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Das Hauswesen : guter Rat für junge Frauen und Mädchen von einer alten Hausfrau
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84 Die Kleidung.

Die Kteibung.

Em hochberühmter Kanzelredner des vorigen Jahr-hunderts sagt über Kleider und Schmuck:

Die Weiber sollen sich in anständiger Kleidung mitSchamhastigkeit nud Bescheidenheit schmücken.

1 Tim. 2, 9."

Die Kleider haben eine dreifache Bestimmung: er-stens zur sorgfältigen Bewahrung der Sittsamkeit!zweitens, um uns zu schützen gegen den Einfluß derJahreszeiten; drittens, um uns, wie der heilige Paulussich ausdrückt, 1 Tim. 2, 9. bescheiden und ehrbarzu schmücken.

Der Schmuck muß den Standesverhältnissen ange-messen sein und alsdann, sagt der heilige Thomas,stimmt er zur Tugend der Wahrheit, insofern durchdie äußere Tracht sich der Stand der Person kund giebt.

Man vermeide also die beiden Extreme, übermäßi-gen Putz und allzu große Vernachlässigung des An-zugs. Die Putzsucht widerspricht der christlichen Be-scheidenheit und die Nachlässigkeit widerstrebt der Ord-nung, welche von einem jeden verlangt, daß er nachseinem Grade lebe und sich kleide.

Ungeschämige Kleidung ist den ehrlosen Frauen undfeilen Dirnen eigen. Ich nehme also gar nicht an,daß Frauen von Anstand und Ehre, für die ich alleinschreibe, solche wählen könnten. Aber, weil der Miß-brauch gerade in dieser Beziehung so groß ist undzuweilen das Licht des Blitzes mit dem Sonnenlichtverwechselt, so merket Euch folgende Betrachtung, welcheEuch zur Vorsicht und beständiger Arznei dienen werden!

Kein entgegenstehender Gebrauch kann die Naturder Dinge umwandeln und erlaubt machen, was anund für sich selbst gegen die Sittsamkeit und deshalbwesentlich sündhaft ist; denn sonst ließe sich jede Sündeentschuldigen, weil es Sünden aller Art giebt, die ge-wöhnlich sind. Die Sünde anderer kann Eure Sünde