22 Das Gastzimmer. Die Dicnstboteilstube.
Jas Gastzimmer.
Man pflegt es in Art des eigenen Schlafzimmerseinzurichten, doch gewöhnlich etwas zierlicher. Der Wasch-tisch habe Schubladen und zur Seite den Handtuch-halter; dann Mantelstock, Kofferbock, Huthalter für Da-men, Stiefelknecht und Spucknapf für Herrn; auf demNachttisch Nachtlampe, Handleuchter, Streichhölzchen.Am Fenster Lehnsessel und Tisch, mit Schreibgeräte undeinige Lektüre, die man aber auch auf einem Wand-Vrettchen anbringen kann; zum Willkommen einenBlumenstrauß.
Dem Bette kann man, mit geringer Mühe und ge-ringen Kosten, ein gar freundliches, einladendes Aus-sehen durch einen zeltähnlichen Umhang geben, für denman über dem Bett, in der Mitte und an den Seiten,je eine Stange mit Hübschein Knopf befestigt, den inder Mitte mit einer breiten Schaube versehenen Vor-hang, meistens von dichtem weißem Zeug, in die mit-telste Stange schiebt und die Enden, welche bis zumBoden hängen müssen, über die beiden andern legt.
Die Aienstbotenstube.
Wo man nur ein Dienstmädchen hält, da spart mangewöhnlich auch am Raum der Wohnung und es wirdwohl selten ein Wohnstübchen für das Mädchen übrigsein, aber eine ordentliche, reinliche, gesunde Schlafstättemuß man ihr geben und es ist geradezu himmelschreiend,was man oft von den Schlasstätten, namentlich in großenStädten, zu hören bekommt: offen, unter der Treppe,offen, unter dem Dache! — und das übrige dementsprechend, während sonst vielleicht überall Luxus undNeberfluß herrscht.
Die junge Hausfrau sorge also, daß das Dienst-mädchen eine nette Kammer habe, mit gutem Bett,