Stelle nötigen Fähigkeiten haben, denn sehr oftgeben sie dieselben vor, gründen darauf ihre, ohnehinmeistens sehr hohe Ansprüche und verstehen ihre Sachtdann doch nicht; besonders gilt dies vom Nähen und demso nötigen, aber höchst unbeliebten Flicken; häkeln,können sie fast immer!

Eine sehr tüchtige Hausfrau fagte mir einmal, nachden von ihr gemachten Erfahrungen fei es nicht gut,,ein ganz junges Mädchen zu nehmen, welches nicht allemaus Unerfahrenheit manches zerbreche und verderbe, fon-dern daß auch der starke Appetit, den solche im Wachs-tum begriffene Mädchen entwickeln, schwer in's Gewichtfalle und sie habe mehrmals mit solchem Mädchen wöchent-lich drei Brote mehr verbraucht, als bei einem altern^demnach in einem Jahr für 78 Mark Mehrkosten, anBrot allein, während der Unterschied im Lohn nur 30'Mark betrug.

Geradezu unverantwortlich und dennoch so häufig-vorkommend ist es aber, wenn man solche jnnge, ofteben aus der Schule entlassene Mädchen, als Kinder-mädchen anstellt und ihnen die armen, hilflosenWürmchen noch wohl gar zum Spazierengehen anver-traut, wo dann das große wie das kleine Kind, Ge-fahren ausgesetzt sind.

In Bezug auf den Lohn herrscht in verschiedenenHäusern der Brauch, den Lohn mit jedem Jahr etwaszu erhöhen und man wehrt, wenn dies beim Mietenvereinbart wird, damit wenigstens dem so widerwärtigenund oft empörenden Steigern des Lohnes, welches dieDienstboten fo oft, ohne alle Veranlassung, versuchenund fehr häufig auch durchsetzen, wenn man fönst mitihnen zufrieden ist und nicht gern wechselt.

Vor einiger Zeit ging, unter der Überschrift:Dashat man davon!" folgende Geschichte durch dieBlätter: Ein Dienstmädchen läßt sich also vernehmen: