Druckschrift 
Das Hauswesen : guter Rat für junge Frauen und Mädchen von einer alten Hausfrau
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

Zg Die Einkäufe.

der feinen Küche vorgezogen und meistens, grob ge-stoßen, unter dem NamenConcassö" gebraucht lind-gegeben.

Nelken pfeffer (Piment), nehme man nurin mittelgroßen, runden, dunkelbraunen Körnern.

Salpeter muß ganz trocken sein, sonst färbt ernicht schön rot, und man kaufe ihn daher nur in einerApotheke.

Verfälschung der Nahrungsmittel.

Hier kommen wir auf ein sehr unliebsames Kapitel,nämlich auf die ganz unglaublichen Verfälschungen, wo-mit uns der vielbelobteFortschritt" beglückt hat undHegen die es kaum ein Mittel giebt, als daß man seineEinkäufe nur in bedeutenden, lang bestehenden und starkbesuchten Häusern macht und sich an diese hält, wo dannein treuer Kunde und wenn man auch nicht gerade großeEinkäufe macht, immer besser bedient wird, als wennman nur hie und da etwas entnimmt.

Man hat ja Kennzeichen für gute Waren undich habe sie auch im vorigen Abschnitt nach bestemWissen und Gewissen mitgeteilt, aber bei der heutigenFalschheit und Hinterlist" geht damit auch die erfah-renste Hausfrau nicht mehr sicher und nun gar einejunge, unerfahrene Hausfrau! Werden doch dieKaffeebohnen durch Kupfer gefärbt, um ihnen diegrünliche Farbe des guten Kaffee's zu geben, einpurerMord", wie ein Chemiker es nennt und dringend an-rät, die Bohnen vor dem Brennen erst zu waschen,s.Gemeinnütziges". Ueber gemahlenen Kaffee sagtderselbe:Der Spezereihändler verfälscht seinen Kaffeemit Cichorie, der Cichoriensabrikant verfälscht sein Pro-dukt mit venetianischem Bolus, um das Auge des Spe-zereihändlers zu täuschen und endlich mischt der Bolus-gräber seine rote Siegelerde mit Ziegelmehl, weil die-ses viel billiger ist."

Aber auch bei nicht gemahlenem und bei selbst ge-