10 Einleitimg.
Hausfrau, besonders die Lampen, bei denen es dieselbegenauer nimmt, als dies gewöhnlich von den Dienst-mädchen geschieht.
Vor allen Dingen sehe sie aber nnn darauf, daßdas Kochen wohl von statten gehe und das Mädchenimmer ein gutes, aber rnhiges, stetes Feuer habe, dennbei überinäßig starkem, flammendem Feuer, wie sie esso gerne machen, als sollte der Frankfurter Krönungs-ochse daran gebraten werden, ist kein ordentliches Kochenmöglich und überdem die sinnloseste Verschwendung, vonder niemand etwas hat, als verkochtes Fleisch und ver-brannte Braten; andere lassen das Feuer alle Augen-blicke abbrennen und verbrauchen unverhältnißmäßig vielHolz, um ihm wieder aufzuhelfen, wie denn eben garuiele Mägde es an der, wie Jeremias Gotthelf sagt,beim Kochen so nötigen Zuthat fehlen lassen, nämlichden „Gedanken." Natürlich sorge die junge Haus-srau dann auch, daß das Essen zur rechten Zeit fertigsei und, hübsch angerichtet, auf den nett und pünktlichgedeckten Tisch komme.
Nach dem Essen und Abdecken wird rings um denTisch aufgekehrt, das Zimmer gelüftet und das Mädchenbegiebt sich an's Spülen, kehrt und reinigt ihre Küche,bringt das nötige Wasser und Brennmaterial hinein(letzteres im Winter auch in die Zimmer) und hat nuneinige Stunden Zeit zu beliebiger Handarbeit, bis dasAbendessen bereitet werden muß, wonach sie wieder spült,die Bestecke, Schuhe und Stiesel reinigt, die Kleider aus-bürstet und spätestens um zehn Uhr zu Bett geht, besser-etwas früher, damit die Hausfrau, welche dann noch nach-sehen muß, ob alles, Thür und Fenster, gehörig ver-schlossen und „Feuer und Licht" bewahrt sei, auch beiLeiten zur Nnhe komme. Gute Nacht!
Wird außer dem Küchenmädchen noch ein Stuben-mädchen gehalten, so hat dieses die Zimmer, Gänge undTreppen und die Bedienung zu besorgen und im übrigenZu uähen, zu flicken, zu waschen, zu bügeln u. s. w. und