82 Der Nahtisch und die Handarbeiten.
die Ecken-Schwierigkeit wegfällt. Das einzusetzende Stnckwird dem Faden nach genau so groß geschnitten, alses sein soll, auf die schadhaste Stelle lose, aber faden-gerade angeheftet, dann ringsum so vorgezogen, wie zujedem andern Feston, einige Faden vom Nand, daßderselbe eben zu fassen ist und erst nach beendigtemFestonnieren wird nun das alte Stück darunter weg-geschnitten.
Sind Stücke in bunte Stoffe einzusetzen, sogeschieht dies genau nach dem Muster, wobei man ambesten den Stoff einkneift oder heftet und beide Teilemit einem seinen Ueberhandnähtchen zusammenfügt, wennes nicht etwa auch einzufestonnieren ist. Seide darf beiNähten nur ganz lose genäht werden.
Man sorge auch für ein nettes, verschließbares Lap-penkistchen, zum Aufbewahren der Reste von sämt-lichen Kleidungsstückeil, jede Sorte glatt gelegt, ausge-rollt und zugebunden, oder bestimme eine besondereSchublade dazu.
Für alte Leinwand habe man einen eigenenBehälter und umgebe sie, wenn sie sehr rein gewaschenund ja nicht gebläut ist, noch mit weißem, sehr reinemPapier, denn wenn sie vielleicht bei Verwundungen ge-braucht werden sollte, so würde der geringste Schinutzoder die Bläue sehr schädlich wirken.
Für schadhafte Strümpfe habe man einen be-sondern Korb und darin noch ein Körbchen mit demStopfmaterial und Stopfnadeln.
Das Zeichnen der feinen Wäsche und der Tasel-wäsche (Gebild) geschieht am besten mittelst Schablonenund dem Schrägstich oder auch Plattstich; Küchenwäsche,Dienstbotenwäsche und dergl. wird mit dem Kreuzstichund rotem Zeichneilgarn gezeichnet und ebenso gewöhn-liches Gebild, dieses über feinen Stramin, dessen Fädenman hernach auszieht.
Zum Zeichnen von feinen gewebten Strümpfenkönneil ebenfalls Schablonen und Schrägestich benutzt