Tie Vorräte.
Die 'Dorste.
„Provision, pi'ol'usivn!" (Vorrat, Verschwendung),sagt ein französisches Sprichwort und demgemäß werdenvon manchen größere Vorräte nicht für haushälterischgehalten, weil man behauptet, sie verleiteten zu einemreichlicheren Verbrauche, wodurch mehr verloren gehe,als durch den billigen Ankauf gewonnen worden undbei einer unkundigen, nachlässigen oder gar verschwen-derische» Hausfrau ist dies allerdings nur zu wahr.
Wenn die junge Hausfrau aber den Wert ihrer Vor-räte achtet (ein wohl ausgestattetes Vorratskännnerchenist etwas so anmutendes), sie selbst einkauft oder wenig-stens nachwiegt, gut verschließt, Sorge für die Erhaltungträgt, stets selbst ausgiebt und stets gleichmäßig davonverbraucht, da kann man zur Anschaffung verschiedenerVorräte unbedingt nur raten, denn bei größern Mengenerhält man die Waren nicht allein billiger und oft auchbesser und vermeidet Unterschleife, sondern man spartanch an der wertvollen Zeit, die so häufig durch ein-zelnes Herbeiholen von Waren verloren wird und eszeigt die Anschaffung von Vorräten eine gewisse Wohl-habenheit, die den Eindruck nicht verfehlt.
Seife und Lichter, die, frisch verbraucht, so vielrascher anfgehe», müssen jedenfalls in Vorrat eingekauftwerden; es brennen abgelagerte Kerzen auch weit Hellerund man sollte davon, je nach Bedarf, aber mindestenssechs Kilo aus einmal nehmen.
Indessen ist bei der Anschaffung von Vorräten auch,je nach den Verhältnissen, die goldene Mittelstraße zuempfehlen. Wer z. B. nicht fern von allem städtischenVerkehr wohnt, sollte sich keine gar große Vorräte anKolonialwaren, Mehl u. dgl. halten, denn wenn sie auchbei der guten Hausfrau nicht zu sorglosem Verbraucheführen, so ist ihre zweckmäßige Aufbewahrung doch oftschwierig. Zu letzterem hat der Kaufmann einesteilsmehr Nüttel und Wege, andernteils ist bei raschem Ab-