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Das Hauswesen : guter Rat für junge Frauen und Mädchen von einer alten Hausfrau
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Die Dienstboten. 91

meiner Eltern und noch viel weiter zurück in der Fa-milie war und ist Dienstbotenwechsel mir selten. Meinealte treue Wärterin, war zwanzig Jahre bei uns undist in unserm Hause gestorben und ebenso ein Kutscher,der uns fast ein halbes Jahrhundert lang diente.

Mögest du Dienstboten halten!"soll einst eine erzürnte Mutter ihrer Tochter als schwer-sten Fluch zugerufen haben, aber gleichwie es, nach derAeußerung einer Stiefmutter, nicht blos Stiefeltern, fon-dern auch Stiefkinder giebt, so giebt es auch nichtnur Dienstboten, fondern auch Dienstherrschaften undmeistens tragen diese sehr viel Schuld an den Fehlernihres Gesindes.

Wie oft spricht man, auch in dieser Beziehung, vonderguten alten Zeit" und wie so ganz anders in dieserguten alten Zeit" die Dienstboten gewesen, bedenktaber nicht, wie so ganz anders damals auch die Herr-fchaften waren, häuslicher, fleißiger, einfacher, gottes-fürchtiger zc. Wie der Herr, so der Knecht.

Ein großer Fehler wird häufig schon beim Mietender Dienstboten begangen, indem man sich nicht gehörignach ihnen erkundigt, da man sich auf die gewöhnlichenZeugnisse ja leider oft so wenig verlassen kann. Auchbekümmert man sich wohl zu wenig um die Angehöri-gen, welche, wenn sie arm oder leichtsinnig find, diedienenden Töchter und Söhne oft ganz ausziehen odersie wohl gar zu Unredlichkeiten verführen.

Beim Mieten ist auch genau zu bestimmen, womitdie Dienstmädchen an Kleidung versehen sein müssen,besonders an Hemden, Schürzen, Strümpfen und Schu-hen, woran heutzutage fehr gespart zu werden pflegt,während sie Kostüms, elegante Unterröcke, Paletots,Hüte mit Federn und Blumen (oft beides zusammen),Sonnenschirme, feine Stiefelchen mit Absätzen und aller-lei Krimskrams haben und dann ihre paar Hemden,Schürzen und Strümpfe heimlich zu waschen suchenoder sie den andern, besser versehenen Dienstmädchen